Offiziell: Tuchel folgt Klopp als Dortmund-Trainer

Thomas Tuchel
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Wie schon bei Mainz beerbt Thomas Tuchel nun auch beim BVB im Sommer Jürgen Klopp. Der 41-Jährige erhielt einen Vertrag bis 2018.

Borussia Dortmund hat schnell gehandelt. Nur vier Tage nach der Ankündigung des langjährigen Erfolgstrainers Jürgen Klopp, den deutschen Fußball-Bundesligisten mit Saisonende zu verlassen, gab der BVB am Sonntag einen Nachfolger bekannt. Es handelt sich wie erwartet um den früheren Mainz-Coach Thomas Tuchel. Der 41-Jährige war in den vergangenen Monaten von mehreren Klubs umworben worden.

Tuchel erhält bei den Dortmundern einen Dreijahresvertrag bis Juni 2018. Offiziell vorgestellt wird der neue Chefcoach erst in der Woche nach Saisonende. Bis dahin wollen sich mit Rücksicht auf den noch amtierenden Klopp und das Erreichen der gesteckten Ziele weder die Clubverantwortlichen noch Tuchel zur neuen Zusammenarbeit äußern.

Die Dortmunder liegen nach einer völlig verpatzten ersten Saisonhälfte nur auf dem achten Tabellenrang. Ein Platz in der Europa-League-Qualifikation ist aber noch in Reichweite. Auch im DFB-Cup ist der Vizemeister noch vertreten. Dort geht es am Dienstag in einer Woche auswärts gegen Titelverteidiger Bayern München um den Finaleinzug. In der Champions League ist der Finalist von 2013 im Achtelfinale an Juventus Turin gescheitert.

Tuchel beendet einjährige Pause

Tuchel kehrt nach rund einjähriger Pause auf die Fußball-Bühne zurück. Der Diplom-Betriebswirt, dessen emotionaler Führungsstil an jenen von Klopp erinnert, hatte seine erfolgreiche Arbeit in Mainz Ende der Saison 2013/14 auf eigenen Wunsch beendet. Sein noch ein Jahr laufender Vertrag beim Klub von ÖFB-Teamspieler Julian Baumgartlinger wurde damals aber nicht aufgelöst.

Ein neues Arbeitsverhältnis vor dem Sommer wäre dadurch nur gegen Ablösezahlung möglich gewesen. Dennoch bekundeten zahlreiche Klubs Interesse an Tuchel. Der Red-Bull-Dependance RB Leipzig erteilte der umworbene Coach eine Absage, weil er offensichtlich nicht in die zweithöchste Spielklasse gehen wollte. Auch die abstiegsbedrohten Bundesligisten VfB Stuttgart und Hamburger SV wurden mit Tuchel in Verbindung gebracht.

Das Rennen machte schließlich Dortmund. Dort soll Tuchel an die Erfolge unter Klopp anschließen. Mit dem scheidenden Trainer war der BVB 2011 und 2012 jeweils Meister, holt 2012 sogar das Double und erreichte 2013 das gegen Bayern München verlorene Champions-League-Finale. In dieser Saison lag der Revierclub zwischenzeitlich sogar auf dem letzten Tabellenplatz, hat sich mittlerweile aber erfangen.

Schweres Erbe in Dortmund

Der frühere Verteidiger Tuchel war in Mainz bereits 2009 mit lediglich 35 Jahren zum Cheftrainer befördert worden. 2011 führte er die Mainzer, damals mit den Österreichern Christian Fuchs und Andreas Ivanschitz, in der Bundesliga zu Platz fünf und in den Europacup. Sein Erbe in Dortmund ist allerdings ein schweres. Beim 3:0 am Samstag gegen Paderborn wurde Klopp von den BVB-Fans mit minutenlangen Sprechchören gefeiert.

Klopp und Tuchel sind in der Vergangenheit bereits mehrmals miteinander verglichen worden. Beide stehen für modernen Angriffsfußball mit hohem Tempo und schnellem Umschalten. Beide debütierten in Mainz als Trainer einer Profimannschaft, beide haben einen akademischen Hintergrund und beide verfügen über großes rhetorisches Geschick - wenngleich Tuchel seines erst in einigen Wochen wieder unter Beweis stellen darf.

(APA/dpa)

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