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Portugal: "Wir sind nicht von Ronaldo abhängig"

27.06.2012 | 12:42 |  von Christoph Gastinger (Die Presse)

Vor dem Kräftemessen zwischen Portugal und Spanien konzentriert sich alles auf Cristiano Ronaldo. Der Superstar wird von spanischen Klubkollegen provoziert, dabei hat Portugal mehr als "CR7" zu bieten.

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Die Provokationen ließen nicht lange auf sich warten. „Ich denke nicht, dass Ronaldo jetzt auf seinem besten Level spielt“, stichelte Spaniens Torhüter Iker Casillas nach der Ronaldo-Show gegen Tschechien, bei der Portugals Ausnahmekönner für den TV-Konsumenten beinahe zum Alleinunterhalter mutierte. Es sind angriffige Wortspenden wie diese unter Klubkollegen von Real Madrid, die einem ohnehin schon brisanten Spiel noch mehr Zündstoff verleihen.

Cristiano Ronaldo: Titel, Tore, Totalschaden und Teuerster aller Zeiten

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Medial konzentriert sich vor dem Halbfinal-Schlager zwischen Spanien und Portugal alles – wieder einmal – auf einen breitschultrigen Herren mit der Rückennummer sieben. Cristiano Ronaldos Superstar-Status ist unbestritten, im Lager der Portugiesen würde man vom „Ein-Mann-Unternehmen“ aber am liebsten kein Wort mehr hören oder lesen. „Dieses Team funktioniert als Kollektiv. Cristiano ist unser Leader, keine Frage, aber wir sind nicht von ihm abhängig“, maulte Innenverteidiger Ricardo Costa und sprach damit vielen Kollegen aus der Seele. Der bestbezahlte Fußballer der Welt steht eben nicht alleine auf dem Rasen, ist in jedem Spiel auf Unterstützung seiner Mitspieler angewiesen.

 

Der „Anti-Ronaldo“

João Moutinho ist einer von zehn Portugiesen, die bei Spielen der portugiesischen Seleção in der Regel über 90 Minuten im Schatten des Volkshelden stehen. Der 25-Jährige ist so etwas wie der „Anti-Ronaldo“ in der Mannschaft von Teamchef Paulo Bento. Mittelfeldstratege Moutinho ist frei von Skandalen, ein ruhiger Zeitgenosse, der auf einen ausgefallenen Torjubel genauso wenig Wert legt wie auf eine perfekt in Szene gesetzte Gelfrisur. Kaum vorstellbar, aber Moutinho hat nicht einmal eine Modelfreundin, er gibt sich mit seiner Jugendliebe aus gemeinsamen Schultagen zufrieden. Er lechzt nicht nach Aufmerksamkeit, auch diese Eigenschaft überlässt er anderen. Seine Maßflanke, die zum entscheidenden 1:0-Treffer Ronaldos im Viertelfinale gegen Tschechien führte, fand in der internationalen Presse kaum Erwähnung, weil der Torschütze alles überstrahlte und in sämtliche Kameras der Warschauer EM-Arena lachte. In Portugal weiß man dennoch, was man am 61 Kilogramm schweren Leichtgewicht hat. Nach Ronaldo gilt Moutinho als der zweitwichtigste Spieler des Landes, dem bei der Euro zentrale Aufgaben zuteil werden.

„O Baixinho“, der Kleine, ist nicht nur für den Spielaufbau verantwortlich. Im Mittelfeld spult der 1,70 Meter große Kreativgeist unermüdlich Kilometer für Kilometer ab, sein Aktionsradius kennt keine Outlinien. Seine aufopferungsvolle Spielweise brachte ihm in der Heimat den Spitzname „Duracell“ ein. Moutinho verteilt Bälle, zieht Gegner auf sich, öffnet Räume für die Angreifer. Ein Vergleich mit Barcelonas Xavi ist durchaus zulässig, vor eineinhalb Jahren wurde er bei den Katalanen sogar als Ersatz für Spaniens Spielmacher angedacht.

 

Moutinho kostet 40 Millionen

Seit 2010 tobt sich Moutinho beim FC Porto aus. Porto überwies damals elf Millionen Euro an Sporting Lissabon. Der Wechsel wurde zum teuersten, der je in Portugal getätigt worden ist. Die festgeschriebene Ablösesumme beträgt stolze 40 Millionen Euro. Wer Moutinho im Sommer verpflichten will, muss also sein Konto räumen.

Um einem Cristiano Ronaldo auf Augenhöhe zu begegnen, fehlen Moutinho aber immer noch einige Millionen an Ablöse und vor allem eines: Tore. In 43 Länderspielen erzielte er erst zwei Treffer, seine Abschlussschwäche ist unverkennbar. „Ich arbeite hart daran, jeden Tag. Aber der große Torjäger werde ich wohl nicht mehr werden“, rechtfertigt sich Moutinho. Für das Toreschießen haben die Portugiesen ja immer noch Cristiano Ronaldo.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2012)

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4 Kommentare

istes nicht egal, wer am sonntag gegen deutschland verliert;-)

(meine prognose)

Bravo, es geht um Sport nicht um die Busenwelt

Portugal wird unterliegen, wegen der Eitelkeit, ebenso Deutschland, Italien siegt.

Re: Bravo, es geht um Sport nicht um die Busenwelt

na hoffen wir's das die Deutschen so richtig unter gehen.

Re: Re: Bravo, es geht um Sport nicht um die Busenwelt

träum weiter, am sonntag gibts ein böses erwachen ;-)))