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Spanien zittert sich gegen Portugal ins Finale

27.06.2012 | 23:39 |  von Christoph Gastinger (DiePresse.com)

Spanien wusste im Halbfinale nicht zu überzeugen, weil Portugal das „Tiki-Taka“-Gegenmittel fand. Nach 120 torlosen Minuten behielt der Titelverteidiger mit 4:2 die Oberhand im Elferschießen.

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Donezk/Wien. Portugal hatte eine Plan. Einen wohl durchdachten. Die Seleção wollte sich nicht alleine darauf verlassen, dass Cristiano Ronaldo in 90 oder mehr Minuten ein entscheidender Geniestreich einfällt. Auf spanischen „Tiki-Taka“-Fußball hatte der Außenseiter so gar keine Lust. Seit vier Jahren dominiert Spanien mit seinem nahe der Perfektion inszenierten Kurzpassspiel den Weltfußball. Ewig lange Ballstafetten hatten schon bei der EM 2008 und der WM 2010 zum Erfolg geführt. „Wir werden unser Spiel nicht ändern. Auch nicht gegen Portugal“, hörte man vor dem Halbfinalschlager aus dem spanischen Lager.

Portugals Teamchef Paulo Bento dürfte das Spiel des Gegners im Vorfeld ausführlich studiert haben. Er schickte seine Mannschaft mit einem taktisch ausgereiften Konzept auf den Rasen der EM-Arena in Donezk. Der ballführende Spanier wurde frühest möglich attackiert, Räume wurden effizient zugestellt, mögliche Pässe konsequent unterbunden. Die Portugiesen standen hoch, oftmals zählte man fünf, manchmal sogar sechs der Herren in den weißen Trikots in der Hälfte der „Furia Roja“, der roten Furie, wie Spaniens Team auch genannt wird. Portugal verhinderte es mit seiner Spielausrichtung, das Schicksal mit den Franzosen zu teilen. Diese liefen im Viertelfinale Ball und Gegner konsequent hinterher, wurden vom spanischen Ballbesitz regelrecht erdrückt.

„Nur“ 56 Prozent Ballbesitz

So boten sich dem Zuschauer fast ungewohnte Szenen. Spanien kam nicht in den Genuss, sich das Leder im Zuge eines Angriffs gefühlte 100 Mal zuzuspielen und auf die sich öffnende Lücke in der gegnerischen Abwehr zu warten. Torchancen waren Mangelware. In Halbzeit eins versuchten sich Arbeloa (9.) und Iniesta (29.). Sie trafen aber genauso wenig wie Ronaldo (31.). Nach 45 Minuten konnte Spanien auf verhältnismäßige geringe 56 Prozent Ballbesitz verweisen. Von der Dominanz vergangener Spiele war man weit entfernt. Bezeichnend: Xavi hatte bei seiner Auswechslung kurz vor Ende der regulären Spielzeit 74 Ballberührungen vorzuweisen. In den vorangegangenen Spielen brachte er es im Schnitt auf 125.

Fàbregas erlöst Spanien

Portugal blieb seinem aggressiven Stil  auch in Hälfte zwei treu, beschäftigte die Spanier, wenngleich die Kräfte mit Fortdauer der Partie schwanden. Der Titelverteidiger gewann an Spielanteilen, ohne Überlegenheit auszustrahlen. Als bereits jeder eine Verlängerung erwartete, bot sich Ronaldo in einem Konter die Last-Minute-Möglichkeit zum Goldtor (90.). In der Verlängerung drängte Spanien, Iniesta hatte die Entscheidung in der 104. Minute auf dem Fuß. Im Elfmeterschießen wurde der eingewechselte Fàbregas zum viel umjubelten Helden der Spanier. Ronaldo kam nicht einmal mehr zum Schuss.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2012)

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14 Kommentare

Spanien verdient weiter

Mehr gibt es nicht zu sagen.

2 2

Ich sags

Was Spanien bei dieser EM abliefert ist nicht Titel tauglich. Wo ist da das tiqui taqua? gegen portugal hatten sie für mich sogar weniger ballbesitz.

Gast: Habe das Spiel gesehen
28.06.2012 13:35
2 8

So ist eben das Schicksal

Denn insgesamt gesehen waren die Portugiesen besser und auch eleganten. Aber sie haben leider das Elfmeter-Schießen verloren. Leider !

besonders elegant die Fouls vom Alves, gell


Kein schöner Fussball

Schön anzusehen war das Spiel gestern wirklich nicht. Ich hoffe dass die Spanier wenigstens im Finale ein bisschen mehr Zug zum Tor entwickeln und nicht wieder nur für die Ballbesitzstatistik spielen!

schade, portugal hätte es verdient!

aber so ist es im fussball, es zählen nur die tore!

Gast: andi007
28.06.2012 00:45
8 15

aha

die portugiesen hatten ein mittel, brutalste fauls!!!!

und ja, sie haben es geschafft, den spaniern ballbesitz abzuringen und nur wenige chancen zuzulassen, aber was portugal offensiv in der zweiten hälfte und in der verlängerung geboten hat, war einfach lächerlich!!!!! da war nichts mehr.

bei spanien hat iniesta einen 100%er vergeben und die portugisische abwehr (komplett gelb gestrafft) wurde mehrmals durchbrochen um die guten chancen dann zu verPASSen....

Antworten Gast: Red keinen Unsinn
28.06.2012 13:37
3 5

Die meisten Fouls und auch die brutalsten kamen von den Spaniern

Die Portugiesen waren spielerisch insgesamt gesehen besser. Doch leider haben sie das Elfmeter-Schießen verloren.

Das stimmt nicht - die meisten brutalen Fouls kamen von den Portugiesen (Alves zb)

Spanien hat besser gespielt, mehr Torchancen und ist verdient weiter

Re: aha

guten morgen!!wisch dir mal den Schlafsand aus den Augen!!

Antworten Gast: Seitenlinie
28.06.2012 07:21
12 4

Re: aha

Von "brutalst" kann hier wirklich keine Rede sein,wie die Gesten der Spieler auch in fast allen Fällen gezeigt haben.

Das man in der 2. Hälfte der Verlängerung ko war, ist dem tollen Einsatz und den vielen Laufwegen geschuldet - wann sind Sie zuletzt 120 min gelaufen?

Die Chancen von Portugal hätten wohl locker für einen Sieg gereicht und dies schon VOR der Verlängerung.

Natürlich kann von "brutalst" die Rede sein- ein Portugiese mindestens hätte mit "Rot" vom Platz müssen

Und Spanien hatte definitiv mehr Torchancen - bitte nächstes Mal objektiv mitzählen.
Spanien ist genauso viel, wenn nicht mehr gelaufen und hat in der Verlängerung noch einen drauf gesetzt- da war vom großen Ronaldo übrigens nix mehr zu sehen

Re: Re: aha

ein hundskick war das spiel gestern trotzdem

Re: Re: Re: aha

Ein "Hundskick" war das gestern keineswegs! Beide Teams agierten auf technisch und taktisch hohem Niveau! Das eigentliche Problem bestand jedoch darin, daß Real-Spanier und Real-Portugiesen einander vom Klub her viel zu gut kennen, um füreinander noch irgendwelche Überraschungen bereit zu halten. Solche Matches wirken IMMER wie taktisches Rasen-Schach und nicht wie eine offene Feldschlacht a la England-Italien! Zudem war Christiano Ronaldo gestern äußerst schlecht bei Schuß! Nicht einmal seine berühmten Freistöße fanden ihr Ziel! Insofern haben die Portugiesen aber auch keinen Grund, mit dem Schicksal ("soviel Pech"!) zu hadern. 120 Minuten müßten eigentlich zu wenigstens einen erfolgreichen Tor-Schuß reichen!

Ich wette: Heute werden wir bei BRD-Italien eine ganz andere Partie zu sehen bekommen. Spiele zwischen Teams mit unterschiedlichen Kicker-Typen und Systemen wirken nämlich IMMER irgendwie abwechslungsreicher!