Österreich-Färöer: "Es gibt keine Ausreden"

22.03.2013 | 15:11 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Fußball-WM-Qualifikation. Österreichs Teamchef Marcel Koller weiß, wie man einen destruktiven Gegner wie Färöer schlagen kann.

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Wien. Marcel Koller ist ein genauer Beobachter. Beim Training, bei den Pressekonferenzen, bei den Spielen, bei Spionagereisen, aber auch bei Gesprächen. Mittlerweile kennt er seine Teamkandidaten ganz gut, er vertraut ihnen, er glaubt an sie, er baut auf sie. Der Teamchef ist von seiner Mannschaft abhängig, er wird an den Erfolgen seiner Auswahl gemessen. Und die sind bislang eher überschaubar. Vor allem zuletzt gab es Enttäuschungen, die beiden Niederlagen gegen Elfenbeinküste und Wales haben die Euphorie etwas zum Erliegen gebracht. Zwei Testspiele, die man vielleicht nicht überbewerten sollte. Aber doch auch einiges über die Stärke des Teams gesagt haben.

Teamchef Koller weiß, dass gegen Färöer heute im Happel-Stadion (20.30 Uhr, ORF eins) ein Sieg her muss. Als ein Journalist die Frage nach einem „Schützenfest gegen die Schafzüchter“ stellte, da wurde der Schweizer richtig laut. Er interpretiere den Vorfall als Respektlosigkeit, innerhalb der Mannschaft sei so etwas ohnedies tabu. „Wenn ich so etwas höre oder feststelle, muss ich dazwischengehen. Wir wissen, dass Österreich in diesem Bereich ja eine Vergangenheit hat. Wenn ich jetzt gelesen habe, was 1990 war – das brauche ich nicht noch einmal! Wenn du mit so einer Einstellung auf den Platz gehst, ist das die falsche! Der Fußball hat sich weiterentwickelt. Vom Läuferischen und vom Taktischen her haben sich auch die Färöer weiterentwickelt“, stellte Koller klar.

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„Die Qualität abrufen“

Österreichs Teamchef weiß genau, wovon er spricht. Und er weiß, was er will. „Wir müssen die Qualität abrufen. Nicht nur davon sprechen, sondern sie auf den Platz bringen. Es ist seit über 100 Jahren so: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Wenn man nach dem Spiel vor der versammelten Presse steht und sagt, dieses und jenes habe gefehlt, dann sind wir zu spät dran. Beim Anpfiff muss ich das abrufen. Das sind Profis, die wissen, dass ich das nicht nach 20 Minuten oder einer halben Stunde abrufen muss, sondern von der ersten Sekunde an – bis zum Abpfiff!“, appellierte Marcel Koller. „Das muss jedem bewusst sein. Sonst muss man nachher Ausreden bringen – das können wir nicht gebrauchen!“

Die Stimmung innerhalb der Mannschaft bezeichnet Koller wie immer als gut. „Das heißt aber nicht, dass wir uns denken: Die putzen wir weg.“ Der Teamchef ist sich dessen bewusst, dass seine Mannschaft vor einer eher unangenehmen Aufgabe steht. „Es wird schwierig, weil der Gegner kompakt steht und physisch keine Probleme haben wird, 90 Minuten lang dagegenzuhalten.“

Der Abwehrriegel der Färinger aber soll mit Flanken und schnellen Kombinationen aufgerissen werden. „Dazu brauchen wir 100 Prozent Bereitschaft und Leidenschaft. Präzision ist wichtig. Wenn der Gegner tief steht, braucht man schnelle Ballzirkulation, muss mit zwei, drei Ballkontakten Lösungen finden, schauen, dass man viel in Bewegung ist. Wir haben dem Team einige Varianten mitgegeben, was man gegen einen kompakt stehenden Gegner machen kann.“ In Kasachstan hat das nicht geklappt. Aber das Team ist ja angeblich lernfähig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2013)

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5 Kommentare

Ja, leider

man ist einfach traurig wenn sich Ö mehr auf sch.. Ski Ffahrn konzentriert als dass ...

So weit isses schon gekommen...

... wir müssen ernsthaft darüber diskutieren, ob wir die Faröer Inseln schlagen können :-/

0 3

Die Bloszfueszler vom Oefb..

....werden sich eine verdiente "Schrauf'n" holen...Flaschen!

wart's ab


Wir sind

mit Herrn Koller zufrieden.
Immerhin weiß er, wie die Numero 78 in der FIFA-Weltrangliste die Numero 151 schlagen kann.

P.S: Man beachte das Wörtchen "kann".

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