Deutsche Liga: Wilder Millionenpoker um Lewandowski

26.04.2013 | 18:27 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Der Dortmund-Torjäger, der einen Vertrag bis Sommer 2014 hat, steht auf vielen Wunschlisten. Bayern dementiert, dass der Pole bereits unterschrieben hat.

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Wien. Die Dortmunder kommen nicht zur Ruhe, das hat allerdings nichts damit zu tun, dass es zwischen den Highlights in der Champions League auch den Alltag Bundesliga zu meistern gilt. Der Semifinalist der Eliteliga, der Real Madrid mit 4:1 gedemütigt hat, kämpft verzweifelt um den Verbleib des derzeit gefragtesten Torjägers in halb oder gar ganz Europa. Es ist ein Kampf um Millionen. Borussia Dortmund soll dem polnischen Nationalstürmer mittlerweile mit 5,5 Millionen Euro mehr Gehalt anbieten, wenn er seinen Vertrag verlängert. Bisher, so glaubt die „Bild“ zu wissen, würde Lewandowski im Ruhrgebiet rund 1,5 Millionen Euro kassieren. Das ist im Vergleich zu Topverdienern in der deutschen Bundesliga nahezu ein Schnäppchen.

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Manchester United bietet mit

Der Berater des Superstars, der gegen Real Madrid alle vier Treffer erzielt hat, konnte oder wollte das Angebot seines Arbeitgebers nicht annehmen. Und das hat offenbar mindestens einen guten Grund. Bayern München soll dem Polen zwei Verträge vorgelegt haben. Einer wäre gültig ab Sommer 2013, der andere ab Sommer 2014. Dann wäre das Juwel allerdings ablösefrei zu haben. Die Bayern-Connection, die hat die „Bild“-Zeitung hergestellt.

Rund um die Bayern und Dortmund ranken sich seit Tagen die wildesten Gerüchte. Die Münchner, so hört man, sollen dem härtesten Ligarivalen bereits eine Ablöse in der Höhe von 25 Millionen Euro geboten haben. Borussen-Chef Hans-Joachim Watzke dementiert das. „Bis heute liegt uns kein Angebot vor“, sagt er. „Noch einmal: Lewandowski hat einen Vertrag bis 2014 – ohne Ausstiegsklausel!“

Die Münchner dementierten am Freitag alles. „Der FC Bayern nimmt Bezug auf verschiedene Meldungen zum Spieler Robert Lewandowski und stellt diesbezüglich klar: Der FC Bayern hat entgegen diesen Meldungen keinen Vertrag mit Robert Lewandowski.“ Ende der Durchsage.

Aus England sickerte hingegen durch, dass Manchester United ein weiteres Mal die Angel nach Lewandowski auswirft. Bereits im vergangenen Sommer und angeblich auch in der Winterpause soll der englische Rekordmeister ein schönes Angebot gelegt haben. Dem 24-Jährigen werden nach Informationen der „Sun“ rund 240.000 Euro geboten – und zwar pro Woche. Und so nebenbei ein Fünfjahresvertrag. Der Millionenpoker ist also längst im Gang. In „Old Trafford“ würde der Pole, der als Mann der Woche im Fußball gehandelt wird, auf einen alten Bekannten treffen. Shinji Kagawa wechselte im vergangenen Sommer für rund 15 Millionen Euro von der Borussia nach Manchester.

Die deutschen Medien sind derzeit besonders erfinderisch. Am Donnerstag hieß es, Mario Gomez sei in Dortmund gesichtet worden. Und zwar im Knappenschaftskrankenhaus, in dem Dortmunds Vereinsarzt Markus Braun arbeitet. Er sei zur sportärztlichen Untersuchung da gewesen. Im Ruhrgebiet kommentierte man das mit den Worten „Schwachsinn“ bzw. „Nonsens hoch zehn“. In Tagen wie diesen spielt der Fußball in Deutschland eben ein bisserl verrückt.

 

„Wo sollen die alle spielen?“

Bedenken, mit dem 19-jährigen Julian Draxler einen Publikumsliebling zu verlieren, haben auch die Schalker. Sportdirektor Horst Heldt stellt allerdings klar: „Es gibt keine Ausstiegsklausel, Julian wird am Ende der Saison nicht verkauft.“ Wir wollen ihn so lange wie möglich halten.“ Der Offensiv-Allrounder hat einen Vertrag bis 2016, unverkäuflich ist er aber nicht. „Wenn morgen einer kommt und 100 Millionen bietet, was sage ich dann?“ Zum Thema Bayern fällt ihm nur ein: „Wo sollen die denn alle spielen?“

Auf einen Blick

Transferkarussell: Der FC Bayern München sucht nach Mario Götze einen weiteren „Kracher“, wie man in München kundtut. Auf der Wunschliste könnte Robert Lewandowski stehen, der Rekordmeister dementiert allerdings, dass Verträge bereits unterschrieben seien.

In den Poker um den Torjäger steigt nun Manchester United ein, weitere Klubs werden folgen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.04.2013)

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