Breslau/Cg. Der Glaube ist noch immer da, Zweifel werden verdrängt. Polen ist fest vom Aufstieg ins Viertelfinale überzeugt. Dabei ist die Ausgangssituation vor dem letzten Gruppenspiel keine einfache. Der Co-Gastgeber benötigt gegen Tschechien einen Sieg, ein anderes Resultat würde das Ausscheiden bedeuten. Ein Gedanke, mit dem sich im polnischen Lager niemand beschäftigen will.
Das 1:1 gegen starke Russen ließ das Selbstvertrauen steigen und bescherte Polen „das vielleicht wichtigste Spiel in der Fußballgeschichte unseres Landes“, sagt Jakub Błaszczykowski.
Gegen Tschechien ruhen die größten Hoffnungen der Biało-Czerwoni, der Rot-Weißen, einmal mehr auf Robert Lewandowski. Dortmunds Angreifer könnte sich mit einem Siegtreffer gegen Tschechien in seiner Heimat unsterblich machen. Möglichkeiten dazu sollten sich bieten, immerhin kassierte die Mannschaft von Michal Bilek im Auftaktspiel gegen Russland vier Tore. Gegen Griechenland rehabilitierte sich die Defensive, die tschechische Presse hat mittlerweile andere Problemzonen ausgemacht. Es fehlt ein echter Torjäger. Milan Baroš, EM-Torschützenkönig von 2004, ist nicht erst seit gestern ein Auslaufmodell und sieht sich mit harscher Kritik konfrontiert.
Das zweite Sorgenkind heißt Tomáš Rosický. Beim 2:1-Sieg über die Griechen musste der Spielmacher wegen Achillessehnenbeschwerden vorzeitig vom Feld. Ohne Rosický kämpfte man „nur noch ums Überleben“, sagt Bilek besorgt. Die Schmerzen bei Rosický ließen zuletzt nach, ein Einsatz gilt als wahrscheinlich.
Tschechien: 1 Cech; 2 Gebre Selassie, 6 Sivok, 3 M. Kadlec, 8 Limbersky; 17 Hübschmann, 13 Plašil; 19 Jiráček, 10 Rosický, 14 Pilar; 15 Baroš.
Polen: 22 Tyton; 20 Piszczek, 13 Wasilewski, 15 Perquis, 2 Boenisch; 5 Dudka, 7 Polanski; 16 Blaszczykowski, 11 Murawski, 10 Obraniak; 9 Lewandowski.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2012)
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