Andreas Weimann: "Kann nicht fordern, zu spielen"

18.03.2013 | 16:50 |   (DiePresse.com)

Im Gegensatz zu vielen seiner Teamkollegen reist der Aston-Villa-Spieler zum WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer mit Spielpraxis und Selbstvertrauen an. Zuletzt schoss er sein sechstes Ligator.

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Im Gegensatz zu vielen seiner Legionärskollegen ist Andreas Weimann mit genügend Spielpraxis und Selbstvertrauen zur österreichischen Nationalmannschaft gereist. Der Offensivakteur von Aston Villa brachte es zuletzt beim 3:2-Heimsieg über die Queens Park Rangers auf ein Tor und einen Assist und erhielt dafür großes Lob von englischen Medien. "Im Moment geht es mir sehr gut", erklärte der Wiener.

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Von so einer Situation können einige seiner ÖFB-Mitspieler derzeit nur träumen. "Aber ich glaube nicht, dass ich die anderen deswegen mitreißen muss. Die sind alle gute Fußballer und haben genug Selbstvertrauen", betonte Weimann.

Trotz seiner guten Form vermied es der 21-Jährige, sich öffentlich einen Stammplatz für die kommenden WM-Qualifikationsspiele in Wien gegen die Färöer und in Dublin gegen Irland zu wünschen. "Ich bin überhaupt erst zum vierten Mal beim Nationalteam dabei. Da kann ich nicht fordern, zu spielen."

Positionskonkurrent Harnik angeschlagen

Gegen die Färöer könnte Weimann wie schon beim 1:2 in Wales auf dem rechten Flügel zum Einsatz kommen, weil Martin Harnik nach seiner Erkrankung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. "Am liebsten spiele ich zwar durch die Mitte, aber auf der Seite fühle ich mich auch wohl", sagte der dreifache Internationale, der in Dublin wieder ins zweite Glied rücken dürfte.

Zumindest bei Aston Villa hat Weimann sein Stammleiberl fix. "Ich habe in der Mannschaft ein gutes Standing, doch das hat jeder, weil wir eine junge Truppe ohne großen Star sind." Nach seinen guten Leistungen würde der Verein aus Birmingham den bis 2014 laufenden Vertrag des ÖFB-Legionärs gerne vorzeitig verlängern, Weimann will sich aber nicht unter Druck setzen lassen. "Ich bin bei Aston Villa sehr glücklich. Mein erstes Ziel ist es, in der Premier League zu bleiben, die Vertragsverhandlungen sind im Moment zweitrangig."

So wie Weimann zählt auch Ramazan Özcan zum Stammpersonal seines Klubs. Zuletzt setzte es für den Goalie jedoch beim 0:3 mit dem deutschen Zweitligisten Ingolstadt in Kaiserslautern eine Schlappe. "Aber dieses Ergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf", meinte der Vorarlberger.

Auch Torhüter Özcan darf auf Einsatz hoffen

Die Niederlage gegen die Pfälzer ist für Özcan ohnehin schon abgehakt - in den kommenden Tagen will sich der 28-Jährige für seinen zweiten Länderspiel-Einsatz nach dem 2:2 im Freundschaftsspiel in Nizza im August 2008 gegen den damaligen Weltmeister Italien empfehlen. Der Teilnehmer an der EURO 2008 wäre aber auch nicht enttäuscht, sollte er gegen die Färöer und Irland nur auf der Bank Platz nehmen. "Mein primäres Ziel ist es, einen guten Eindruck zu hinterlassen, damit ich öfter in der Nationalmannschaft dabei bin."

Teamchef Marcel Koller schloss nicht aus, dass der für den verletzten Einser-Goalie Robert Almer nachnominierte Özcan in den kommenden beiden Partien beginnen wird. "Bei den Tormännern haben wir uns noch nicht festgelegt. Wir schauen uns die Trainings an und entscheiden dann, was das Beste für uns ist", sagte der Schweizer.

(APA)

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1 Kommentare

Weimanns Durchbruch-Saison!

Ich freue mich über jeden österreichischen Spieler, der den Sprung vom bloßen Talent zum "fertigen Kicker" schafft. Was auch vom jeweiligen Charakter abhängt. Der Wille, sich unbedingt durchzusetzen, der sollte schon in hohem Maß vorhanden sein! Alaba und Weinmann sind solche höchst erfreuliche Typen. Auch Hosiner zählt dazu. Bei Arnautovic wird man hingegen noch lange darauf warten müssen, bis der Wahl-Bremer endlich "explodiert". Bei dem ist Koller wohl schon froh, wenn er im Match wenigstens ein- oder zwei gelungene Aktionen zeigen kann. So richtig "abendfüllend" ist natürlich nicht.

Und dennoch hat der Marko beim Teamchef immer noch bessere Karten als Hosiner, Weinmann und Dragovic! In der Basel-Innenverteidigung spielt der Ex-Austrianer jedenfalls eine tolle Saison. Und dennoch wird ihm, aus welchen Gründen auch immer, der Bremer Prödl vorgezogen. Und dass Pogatetz seit seinem Wechsel nach Wolfsburg nur noch ein Schatten von einst ist, das ist dem Schweizer ebenfalls herzlich egal. Obwohl der Pogerl auch bei West Ham United meist nur in den Schlußminuten als "Resultathalter" eingetauscht wird. Da wäre der Austrianer Ortlechner sicher die bessere Alternative; zumal der Salzburger Schiemer wegen Verletzung fehlt.

Die alte Fußballweisheit, wonach man ein Team während einer Siegesserie nicht auseinander reißen sollte, kehrt Koller Offenbar ins Gegenteil: Wenn es nach ihm geht, bleiben Verlierer so lange zusammen, bis sie irgendwann draufkommen, wie man gewinnen kann...

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