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ÖFB-Teamchef Hickersberger: "Torhüter geringstes Problem"

04.06.2008 | 13:51 |   (DiePresse.com)

Österreichs Nationaltrainer verschob die Entscheidung über den Platz im Tor, weil Disziplinfragen wichtiger waren. Wer bei der Fußball-EM Torhüter sein wird, wird erst unmittelbar vor dem Match bekannt gegeben.

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Josef Hickersberger, Coach des österreichischen Fußball-Teams, hatte am Montag für den heutigen Mittwoch die Antwort auf die Torhüter-Frage angekündigt. Doch bereits am Vormittag ruderte "Hicke" zurück: Wer bei der Euro für Österreich im Tor stehen wird, soll weiter geheim bleiben. Bei einer Pressekonferenz zu Mittag gab der 60-Jährige bekannt, dass das Warten auf die Antwort weiter gehen wird - bis zum Auftaktspiel am 8. Juni nämlich: Österreichs Torhüter wird erst "unmittelbar vor dem Match" bestimmt. Alexander Manninger und Jürgen Macho kämpfen um den Platz zwischen den Pfosten.

Unpünktlichkeiten bei Besprechungen und zuletzt mangelnde Trainingseinstellung hätten eine Änderung im Zeitplan ausgelöst, behauptete Hickersberger. "Die Entscheidung ist vertagt, weil die Goalies das geringste Problem sind." Bei ihm sei zuletzt der Eindruck entstanden, "dass die Mannschaft nicht mehr mit der Konzentration wie zuvor bei der Sache ist. Es ist zu Unpünktlichkeiten gekommen, das ist sofort abzustellen".

"Bin nicht Sklave meiner eigenen Fristen"

Die beiden Einser-Anwärter Macho und Manninger haben sich laut "Hicke" nichts zu Schulden kommen lassen. "Beide sind hundertprozentig konzentriert und bei der Sache." Durch die jüngsten Ereignisse hätten sich eben die Prioritäten verschoben, "und ich bin nicht Sklave meiner eigenen Fristen".

Den beiden Kandidaten wird Hickersberger nach eigenen Angaben seine Entscheidung am Samstagabend mitteilen. "Wir sind der größte Außenseiter in diesem Turnier und geben die Aufstellung erst kurz vor dem Spiel bekannt, auch den Tormann."

"Einfordern, was bisher funktioniert hat"

Zuvor will sich der Teamchef noch den angeblichen Disziplinlosigkeiten widmen. "Es ist viel wichtiger, das einzufordern, was bisher funktioniert hat", erklärte der 60-Jährige, der keine Spieler nannte, die Verfehlungen begangen haben sollen. Der Coach verriet nur, dass ein Spieler zu einer Mannschaftssitzung am Dienstag zu spät gekommen war. "Viel wichtiger als das Zuspätkommen zu einer Besprechung ist aber, dass die Trainingseinstellung zuletzt nicht mehr so war wie auf Sardinien oder in Lindabrunn."

Hickersberger sieht in den von ihm kritisierten Ereignissen "keine Form von Lagerkoller, sondern Undiszipliniertheiten. Es war für mich an der Zeit, die Mannschaft wachzurütteln. Kleinigkeiten lasse ich nicht einreißen. 'Wehret den Anfängen' heißt das Sprichwort".

"Teamchef macht, was er will"

Dem einen oder anderen Akteur könnte die Unpünktlichkeit sogar den Stammplatz kosten. "Wenn es bei denjenigen, bei denen es schon öfters vorgekommen ist, wieder vorkommt, werden die Chancen geringer", sagte Hickersberger. Er betonte, er hätte den Einser-Tormann am Mittwoch bekanntgegeben, wäre es nicht zu den Disziplinlosigkeiten gekommen. Durch die Vertagung habe sich nicht der Druck auf die Goalies, sondern auf seine Person erhöht. "Aber der Teamchef lässt sich nicht beeinflussen, sondern macht sowieso, was er will."

Weiters meinte Hickersberger: "Es spricht für die Klasse der Torhüter, dass ich mir mit der Entscheidung länger Zeit lasse, nicht für meine Schlauheit oder Dummheit", sagte der Coach und versicherte noch einmal, er habe die Entscheidung für sich schon vor längerer Zeit getroffen.

Dass nun Macho und Manninger möglicherweise wegen Dummheiten anderer Spieler zum Handkuss kommen und dadurch erst später von ihrem Glück bzw. Unglück erfahren, stellt für den Niederösterreicher kein Problem dar. "Es ist oft so in einem Mannschaftssport. Wenn einer einen Fehler macht, müssen auch die anderen dafür büßen. Aber im Grunde können beide damit sehr gut umgehen."

Test gegen Italien im August

Am Rande der Pressekonferenz wurde auch der erste Testspielgegner nach der Euro bekannt gegeben: Am 20. August wird das ÖFB-Team in Nizza auf Weltmeister Italien treffen. Die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika beginnt am 6. September mit einem Heimspiel gegen Vize-Weltmeister Frankreich.

(APA/Red.)

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7 Kommentare
Gast: Psyfly
08.06.2008 20:27
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Unpünktlichkeit vs. Spielstärke

Die Pünktlichen haben uns die Niederlage gebracht. Hauptsache pünktlich sinds gewesen.

Gast: ökono-mist
05.06.2008 02:40
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So könnt's gehen!


Ich wüßte schon, wie wir (0:0-)Europameister werden könnten: Einfach ein Netz vor's Tor spannen.

P.S.: Aber bitte vor das eigene, gell...

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Wer zu spät kommt, den bestraft der Teamchef...

Vermutlich führt Hickersberger eine Streichliste, wie oft und um wieviele Minuten die Leute zu spät kommen; ganz gleich wohin auch immer. Jene, die dabei am besten abschneiden, spielen gegen Kroatien. Auf diese Weise kann er wenigstens auf "objektiv verifizierbare Parameter" verweisen und erspart sich weitere fachliche Erklärungen für seine Personalentscheidung. Allerdings frage auch mich, was das alles mit Macho-Manninger zu tun haben soll?

Desweiteren wundert mich Hickersbergers Klage über Disziplinlosigkeiten und mangelnden Trainingsfleiß, wo er doch noch auf Sardinien davon schwärmte, "noch nie derart hoch motivierte österreichishce Kicker trainiert" zu haben. Was ist seither passiert?

Faktum ist: Bei einer WM oder EM stehen ALLE Fußballer gleichsam "in der Auslage". Da sitzen die Klubvertreter aus ganz Europa auf den Tribünen und machen sich ihre Notizen. Das ist DIE Chance, auf der Karriereleiter hoch zu klettern. Warum sollten ausgerechnet die Unseren diese nicht nützen?

Gast: Somnifex
04.06.2008 16:40
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Torhüter geringstes Problem...

Hickersberger größtes Problem

Gast: SMMHJH
04.06.2008 15:41
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Warum ...

wird in dem Artikel mehrere Male das Alter von Hickersberger genannt? Ist das nicht unhöflich? Er hat ja einen Namen, und de ist sicher nicht "der 60-Jährige".

roger
04.06.2008 15:10
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Hicke vera.rscht uns

Eine klassische Ente für die Medien, die uns da Hicke verzapft. Natürlich weiß der betreffende Torhüter schon längst, dass er spielen wird. Da heute Manningers Geburtstag ist, sollte jedem klar sein, warum Hicke heute die Entscheidung bekanntgeben wollte. Nachdem er fürchtet, dass die Öffentlichkeit über Manninger herfallen könnte, ähnlich wie bei Hickes Fehlentscheidung Kienast, lässt er die Österreicher im Unklaren. Den Blödsinn mit der "Disziplinlosigkeit" glauben nur die größten Hicke-Fans (sofern es überhaupt welche geben sollte).

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Re: Hicke vera.rscht uns

Schön wäre es, wenn Sie Recht hätten; ich hab da nämlich so meine Zweifel! Hickersbergers kryptische Andeutungen von wegen "Disziplinlosigkeiten" und "mangelnder Trainingseifer" passen halt gar nicht zu seiner ursprünglichen Euphorie auf Sardinien. Vermutlich tritt der Teamchef nur wieder einmal auf die Erwartungsbremse. Schon vor dem Deutschlandmatch hatte er seiner "Befürchtung" Ausdruck verliehen, ein Sieg gegen die "Löwen" wäre ihm gar nicht recht, weil das unter den Fans nur zu falschen Hoffnungen führe.

Jetzt "verkauft" er sein Team als eine Art demotivierten, undisziplierten Haufen, von dem wenig Positives zu erwarten ist. Das könnte freilich dazu führen, daß sich auch die Spieler auf diese "Sprachregelung" einigen und gegen Kroatien dementsprechend desolat auftreten. Ein Coach, der aus seinen Leuten das Letzte an Motivation heraus holt, war Hicke NIE!

Wohlmeinende mögen in ihm einen hintergründigen Denker sehen, aber vermutlich hat er einfach keinen Plan...

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