Rapid tut der Austria einen Gefallen

Salzburg verspielte gegen Rapid einen sicher geglaubten Sieg und musste mit dem 3:3 einen herben Rückschlag im Titelkampf hinnehmen.

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(c) APA/DANIEL KRUG (DANIEL KRUG)

Einige der 11.210 Zuschauer hatten noch nicht einmal ihre Plätze eingenommen, als nach nur 34 Sekunden ein Blondschopf jubelnd seine Runden durch die Arena drehte. Kevin Kampl herzte Jonathan Soriano, der Spanier hatte den Slowenen per Fersler erst entscheidend in Szene gesetzt. Kampl enteilte nach dem 13. Ballkontakt der Salzburger der Rapid-Defensive, sein erstes Tor für den amtierenden Meister animierte auch Trainer Roger Schmidt zu Luftsprüngen.

Das schnellste Tor der Bundesligasaison hatte nachhaltige Wirkung. Rapid musste seinen Matchplan, aus einer gesicherten Defensive immer wieder offensive Nadelstiche zu setzen, praktisch mit dem Anpfiff einer Korrektur unterziehen. Die Gastgeber hatten nicht zuletzt aufgrund des perfekten Beginns zunächst größere Spielanteile, sie ließen den Ball geschickt und schnell durch die eigenen Reihen laufen. Speziell der 20-jährige Norweger Valon Berisha gefiel. Roger Schmidt vertraute im ersten Pflichtspiel des Jahres nicht nur bewährten, sondern auch hoffnungsvollen Kräften. Valentino Lazaro, 16 Jahre jung, fand sich zum zweiten Mal in der Startelf wieder und durfte 45 Minuten eine Talentprobe ablegen.

Offener Schlagabtausch

Salzburg hatte noch in der ersten Halbzeit mehrfach die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen. Nach einem Ulmer-Schuss, den Pichler abfälschte, fehlten nur Zentimeter zum erneuten Glück (21.). Doch nicht alles im Spiel des Tabellenzweiten war schön anzusehen. Die Defensive rund um Isaac Vorsah, der zur Pause Martin Hinteregger weichen musste, offenbarte in regelmäßigen Abständen Schwächen. Doch Rapid ließ im Abschluss Kaltschnäuzigkeit vermissen. Christopher Trimmel (14.) und Terrence Boyd (14./33.) fanden beste Chancen vor, in Torhüter Alexander Walke aber ihren Meister. Bei einem Lattenschuss von Guido Burgstaller fehlte schlicht das Glück (14.).


Kurz nach Wiederanpfiff wünschte sich Christopher Dibon, nur ein paar Zentimeter größer zu sein. Im Kopfballduell mit Boyd hatte Salzburgs Innenverteidiger den Kürzeren gezogen, der US-Amerikaner war höher gestiegen und sorgte per Kopf für den durchaus verdienten Ausgleich (48.). Der Rapid-Angreifer hätte nur vier Minuten später für eine komplette Wende im Spiel der Verfolger sorgen können, ließ sich bei seinem Schussversuch im Strafraum aber zu lange Zeit. Salzburg reagierte mit Berisha, sein sehenswertes Solo wäre beinahe mit der erneuten Führung belohnt worden (55.). Nach dem Stangentreffer von Ulmer stand es auch in der Aluminium-Wertung 1:1 (58.). In den letzten 25 Minuten überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst verwandelte Soriano einen Elfmeter, nachdem Thomas Schrammel Georg Teigl an der Strafraumgrenze umgestoßen und dafür Rot wegen Torraubs gesehen hatte (69.).

Doch Rapid antwortete in Unterzahl, Burgstaller erzielte den 2:2-Ausgleich (82.). Nach einem schweren Patzer von Torhüter Königshofer staubte Hinteregger zur 3:2-Führung (86.) ab, Sabitzer sorgte doch noch für grün-weißen und violetten Jubel (91.). Austria hat bei einem Spiel mehr zwölf Punkte Vorsprung auf Salzburg.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.2.2013)

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