Salzburger Jungbullen besiegen Barcelona

Die U19-Auswahl setzte ihren Erfolgslauf in der Uefa Youth League fort und fixierte mit einem 2:1-Sieg sensationell den Einzug ins Finale.

Daka Patson jubelt
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Daka Patson jubelt
Daka Patson jubelt – KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Ein österreichischer Fußballklub sorgt in Europa für Furore – was bei den Profis außer Reichweite scheint, zeigt Salzburg derzeit im Nachwuchsbereich vor. Die U19-Auswahl setzte am Freitag ihren eindrucksvollen Erfolgslauf in der Uefa Youth League fort und besiegte im Halbfinale in Nyon den FC Barcelona nach Pausenrückstand sensationell mit 2:1. Die Katalanen sind damit nach Manchester City, Paris St. Germain und Atletico Madrid das nächste Kaliber, das die Mannschaft von Marco Rose ausgeschaltet hat. Am Montag (17 Uhr, live ORF Sport plus) geht es für die Jungbullen um den Titel in der vierten Auflage des prestigeträchtigen Bewerbs. Finalgegner ist Benfica Lissabon, das sich im Rekordmeister-Duell mit Real Madrid 4:2 durchsetzte.

Liefering gegen „La Masia“ lautete das vom Namen her ungleiche Duell, doch die jungen Salzburger erstarrten vor zahlreichen Zuschauern im Centre sportif de Colovray keineswegs in Ehrfurcht vor den gegnerischen Altersgenossen aus der weltberühmten Akademie von Barcelona. Die mit Erste-Liga-erprobten Talenten gespickte Mannschaft steckte den Ausfall von Kapitän Xaver Schlager (Fersenverletzung) gut weg und zog ihr gewohntes Spiel auf, trat bissig in den Zweikämpfen und aggressiv im Pressing auf.

Aufseiten der Katalanen war zwar auf den ersten Blick kein Nachfolger von Lionel Messi zu erkennen, dass aber durchaus hohe individuelle Qualität vorhanden ist, demonstrierte Jordi Mboula, 18. Barcelonas Toptorjäger tanzte mit einem schönen Solo gleich drei Gegenspieler aus und traf sehenswert per Schlenzer zum 1:0 (19.) – sein bereits achter Treffer im laufenden Bewerb.

Salzburg ließ sich vom Rückstand kurz aus dem Konzept bringen und hatte Glück, als Abel Ruiz die große Chance auf das 2:0 vergab und den Ball knapp neben das Tor setzte (27.). Vielleicht war dies der nötige Weckruf, denn fortan präsentierte sich die Mannschaft von Rose wieder aktiver und dominanter, einzig der letzte Pass wollte noch nicht gelingen.

Der Joker sticht

Auch nach der Pause diktierte Salzburg das Geschehen und profitierte schließlich von einem groben Patzer des Gegners. Immer wieder versuchte Barcelona, über Keeper Sergi Puig von hinten herauszuspielen, doch der 18-Jährige wirkte mit dem Ball am Fuß keineswegs souverän. Bei einem zu kurz geratenen Pass stand Hannes Wolf goldrichtig und schoss zum verdienten Ausgleich ein (63.).

Nun sahen sich die Katalanen mit einem Salzburger Angriff nach dem anderen konfrontiert, am Ende lautete die Torschussbilanz 16:4. Die erste Großchance ließ sich der eingewechselte Daka Patson noch entgehen, nach Querpass von Mergim Berisha schaffte er das Kunststück, den Ball aus kürzester Distanz neben die Stange zu setzen (71.). In der Schlussphase aber machte es der 18-Jährige aus Sambia, erst seit Jänner bei Liefering, besser und traf nach Vorarbeit von Wolf zum 2:1-Endstand (84.). „Ich danke meinen Teamkollegen dafür, dass sie an mich geglaubt haben. Hannes (Anm. Wolf) hat mir gesagt, dass ich treffen werde, als ich eingewechselt wurde“, verriet der Siegtorschütze.

Am Montag soll die Salzburger Nachwuchsarbeit ihre erste Krönung erhalten. Seit 2014 werden in einem hochmodernen Komplex in Liefering rund 400 Fußballer und Eishockeyspieler ausgebildet, den Weg dorthin sollen künftig nicht nur die vielversprechendsten heimischen Talente finden, sondern auch internationale Stars von morgen. Dafür war der Sieg gegen den FC Barcelona die beste Werbung.

(swi)

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