CL: Messi war auf dem Platz, aber nie im Spiel

24.04.2013 | 17:26 |  von Senta Wintner (Die Presse)

Beim 0:4 im Champions-League-Halbfinale gegen Bayern München gab Barcelona-Star Lionel Messi ein glanzloses Comeback. Auch Schiedsrichter Viktor Kassai erwischte nicht seinen besten Tag.

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Barcelona/Wien. Ohnehin bereits nicht der Größte, schien Lionel Messi bei der Ankunft in Barcelona noch ein Stück kleiner. Schweigend und mit hängendem Kopf verließ der Superstar das Flugzeug, im Gepäck eine bittere 0:4-Niederlage im Champions-League-Halbfinale gegen Bayern München – Barcelonas höchster Niederlage seit 1997.

Tagelang hatte Messis Adduktorenverletzung die Medien in Atem gehalten, ruhten alle katalanischen Hoffnungen auf seiner rechtzeitigen Genesung. Ein genialer Spieler wie Messi ist immer Barcelonas großer Trumpf. In 79 Spielen hat der Argentinier nicht weniger als 85 Torbeteiligungen beigesteuert, in den letzten vier Jahren krönte er sich jeweils zum Topscorer. Beinahe spürbar war daher die Erleichterung, als die Nummer zehn pünktlich zum Anpfiff auf dem Rasen erschien.

Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Messi stand zwar auf dem Feld, ins Spiel aber fand er nie. Während der deutsche Meister auf Standards setzte und bei Balleroberung sofort in den schnellen Angriff überging, schien Barcelona auf Messis genialen Moment zu hoffen. Die Katalanen verzeichneten 68 Prozent Ballbesitz, wussten aber damit nichts anzufangen. Ein harmloser Schuss auf das Tor und eine gute Chance nach einem Freistoß blieben die gesamte Ausbeute – sinnbildlich, dass in beiden Fällen mit Marc Bartra ausgerechnet ein Innenverteidiger zum Abschluss kam.

Messi selbst kam gar nicht in diese Verlegenheit, mit nur 76 Ballkontakten im ganzen Spiel verzeichnete er den schlechtesten Wert in der gesamten Saison. 57 Pässe und nur zwei erfolgreiche Dribblings rundeten das Bild eines gänzlich misslungenen Abends ab.

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Messi: „Habe mich gut gefühlt“

Anschließende Fragen, ob das Comeback zu früh gekommen sei, dementierte Messi. „Ich habe mich gut gefühlt“, erklärte er. Ko-Trainer Jordi Roura lobte trotz allem Messis Engagement. „Leo hat einen enormen Aufwand betrieben, um überhaupt hier zu sein. Darauf müssen wir stolz sein“, sagte der 46-Jährige. Im Gegensatz zum Kurzeinsatz gegen Paris St. Germain, bei dem Messi für den Umschwung sorgte, reichte es diesmal aber nicht. Denn nicht nur der viermalige Weltfußballer, sondern auch seine Teamkollegen zeigten eine mehr als überschaubare Leistung. Vor allem die Abwehr wackelte nach den Ausfällen von Carles Puyol und Javier Mascherano gewaltig, jeder hohe Ball in den Strafraum wurde zur Gefahr.

Auch Schiedsrichter Viktor Kassai erwischte nicht seinen besten Tag. Der Ungar und sein Team empfahlen sich mit der Anerkennung von zwei klar irregulären und einem strittigen Tor sowie ein bis zwei nicht gegebenen Elfmetern für Bayern keinesfalls für weitere Aufgaben. „Wir brauchen nicht über den Schiedsrichter zu reden. Die Bayern waren einfach stärker“, legte sich Verteidiger Gerard Pique dennoch fest. „Wenn der Gegner besser ist, kann man nur gratulieren. Diese Bayern sind die stärkste Mannschaft, gegen die ich seit langer Zeit gespielt habe“, gestand Dani Alves. Eine Wende im Rückspiel am 1. Mai scheint ausgeschlossen. Noch nie seit Einführung der Auswärtstorregel konnte eine Mannschaft im Europacup einen 0:4-Rückstand noch drehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.04.2013)

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94 Kommentare
 
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4:0 und 4 Gründe

1. Messi war nicht fit
2. Barcelona hatte keine Stammspieler in der Verteidigung.
3. Bayern war sehr gut auf die Mannschaft eingestellt und hat großartig gespielt.
4. die Schiedsrichter hatten alle Tomaten auf den Augen

Re: 4:0 und 4 Gründe

Sie sollten sollten Schiedsrichter werden!

noch schlimmer war der Typ der das Match kommentiert hat


Re: noch schlimmer war der Typ der das Match kommentiert hat

Deshalb habe ich im SF2 geschaut.
Kleiner Tipp, falls sie den Sender haben.
Ist viel besser!!!!

Und im ORF

Und im ORF-Sport finden sie schon wieder 25 Gründe, warum der Bayern Sieg unverdient zusammengekommen wäre, etc, etc.

Diese ORF-Sportreporter sind und bleiben Negativisten!

Re: Und im ORF

puls4 war nicht anders.

9 0

barcelona

Jeder Stern sinkt einmal

kein Bayern Fan

Ich war noch nie ein Bayern Fan, aber diese Leistung war einfach unglaublich.

Hätten die Spanier nicht unsere Milliarden - Eu -Subventionen.

So würden Barcelona und Real mit dem FC -Hau-daneben kicken.

Bayern München

Es war ein Volksfest!!!!
Wären die 2 Tore nicht gegeben worden, wären andere gefallen.
Die Bayern sind im Moment einfach eine Klasse für sich. Schade, dass die vielen Neider das nicht einfach anerkennen können.

Re: Bayern München

Das eine ist die Leistung der Bayern.
Das andere ist die Leistung der Schiedsrichter.
Und das hat mit Neid nichts zu tun.

Für was wird eigentlich gespielt?

Nach der Leistung des Schiedsrichters gestern, könnte man genau so gut eine Münze werfen, dann sparen such 22 Mann die lauferei

5 1

Re: Für was wird eigentlich gespielt?

Troll!

Als Österreicher

der sich das Zusehen im TV bei heimischen Spielen abgewöhnt hat, waren die letzten Spiele der Bayern ein Erlebnis. Man kann den Bayern wieder zuschauen, weil ein "Kaiser Franz" eh nicht mehr ins Bild kommt. Und ein Alaba läßt Usereinem wehmütig an Zeiten erinnern wo Österreicher in Europas Topteams aufgeigten:
Krankl, Polster, Herzog, Prohaska und Co. und vor langer, langer Zeit ein Happel, Ocwirk, Hanappi ...

4 12

Sie....

...waren ja wirklich gut. So hoch hätt's aber nicht ausfallen können, wenn das Schiri-team war partiell erblindet gewesen wäre!

Re: Sie....

noch höher, hätten sie die Elfmeter gegeben....

21 0

Genial

Danke Bayern! Es war mir eine Freude euch zu zusehen!

Bayern souverän!

Es wird hier viel pro und contra Bayern geschrieben.
Man muss aber neidlos anerkennen, dass sie zur Zeit einen sensationellen Fussball spielen, der ihnen vermutlich auch alle 3 Titel einbringen wird.

Danke

Danke bayern du hast super gespielt und mir einen gelungenen abend beschert

22 2

NEIDHAMMEL???

Spricht der Neid aus vielen Postings? keine heimische Erstliga Mannschaft und auch nicht die österreichische Nationalmannschaft hätte gestern den Hauch einer Chance gegen Barcelonas Mannschaft gehabt! Selbst wenn diese mit einem Arm auf den Rücken gebunden und barfuß angetreten wären. Die Bayern haben die abgefertigt. Basta. Ich bin kein Fan dieser Mannschaft, aber Leistung muss man anerkennen. Als Sportsmann weiss ich auch, dass die Schiedsrichter mal so und mal so pfeifen. Egal, am Ende einer Saison war man mal im Vorteil und auch mal im Nachteil. Das bitte ich nicht zu vergessen. Hier ist viel Raunzerei nur der Ausruck von Neid!

Re: mal so und mal so pfeifen?

Wenn's um alles oder nichts geht, so ist das mit der eventuellen Kompensation in anderen (08/15) Spielen halt so eine Sache. Und das gerade zu den Finalen hin der BVB (dessen stiller Fan ich bin) und Bayern etwas mit Hilfe nicht geandeter Mißachtung der Regeln weiterkommen, hinterlässt doch einen faden Nachgeschmack.

Auch für die Schiedsrichter selbst kann es keine reine Freude sein, ihre (sicher unbewußten) Mißgeschicke danach im Fernsehen vorgeführt zu bekommen und, zumindest kurzzeitig, zum Deppen der Nation (je nach Sichtweise) zu mutieren.

Wie man Kontrollen im heutigen Millionen- und Milliarden-Profisport macht, zeigt Eishockey. Und wohl keiner wird ernsthaft behaupten, dass es dort fade abgeht.

Re: NEIDHAMMEL???

Neid-"Hammel" ist gut :-))
Trifft voll zu auf diese Kommentareschreiber.
Aber die sind eh gestraft genug, weil sie jetzt rot sehen wie diese spanischen Rindviecher in den Stierkampfarenen und sich dabei grün und (sogar) blau (!) ärgern :-)))
Dem Matadoren ist das egal...

12 0

Vorab,

die Bayern waren einfach besser, von Taktik bis zu persönlichem Einsatz. Allerdings sollte man bei solchen Spielen, wo es ja um etwas mehr geht als den Wanderpokal der Simmeringer Heide, wohl doch mal ernsthaft darüber nachdenken, den Schiedsrichtern, wie im Eishockey schon lange üblich, mehr Kontollmöglichkeiten zu geben.

Deren Fehlen ergibt zwar immer wieder netten Gesprächsstoff, paßt jedoch zum Spektakel ungefähr so, wie wenn ich einem mittelalterlichen Inquisitor, mit dessen damaliger Ausbildung und Mitteln versehen, die Überwachung des Tempolimits auf Autobahnen übertrage.

Das ist gut!

So ein Ergebnis könnte eventuell die Österreicher auch zum Fussball spielen lernen animieren!

14 0

4:0

Das zeigt die Schwächen der Katalanen deutlich auf.

Barcelona hat im Durchschnitt, kleinere, quirlige, technisch beschlagene Spieler.
Bayern hat sowohl solche Typen (Ribery, Shaquiri, Robben, ...), als auch große, physisch starke Spieler (Dante, VanBuyten, Gomez,...). Mit einer Mischung kann man mit unterschiedlichen Spielweisen zum Sieg gelangen. Es ist kein Zufall, dass 2 Tore durch Ecken entstanden sind, wo die Bayern jedes Mal Lufthoheit hatten.

Der Teamaufbau von Barcelona erlaubt das jedoch nicht. Barca kann die Brechstange nicht auspacken, weil sie nicht das Spielermaterial dafür hat.
Außerdem haben sich schon genug Top-Teams an Barcas Spielweise gewöhnt (siehe Chelsea letztes Jahr). Schnelle, technisch beschlagene Leute gibt es in jedem Team. Kurzpass-spiel können inzwischen auch alle Teams. Vlt. erleben wir gerade den Thronwechsel im internationalen Fußball

10 0

Erfolgshunger!

Der Erfolgshunger der Spanier ist gestillt! Die haben sowohl auf Clubebene als auch im Team, in den letzten Jahren alles gewonnen was es zu gewinnen gibt. Die Deutschen mussten sich überall "nur" mit guten Platzierungen zufrieden geben und sind momentan bissiger, erfolgshungriger! Das macht den Unterschied.

 
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