Ein verurteilter Mörder als Torhüter

Bruno Fernandes de Souza spaltet Brasilien: ein Formalfehler beendete nach sechs Jahren seine Haft – jetzt spielt er wieder Fußball für Zweitligist Boa Esporte.

Rio de Janeiro Bruno Fernandes de Souza umringt von Polizei und Journalisten Der brasilianische Torh
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Rio de Janeiro Bruno Fernandes de Souza umringt von Polizei und Journalisten Der brasilianische Torh
imago/AGIF

Belo Horizonte. Er hat seine Ex-Geliebte ermorden und ihre Leiche angeblich an Rottweiler verfüttern lassen: Trotz massiver Proteste gibt Torhüter Bruno Fernandes de Souza bei Zweitligist Boa Esporte sein Comeback. Lachend absolvierte er nach mehr als sechseinhalb Jahren Haft alle Tests.

Er saß seit Sommer 2010 im Gefängnis, war wegen Mordes zu 22 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Im Februar 2016 wurde er aber nach einem Beschluss des Obersten Gerichtshofs wegen eines Formalfehlers auf Bewährung entlassen. Der Aufschrei ist enorm, Bruno wischt die Kritik weg. Nur Brasiliens Justiz ist schuld.

Der Zweitligaaufsteiger Boa Esporte aus Varginha, Bundesstaat Minas Gerais, verlor durch seine Verpflichtung den Hauptsponsor und zig Geldgeber, sogar den Ausrüster. Frauen protestierten am Rande seiner Vorstellung, teils mit Hundemasken – in Anspielung auf die Tat.

Bruno war vor der Schreckenstat gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere. 2009 war er Flamengos Kapitän, Rios Großklub wurde Meister, er galt sogar als Kandidat für die WM-Seleção. Nach mehr als sechseinhalb Jahren Gefängnis will er jetzt wieder Fußballspielen. Er ist mit einer Zahnärztin in dritter Ehe verheiratet. (fin)

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