Champions League: Der feste Glaube an die Wende

Bayern München hofft nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel auf die Rückkehr von Torjäger Robert Lewandowski und ein „berühmt-berüchtigtes“ Gastspiel bei Real Madrid.

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(c) APA/AFP/CHRISTOF STACHE

Madrid. Bayern München muss am Dienstag (20.45 Uhr, live auf Sky) im Viertelfinale der Champions League bei Real Madrid ein 1:2 aus dem Hinspiel aufholen. Hoffnungen machen dem deutschen Meister das bevorstehende Comeback von Robert Lewandowski – und eine in den vergangenen Wochen nicht immer sattelfeste Real-Abwehr. Lewandowski hat das Heimspiel gegen Real wegen einer Schulterverletzung verpasst und auch das 0:0 in der Liga gegen Bayer Leverkusen ausgelassen. In Madrid soll der Pole für die nötigen Tore sorgen. 38 hat er in dieser Saison in 40 Pflichtspieleinsätzen bereits erzielt. „Es wird ein großes Spiel“, meinte Bayerns italienischer Trainerfuchs Carlo Ancelotti.

ÖFB-Star David Alaba könnte in Madrid wieder einmal im Abwehrzentrum aushelfen müssen. Javi Martíez fehlt gesperrt, dazu sind die Innenverteidiger Mats Hummels (Sprunggelenksverletzung) und Jérôme Boateng (Adduktorenprobleme) fraglich. Bei beiden Abwehrstars besteht aber eine Einsatzchance. „Am Ende des Tages sind wir nicht so pessimistisch“, sagte Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge zur Personalsituation.

 

Die Festung Bernabéu

Obwohl in der Königsklasse erst zweimal ein Team nach einer Heimniederlage im Hinspiel noch aufgestiegen ist, glaubt der deutsche Serienmeister an seine Chance. „Bayern München ist ja ein bisschen berühmt-berüchtigt dafür, dass man in solche Spiele mit einem außergewöhnlich großen Willen reingeht“, erklärte Rummenigge. „Es wird nicht einfach, wir sind der Außenseiter“, ergänzte Kapitän Philipp Lahm. „Aber wir haben die Möglichkeiten, auch in Madrid zu gewinnen.“ Gelungen ist das im Estadio Santiago Bernabéu in dieser Saison erst einem einzigen Team: Celta Vigo im Jänner im Cup-Achtelfinale (2:1). In allen anderen 22 Heimspielen blieb Real daheim ungeschlagen. In der Champions League ist es der Titelverteidiger zu Hause gar seit mehr als zwei Jahren. Im Achtelfinalrückspiel 2015 reichte aber selbst eine 3:4-Heimniederlage gegen Schalke zum Aufstieg.

In der laufenden Saison macht vor allem die Defensive Probleme. In den vergangenen zwölf Partien spielten die Königlichen nur ein Mal zu null. Die Innenverteidiger Pepe (Rippenbruch) und Raphaël Varane (Oberschenkelverletzung) fehlen weiterhin. Mit Kapitän Sergio Ramos wird daher erneut der oft kritisierte Nacho die Zentrale bilden.
In der Offensive dürfte Marco Asensio den blessierten Millionenmann Gareth Bale ersetzen. Der Waliser befand sich in den vergangenen Wochen ohnehin in Unform. Dafür ist Superstar Cristiano Ronaldo rechtzeitig für die entscheidende Saisonphase wieder gut in Schuss. In München erzielte der Portugiese, der zuvor in der Kritik gestanden war, beide Tore, beim Ligasieg am Wochenende in Gijón (3:2) wurde er geschont. „Ich hoffe, in Bernabéu wieder einen Doppelpack zu erzielen“, sagte Ronaldo.

 

Ancelottis Erinnerungen

Ein besonderes Spiel wird die Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte auch für Ancelotti. Der Italiener hatte Real 2014 zum Champions-League-Titel geführt, nun schwingt dort sein ehemaliger Lehrling Zinédine Zidane das Szepter. Unter dem früheren französischen Weltklassekicker hat Real in den vergangenen 54 Pflichtspielen immer ein Tor erzielt. Die Serie reicht fast ein Jahr zurück – bis zum Halbfinalhinspiel des Vorjahres in der Champions League bei Manchester City (0:0).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.04.2017)

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