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Polens EM-Traum geplatzt, Sensationssieg der Griechen

16.06.2012 | 23:41 |  Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Für den EM-Gastgeber ist das Turnier aus sportlicher Sicht beendet, Tschechien gewann 1:0. Griechenland gelingt mit dem 1:0-Sieg gegen Russland die Überraschung.

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Die erste Entscheidung in der EM-Gruppenphase brachte zwei Überraschungen. Nicht die favorisierten Russen zogen ins Viertelfinale ein, sondern Außenseiter Griechenland. Der Europameister von 2004 gewann mit 1:0 und profitierte gleichzeitig von der Schwäche, die Gastgeber Polen gegen Tschechien an den Tag legte. Nichts stimmte im Angriffspiel der Polen, die ebenfalls nervös agierenden Tschechen nützten ihre einzige Konterchance und siegten ebenfalls mit 1:0.

Tschechien trifft im Viertelfinale somit auf den Zweiten der Gruppe B, Griechenland muss gegen den Gruppensieger (Deutschland?) bestehen.

Hellas! In Warschau drängte alles in die riesige Fanzone, die wegen Überfüllung bereits am späten Nachmittag geschlossen werden musste. 100.000 Fans wollten mit ihrer Mannschaft mitfiebern. Im Nationalstadion hingegen blieben 3000 Sitze leer, die Schwarzmarkthändler waren auf ihren Tickets sitzen geblieben. „Polska“-Rufe waren immer wieder zu hören. Vereinzelt auch „Hellas“, laut und stark aber waren die „Russija“-Chöre. Die Ausgangslage war klar, wenn die Griechen noch eine Chance auf den Aufstieg haben wollten, mussten sie die Russen schlagen. Aber davon war zunächst nur in den ersten zehn Minuten etwas zu sehen. Katsouranis prüfte einmal den russischen Tormann Malafeev, das war es aber auch schon. Fortan übernahm die Mannschaft von Dick Advokaat das Kommando. Die Russen führten die üblich feine Klinge, beeindruckten mit ihrer Ballführung – enttäuschten aber vor dem Tor.

Am Strafraum der Griechen war Endstation mit der Geschmeidigkeit. Arschavin probierte es, Kerzhakov, zweimal Verteidiger Zhirkov, aber ohne zählbaren Erfolg. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte folgte dann doch noch ein Lebenszeichen von den Griechen. Ein leichtfertiger Ballverlust führte zu einem Konter, der die Russen empfindlich traf. Routinier Giorgos Karagounis nützte die Lücke, schloss zum 1:0 ab. Die Partie war auf einmal auf den Kopf gestellt.
Der Kapitän der Griechen stand auch nach Seitenwechsel im Mittelpunkt. Er fiel im Strafraum, der Referee aber wollte ein Schwalbe gesehen haben. Glück hatten die Russen dann erneut, als ein Freistoß von Tzavellas ans Lattenkreuz (69.) donnerte.

Tschechien! In Breslau war währenddessen die erste Hälfte von starkem Regen geprägt. Wie schon am Tag zuvor in der Ukraine sorgte nun ein Gewitter für Unwohlsein, das sich auch schnell auf die Fußballer ausbreiten sollte. Denn weder die Tschechen noch Gastgeber Polen erarbeiteten sich zwingende Torchancen. Lewandowski schoss den Ball einmal sogar auf die Tribüne, der EM-Traum beider Teams schien im Regen unterzugehen.

Dass Polen hoffen durfte, verdankte man Torhüter Tyton. Sivok prüfte seine Reflexe mit einem Kopfball (63.), er parierte aber sensationell. Seine Teamkollegen aber zitterten – das sollte sich rächen. Die Tschechen warteten solange ab, bis sich eine Konterchance bot. Petr Jiracek nützte sie. Er lief, schlug einen Haken und traf – 1:0.

Für Polen platzte damit der EM-Traum nach der Vorrunde, auch die Russen sind ausgeschieden. Dafür feiert Griechenland eine Renaissance. Wie schon bei der EM 2004 lässt es Europa aufhorchen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.06.2012)

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9 Kommentare
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Widersteht

Endlich geschafft!!!!

Griechenland steht im Viertelfinale Deutschland zu schlagen!

Die griechischen Götter spielen, wie gewohnt, auf Olymp!

Gast: KawutziKabutzi
17.06.2012 15:11
6 0

Der Zeitungsversuch "Österreich" macht seinem Ruf einmal wieder alle Ehre



Hansi Krankl erklärt uns heute Sonntag, in "Österreich", wie die Viertelfinalspiele ausgehen. Polen verliert gegen die Niederlande und Russland verliert gegen Deutschland. Laut Hansi K.

Schade nur, dass Polen und Russland gar kein Viertelfinale spielen. Weil sie schon in der Gruppenphase ausgeschieden sind.

Aber von Tatsachen lässt sich Österreich bei seiner Berichterstattung ungern Beeinflussen.

"Völlig unabhängig. Von den Fakten". Könnte so nicht ein netter Werbespruch dieses Blattes lauten?

na und?

Fussball ist sch*****

Gast: Gast: Leser
17.06.2012 11:07
5 3

UEFA-Unsinn

Überall auf der Welt, in allen Meisterschaften gilt bei Punktegleichheit die bessere Tordifferenz. Bei der EM nicht - da zählt das Ergebnis des Spieles gegeneinander. So ist also Russland, trotz weitaus besserrer Tordifferenz als Griechenland, ausgeschieden. Damit belohnt die UEFA Mannschaften, die ein Tor schießen und dann nur mehr mauern, und bestraft jene Mannschaften, die ein spektakuläres Angriffsspiel entfalten und viele Tore schießen. Warum sollte also eine Mannschaft viele Tore schießen, wenn sie ohnedies nicht zählen? Daher ist diese Regelung völlig unsinnig und vor allem zuschauerfeindlich.

Antworten Gast: louser
17.06.2012 11:31
5 3

Re: UEFA-Unsinn

Pikanterweise ist Russland auch die einzige Mannschaft in der Gruppe mit positiver Tordifferenz.

Antworten Antworten Gast: tutmirleid
18.06.2012 01:26
0 0

Re: Re: UEFA-Unsinn

Tut mir Leid, ihr Beiden, aber wenn Russland gegen Griechenland VERLIERT, verdient sie es nicht, aufzusteigen!

Gast: hundinderlampe
17.06.2012 10:32
0 2

Wer kennt sich aus?

Warum mussten die beiden Spiele eigentlich gleichzeitig ausgetragen werden? Sinn?

2 0

Weil andernfalls


beim zweiten der beiden Spiele das Ergebniss des ersten Spieles ein viel zu große Rolle spielen würde.

Antworten Gast: Badumtss
17.06.2012 12:11
5 0

Re: Wer kennt sich aus?

daran sind wir selber schuld
google: schande von gijon