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Uefa-Schiedsrichterchef Collina: "Der Ball war drin"

20.06.2012 | 15:06 |   (DiePresse.com)

Entgegen der Praxis der Uefa fand Pierluigi Collina deutliche Worte zum nicht gegebenen Tor der Ukraine. "Wir sprechen über ein paar wenige Zentimeter", relativierte er jedoch die Fehlentscheidung.

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Im offiziellen Matchbericht der Uefa zum 1:0-Sieg von England gegen die Ukraine wird die Diskussion um den Treffer von Marko Devic mit keinem Wort erwähnt. Es gehört zur gängigen Praxis des europäischen Verbands strittige Szenen tot zu schweigen. Doch nun kommentierte Schiedsrichterchef Pierluigi Collina die Szene.

"Sie haben recht, der Ball war hinter der Linie", deklarierte der Italiener das nicht gegebene Tor als Fehlentscheidung. "Es war ein menschlicher Fehler, verursacht durch einen Menschen", betonte Collina am Mittwoch in Warschau: "Aber wir sprechen über ein paar wenige Zentimeter."

Zur Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Torrichter, verteidigte er die vierten und fünften Assistenten der Schiedsrichter. "Es gab drei Torsituationen während der EM, bei denen der Torrichter einen wesentlichen Beitrag zur eigentlichen Entscheidung des Haupt-Referees gab. Zwei waren sehr korrekt, leider war die dritte Entscheidung falsch", sagte der 52-Jährige.

Beckenbauer für Torrichter und Kamera

In der Diskussion um technische Hilfsmittel sprach sich Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer für eine doppelte Absicherung bei der künftigen Bewertung spielentscheidender Szenen aus. "Das war der letzte Beweis, dass man auf die Technik setzen soll. Ich bin auch dafür. Ich bin allerdings auch ein Fan der Torrichter. Aber man sieht ja - alleine auf sie kann man sich auch nicht verlassen. Wenn es nach mir geht: Torkamera und Torrichter", sagte Beckenbauer.

Beckenbauer, der Mitglied in der FIFA-Task-Force für Regeländerungen ist, äußerte sein Unverständnis über die folgenschwere Fehlentscheidung des ungarischen Torrichters. "Eigentlich hätte derjenige, der eine gute Position hatte, sehen müssen, dass der Ball hinter der Linie war", meinte der 66-Jährige, der allerdings ebenso wie Collina nicht darauf einging, dass dieser Torszene eine nicht geahndete Abseitsstellung der Ukrainer vorausgegangen war.

(ag)

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20 Kommentare

viele lösungen möglich…

generell muss ich sagen, dass die menschlichen fehler gerade in turnieren mit ko-phase schlimm sein können. in einer langen saison hingegen, verteilt sich das pech viel besser und es wird nicht nach jedem spiel, sondern nach der saison abgerechnet.

daher finde ich, dass gerade bei turnieren mit ko-phase die menschlichen fehler minimiert werden müssen.
dafür gibt es mehrere möglichkeiten. die einfachste wäre auf den ersten blick jene der nfl. jeder trainer hat 2 timeouts, um entscheidungen überprüfen zu lassen. das problem ist allerdings, dass beim fussball nicht nach jedem spielzug unterbrochen wird. ein nicht gegebenes abseits und dann ein nicht gegebenes tor (wie bei der ukraine) und schon wirds kompliziert. das abseits wird nicht reklamiert, das nicht gegebene tor schon und schon wird tor gegeben, obwohl am anfang des spielzuges ein nicht gegebenes abseits stand.
eine weitere lösung ist ein chip im ball. klingt super und könnte mit chips in den schuhen der spieler kombiniert werden, um auch abseits, tor- und seitenout zu erkennen.

Gast: collinna
20.06.2012 21:18
0 0

pierluigi

man soll ihn besser glauben, sonst schaut er dich in berühmter manier an!

Gast: euros
20.06.2012 19:01
1 1

Die Frage ist nicht, wieviele Zentimeter (was im Übrigen nicht so wenige waren), sondern dass der Ball über der Linie war und die Ukrainern nicht weiterkommen, daher eine Klage das Beste wäre, um

zum Recht und Geld zu kommen, sowie diesen selbstherrlichen Sportverbänden/-managern endlich zu zeigen, wo es in einem Rechtsstaat lang geht. Schadenersatz für entgangene Gewinne.

"Wir sprechen über ein paar wenige Zentimeter"

Daran sind schon Ehen gescheitert!

Das war nicht das eigentliche Problem.

Es war ja vorher schon Abseits.
Die eigentliche Entscheidung war ein Handspiel eines Engläönders im Strafraum. Der Elfer wäre regelkonform zustande gekommen.
Vom Spielerischen hätte sich die Ukraine sowieso verdient weiterzukommen.

Muß noch ergänzen

Kaum zu glauben, daß wir die Ukraine in Innsbruck 3:2 geschlagen haben. Die müssen vorher literweise k.o. Tropfen gesoffen haben.

eine simple kamera löst das Problem

Tennis lebt gut damit

KOTZ!!!!!

Politiker, Schiedsrichter, Chefs, ...., Forumsteilnehmer*I*nnen und -außen, ....:

Nur ja keinen Fehler zugeben, zumindest keine eigenen. Bei anderen ist das natürlich etwas gaaanz anderes!

Und (auch) genau deshalb ist die Welt so, wie sie ist.


Gast: mugutsch
20.06.2012 16:55
3 0

that's soccer...

...and that's why I watch icehockey... Man kann zwar auch da nicht 100% an strittigen Entscheidungen abdecken...90% werden es aber schon sein. Nachdem sich aber FIFA und UEFA derartig gegen die Einführung von Torkameras wehren steht die Vermutung nahe dass beide Organisationen mit der Wettindusrie schmaucheln. Schade jedenfalls.

Antworten Gast: niix
20.06.2012 21:19
0 0

nix 'that's soccer...'

das habe ich zum ersten mal erlebt.

War eh Abseits


Re: War eh Abseits

Zweimal Unrecht macht nicht Recht

Re: Re: War eh Abseits

minus mal minus ergibt plus – einfache schulmathematik hilft nicht immer weiter…

wie beim football sollte es sein...

jeder trainer hat 2 timeouts, die er nehmen kann, um eine entscheidung per video überprüfen zu lassen.

Gast: sepplbauer
20.06.2012 16:06
1 3

müßig...

...darüber zu diskutieren. Nicht, weil die Entscheidung gefallen ist, sondern weil der Schiedsrichter schon vorher hätte Abseits pfeifen müssen. Der ORF hat das danach sehr schön aufgelöst. Insofern: Es war gerecht, dass kein Tor gegeben wurde, weil es nicht den Regeln entsprochen hätte. Und das obwohl der Ball hinter der Linie war. Alles klar? ;)

Re: müßig...

das Abseits wurde von den Schiedsrichtern auch nicht gesehen, deswegen müsste das Tor zählen.

Antworten Antworten Gast: schreker
20.06.2012 18:32
0 1

Re: Re: müßig...

Dann aber wären Sie wiederum der erste, der sich aufregt, daß das Tor nicht zählen dürfte. Also, was wollen Sie?

Gast: schafskälte
20.06.2012 15:49
2 2

gerechte Strafe

Weshalb hat man den Schiedsrichter nicht gleich vor ein Schnellgericht gebracht? Auch Dummheit gehört bestraft. Oder war er "gekauft"?

Antworten Gast: schafskälte
20.06.2012 22:08
0 0

Re: gerechte Strafe

;-)

;)

Ärgerlich. Nachdem Position könnten sie abbrechen und die heikelige Action im Monitor checken. Sehr Schade in der Gegenwärtigen-Technik, dass uns solche Primitive felhler passieren.