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Joachim Löw: „Die Griechen sind Überlebenskünstler“

21.06.2012 | 16:31 |   (Die Presse)

Das Selbstvertrauen der Deutschen groß. Teamchef Joachim Löw beteuert, nicht an ein Elfmeterschießen zu denken und hat gegen Griechenland einen Plan in der Hinterhand. „Nicht im Hurra-Stil nach vorne laufen.“

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Danzig. Nach dem Durchmarsch mit drei Siegen in der Gruppenphase ist das Selbstvertrauen der Deutschen groß. „Uns in die Knie zwingen, das werden die Griechen definitiv nicht schaffen“, erklärte Sami Khedira. Der Profi von Real Madrid schickte aber mit Blick auf den von Fans und Spielern zugleich erwarteten Halbfinaleinzug auch eine Warnung aus: „Wir dürfen nicht schon einen Schritt weiterdenken. Das ist die Gefahr.“

Dass Überheblichkeit bestraft wird, hat Griechenland bereits beim 1:0 gegen Russland bewiesen. Auch gegen Deutschland wird die Mannschaft des portugiesischen Trainers Fernando Santos ihrem Charakter treu bleiben. Das Adjektiv unbequem darf dabei mit Sicherheit verwendet werden. Defensive ist Trumpf bei den Griechen, vorne soll wenn nötig auch ein wenig Glück helfen. Dass der Zweite der Gruppe A bisher nicht allzu viele Chancen ungenutzt ließ, ist auch den Deutschen klar. „Sie hatten drei oder vier Chancen im gesamten Turnier und haben davon drei verwertet. So gesehen sind sie Europameister der Effizienz“, erkannte Khedira.

Bei Deutschland sind Geduld plus der nötige Mut zum Risiko gefragt. Bisher lag Joachim Löw bei der deutschen Titelmission mit seinem Personal- und Taktik-Puzzle richtig. Die Mischung aus Offensivfußball und konsequenter Arbeit nach hinten stimme, Löw wird daher an der Mannschaft nichts verändern: „Damit man gewappnet ist und nicht im Hurra-Stil nach vorne läuft.“ Denn genau darauf wartet der Gegner, den Löw als „Herausforderung“ bezeichnete.

Die direkte Bilanz spricht jedenfalls klar für Deutschland. In bisher acht Partien gab es für die DFB-Auswahlen fünf Siege und drei Unentschieden. Zuletzt gewann Deutschland in der WM-Qualifikation 2001 in Athen 4:2. Aus diesem Grund hat Löw auch keinen Plan für ein mögliches Elfmeterschießen. „Das muss ich erst nach 120 Minuten entscheiden.“

Bastian Schweinsteiger, der im Champions-League-Endspiel der Bayern gegen Chelsea den letzten Münchner Elfmeter an die Stange geschossen hatte, könnte zu Löws Schützen gehören. „Er hat genug Selbstbewusstsein“, sagte Löw und lieferte damit doch einen Hinweis darauf, dass er sehr wohl ein Elferschießen miteingeplant hat. „Wer ist noch auf dem Platz? Wer ist am ehesten in der Lage? Wer hatte im Spiel gute Momente?“, beschrieb Löw seine Auswahlkriterien. Dennoch: „Wir müssen das Spiel vorher entscheiden. Denn die Griechen sind die Überlebenskünstler in Europa.“

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