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Irina Blochin: „Kylie Minogue des Ostens“

22.06.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Oleg Blochin betreut das ukrainische Team, Tochter Irina, 29, zieht es als TV-Moderatorin einer EM-Show ins Rampenlicht.

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Kiew. Nach nur drei Spielen musste sich Mitveranstalter Ukraine von der EM verabschieden. Die Tochter von Teamchef Oleg Blochin versucht aber mit einer TV-Show, weiterhin das Fußballfieber in der ehemaligen Sowjetrepublik zu verbreiten. Souverän leitet Irina Blochina, 29, allabendlich den EM-Talk „Weliky Futbol“, auf Deutsch: „Großer Fußball“, im ukrainischen Fernsehen. Die Tochter ist dabei fast erfolgreicher als ihr Vater, denn die Sendung vor und nach der Liveübertragung eines EM-Spiels liefert laufend Quotenhits.

Blochinas Show läuft beim TV-Sender Ukraina. Der Kanal gehört dem Oligarchen Rinat Achmetow, Besitzer des Vereins Schachtjor Donezk und Vertrauter des umstrittenen Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch. Doch Politik hat in ihrer Sendung keinen Platz, obwohl etwa der Fall der inhaftierten früheren Regierungschefin Julia Timoschenko dunkle Schatten auf die EM wirft. Auch Kritik an der Nationalmannschaft ist eher tabu – zumal ja der Herr Papa die Mannschaft betreut.

 

Der Rapper passt dem Vater nicht

Einladungen in die Sendung lehnte der populäre Coach bislang auch stets ab. Das Vater-Tochter-Verhältnis gilt nämlich nicht als völlig ungetrübt. Irina entstammt Blochins erster Ehe mit Irina Derjugina, einer Ex-Weltmeisterin der rhythmischen Sportgymnastik. Von der TV-Sendung ist Blochin wenig begeistert. „Für mich war es eine Überraschung, dass sie während der EM ein Fußballmagazin moderiert. Aber jeder hat eben seine Arbeit“, meinte die ukrainische Sportlegende lapidar. Auch die Heirat seiner Tochter mit Rapper Sergej Larkin alias Larson 2011 passte Blochin nicht.

Irina Blochina ist aber nicht nur Moderatorin – als „Ireesha“ träumt sie auch von einer Karriere als „Kylie Minogue des Ostens“. Auch die Schauspielkunst hat es ihr angetan, in Ermangelung lukrativer Angebote bleibt sie vorerst aber beim TV-Sender Ukraina.

 

Der Traum von Hollywood

Singen kann sie, denn bereits als Teenager sang sie im Vorprogramm von US-Popstar La Toya Jackson und der deutschen Band Snap! („The Power“) in Kiew. Ihr Album „H20“ kletterte immerhin auf Platz fünf der ukrainischen Charts. Ihr EM-Song „Es soll die ganze Welt vereinen“ dröhnt derzeit aus vielen Lautsprechern.

Der Videoclip zum Lied ist mit historischen Spielausschnitten auch eine Liebeserklärung an ihren berühmten Vater. „Er hat Geschichte geschrieben, mein Vater wird Geschichte schreiben“, schwärmt Irina in dem Song. „Mit meinem Vater ist alles möglich.“ Bei der Euro 2012 war jedoch schon nach der Gruppenphase Schluss für die Ukraine.

Europas zweitgrößter Flächenstaat ist Irina Blochina aber zu klein. Einmal hat sie es schon in Amerika versucht und eine Nebenrolle in der Hollywood-Komödie „Klick“ mit Adam Sandler sowie einen Kurzauftritt in der Fernsehserie „Two and a Half Men“ (Season 4/Episode 5: „Ein guter Schläfer“) bekommen. „Ich liebe die englische Sprache“, lautet ein Standardsatz der Blondine. „Ich war zehn Jahre in den USA, das bleibt nicht folgenlos.“ Sagt sie.

Oleg Blochin, 59, wird das ukrainische Team bis 2014 weiterbetreuen. Der ehrgeizigen Tochter gab er aber auch einen Rat mit auf den Weg. „Falls sie den berühmten Namen Blochin nur ausnutzt, wird das nichts“, betonte Europas Fußballer des Jahres 1975, der seine Karriere Ende der 1980er-Jahre bei Vorwärts Steyr hatte ausklingen lassen. „Aber sie ist ja ein kluges Mädchen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2012)

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