Arnautovic: Suspendierung nach Autobahnraserei

Marko Arnautović und Eljero Elia wurden am Freitag um drei Uhr früh auf der Autobahn A1 bei Bremen wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Polizei gestoppt. Die „Problemspieler“ wurden von Werder sofort suspendiert.

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Bremen/Wien/Fin. Werder- und ÖFB-Stürmer Marko Arnautović lieferte erneut einen Eklat. Vor Bremens Schlüsselspiel am heutigen Samstag in Leverkusen – Werder ist seit neun Runden sieglos und nur noch fünf Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt – hatten die Klubchefs auf Ruhe gepocht. Doch diese Anweisung wurde von Arnautović, 24, und dem Niederländer Eljero Elia, 26, überhört. Sie wurden am Freitag um drei Uhr früh auf der Autobahn A1 vor dem Bremer Kreuz wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Polizei gestoppt.

Polizeisprecher Dirk Siemering bestätigte, dass ein weißer Porsche Panamera mit Wiener Kennzeichen und ein roter Bentley mit Bremer Nummerntafel mit 50 km/h über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gemessen wurden. Es lag der Verdacht nahe, dass beide auf der leeren Autobahn offenbar ein Rennen gefahren sind. Die anschließende Alkoholkontrolle verlief negativ.

Die Reaktion des Arbeitgebers ließ nicht lange auf sich warten. „Der SV Werder Bremen hat die Spieler Arnautović und Elia mit sofortiger Wirkung vom Trainings- und Spielbetrieb der Lizenzmannschaft suspendiert. Wir können ein solch unprofessionelles Verhalten in der Vorbereitung auf unsere Partie in Leverkusen nicht tolerieren und stellen die Spieler frei, bis die Situation mit den Beteiligten in Ruhe geklärt werden kann“, erklärte Cheftrainer Thomas Schaaf.

Wann und ob Arnautović, der zuletzt wieder durchgehend in der Stammmannschaft gespielt hat, überhaupt wieder das Werder-Dress tragen wird, ist somit fraglich. „Wir brauchen Spieler, die sich zu 100 Prozent mit ihrem Beruf beschäftigen. Wer zwei Tage vor einem wichtigen Spiel um drei Uhr nachts noch auf der Autobahn unterwegs ist, bei dem kann das nicht der Fall sein. Wir müssen ein Zeichen setzen“, sagt Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin.

Mit der Autobahnraserei allein ist der Vorfall nicht geklärt. Die Fußballer und ihr Gefolge, die Polizei zählte sechs Personen, sollen sich den Beamten gegenüber derart „aggressiv“ verhalten haben, dass Verstärkung angefordert werden musste. Gegen Arnautović wurde vorerst ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Arnautović fällt abseits des Platzes zusehends negativ auf. 2011 wurde er im Werder-Dienstauto in einer 50er-Zone mit 94 km/h geblitzt. Im Umgang mit der Polizei ist der 24-Jährige bereits 2012 zum Rapport bestellt worden. Er hat in Wien einen Beamten („Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen“) beleidigt. Zuletzt sorgte eine Rauferei im Training mit dem Griechen Sokratis für Unruhe. Nun deutet alles darauf hin, dass seine Zeit in Bremen abgelaufen ist. Um einen neuen Klub muss sich der Stürmer aber nicht sorgen. St. Petersburg soll Interesse zeigen. Allerdings gibt es auch in Russland Tempolimits...

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.04.2013)

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