Champions League: AS Monaco gelingt Halbfinal-Einzug

13 Jahre nach dem Erreichen des Endspiels träumt der AS Monaco von einer erneuten Finalteilnahme. Gegen Dortmund gewannen die Monegassen auch das Rückspiel.

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APA/AFP/VALERY HACHE

Nach Real Madrid und Atletico Madrid haben am Mittwoch auch Juventus Turin und der AS Monaco das Halbfinale der Champions League erreicht. Der „Alten Dame“ aus Italien genügte in Barcelona ein 0:0 (Hinspiel 3:0), Monaco besiegte Dortmund auch im Rückspiel, diesmal mit 3:1 (Hinspiel 3:2).

Der Fußballalltag ist ein schnelllebiger, besonders in diesen Tagen. Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vergangene Woche musste das Team von Trainer Thomas Tuchel Mittwochabend das bereits dritte Spiel in den vergangenen acht Tagen bestreiten. Der Sieg gegen Frankfurt in der Bundesliga, das Osterwochenende, die Zeit mit der Familie – all das habe geholfen, das Geschehene ein Stück weit besser zu verarbeiten, hieß es aus vereinsinternen Kreisen.

Dennoch, die Anspannung vor dem Rückspiel in Monaco war ungleich größer als gewöhnlich. Es trug nicht zur Beruhigung bei, dass der volle Dortmunder Mannschaftsbus eine Viertelstunde nicht gen Stadion abfahren durfte. „Aus Sicherheitsgründen“, erklärte Tuchel wenig später, sichtlich etwas verunsichert und verärgert. „Die genauen Gründe wurden uns nicht mitgeteilt. Aber mit der Vorgeschichte hat es sich nicht gut angefühlt.“ Das Spiel wurde mit fünf Minuten Verspätung angepfiffen.

Monacos steiler Aufstieg

Auch der beim Anschlag an Hand und Arm verletzte Marc Bartra hatte die Reise ins Fürstentum zur moralischen Unterstützung der Mannschaft angetreten. Der Spanier sprach die letzten Worte in der Kabine, bevor die Dortmunder hoffnungsfroh den Rasen des Stade Louis II betraten. Allerdings, die ohnehin schon komplizierte Aufgabe wurde nach drei Minuten noch komplizierter. Torhüter Bürki ließ einen wuchtigen Schuss von Touré nach vorne abprallen, Monacos Jungstar Mbappé musste nur noch einschieben. Dortmund fand keine spielerischen Lösungen, einem Treffer nahe kam zunächst nur Sahin – sein Freistoß prallte auf Aluminium (14.). Anders der AS Monaco: Weil Ginter im Strafraum Falcao sträflich allein gelassen hatte, konnte der Kolumbianer völlig unbedrängt zum 2:0 einköpfeln (17.). Erinnerungen an das Hinspiel wurden wach, auch eine Woche zuvor führten die Franzosen mit 2:0.

Der Anschlusstreffer von Reus (48.) weckte nochmals Hoffnungen, doch in Summe zeigte Dortmund an diesem Abend zu wenig spielerische Klasse, der AS Monaco erwies sich als übermächtig. Der eingewechselte Germain fixierte den 3:1-Endstand (82.), die vierte Champions-League-Halbfinalteilnahme des Vereins war perfekt.

Die Reise des AS Monaco durch Fußball-Europa ist eine absolut erstaunliche. In einer Gruppe mit Tottenham, Villarreal und Leverkusen gelang der Aufstieg ins Achtelfinale, wo sich schließlich Pep Guardiola und Manchester City beugen mussten. 2011 waren die Monegassen noch Schlusslicht der zweiten französischen Liga, erst 2013 gelang die Rückkehr in die Ligue 1, die man in dieser Saison punktgleich mit Paris SG anführt.

Und auch in der Champions League darf man vom ganz großen Coup träumen. Am Freitag (12 Uhr, live in Eurosport) findet die Auslosung zum Halbfinale statt. 2003 hatte der Klub schon einmal das Finale der Königsklasse erreicht, damals gegen den FC Porto mit 0:3 verloren.

("Die Presse", Printausgabe 20.4.2017)

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