Schöttels Befreiung aus dem grün-weißen Irrgarten

18.04.2013 | 19:17 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Rapid setzte Peter Schöttel einen Tag nach der peinlichen Cup-Blamage gegen Pasching als Cheftrainer ab. Interimistisch springt wieder einmal Zoran Barisic ein.

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Wien. In den Vormittagsstunden war Auslaufen angesagt. Ausschütteln der Beine, die allerdings gar nicht so müde sein konnten. Überanstrengt hatte sich die Rapid-Mannschaft im Cup-Viertelfinale gegen den SV Pasching jedenfalls nicht, statt über Muskelschmerzen jammerten einige über brummende Schädel. Als Trainer fungierte zu diesem Zeitpunkt noch Peter Schöttel. „Ich bin noch immer fassungslos“, waren seine Worte. Die Frage nach dem Warum stellte den Wiener, einst als Abwehr-Ikone von den Fans gefeiert, jetzt verspottet und verhöhnt, vor ein Rätsel. „Ich habe keine Erklärung – ganz ehrlich“, ließ er den Sky-Reporter wissen. Ob er am Sonntag gegen die Austria noch auf der Trainerbank sitzen werde? „Wenn man mir nichts Gegenteiliges sagt, dann ja.“

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Kurz nach 14Uhr wurden alle Spekulationen beendet. Der Verein gab offiziell bekannt, dass man sich dazu entschlossen hat, Cheftrainer Peter Schöttel und seinen Assistenten, Dritan Baholli, mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben zu entbinden. Dieser Schritt war zu erwarten, was hätten der Präsident und das Präsidium auch anderes machen sollen? Die Mannschaft kann man nicht tauschen, die Spieler, die keinen Einsatz gezeigt haben, nicht vor die Türe setzen. Das wäre reine Geldvernichtung, und die Spielergewerkschaft hätte man auch noch am Hals.

Peter Schöttel hat bei der Vienna und bei Wr.Neustadt gute Arbeit verrichtet, aber Hütteldorf, das ist eine andere Fußballwelt. Dass in der Mannschaft grundsätzlich ein gewisses Potential steckt, das hat man teilweise auf dem Weg in die Gruppenphase der Europa League gesehen. In den folgenden Spielen aber war man dann überfordert, auch in den Heimpartien. Schöttel, dessen Rückennummer 5 auf ewige Zeiten nicht hätte vergeben werden sollen, war schon im Herbst auf dem besten Weg, in einem Irrgarten zu landen. Ein grün-weißer Irrgarten, aus dem er keinen Ausweg mehr gefunden hat. Gegen Pasching war er dann völlig überfordert und hilflos.

Nach Peter Pacult wollte die Vereinsleitung einen Anti-Pacult engagieren. Und hat dabei übersehen, dass Schöttel in Wahrheit schon einmal bei Rapid gescheitert ist – als Sportdirektor. Aber er ist ein Trainer, der sich gewählt ausdrücken kann, er eckt nicht an, er beleidigt niemanden. Nach außen hin erscheint er pflegeleicht, das war den Funktionären nur recht. Er begehrte nicht auf, er polterte nie. Viele stempeln Schöttel als zu weich ab. Zu weich für eine hartgesottene Profimannschaft, die mehr im Rampenlicht steht als ein unterklassiger Verein oder ein besserer Dorfklub.

Der Mann, der nun wieder einmal zum Retter in der Not werden soll, der heißt Zoran Barisic. Er kennt Rapid in- und auswendig, er war Meister mit Rapid als Spieler und als Betreuer, als Assistent von Peter Pacult. Er ist ein Kumpeltyp, der aber genau weiß, was er will. Der 42-Jährige setzt auf Vertrauen, er geht auf jeden Einzelnen ein, er setzt sich mit dem Team in ein Boot.

Zur Erinnerung: Barisic war nach der Trennung von Peter Pacult im April 2011 zum interimistischen Chefcoach bestellt worden. Unter seiner Führung kamen die Hütteldorfer in acht Ligaspielen auf lediglich elf Punkte. Dazu gab es im Derby gegen die Austria einen unrühmlichen Platzsturm der Fans. Am Ende reichte es nur zu Platz fünf – dem Platz, auf dem Barisic die Mannschaft übernommen hatte. Einen derartigen Absturz, der sogar den Europacup-Startplatz in Gefahr bringen könnte, soll der ehemalige Freistoßkönig in den kommenden Wochen verhindern.

Aus dem bisherigen Trainerteam bleiben Thomas Hickersberger und Tormanntrainer Raimund Hedl. Neuer Ko-Trainer ist Carsten Jancker, zuletzt Nachwuchschef.

Auf einen Blick

Rapid reagierte auf die anhaltende Talfahrt und entließ nach dem 0:1 gegen Pasching Trainer Peter Schöttel mit sofortiger Wirkung. Zum neuen Chefcoach wurde der bisherige Amateurtrainer, Zoran Barisic, bestellt. Sein Assistent ist Carsten Jancker.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.04.2013)

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52 Kommentare
 
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Und wieder

ist der Cup weg...

Hanseeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee!


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Wennd er Darabos, von Fussball so viele Ahnung wie von Landesverteidigung, jetzt auch noch Präservativ wird,

ist Rapid abzuschreiben!

Darabos hat a grosse Goschn, verdreht und lügt wie gedruckt, aber sonst ist auch nichts dahinter!

Politiker!

2 0

was ich nicht verstehe....

ist, warum jeder Vorstand davon ausgeht, dass nur ein ausgezeichneter Kicker ein noch besserer Trainer sein muss!? Die Logik dahinter erkenne ich nicht...

Nun und was Speler rausschmeissen anbelangt: Klar entlass ich niemanden der mir am freien Markt >500k einbringt. Aber ich würd in die Verträge eben auch viel mehr Gewicht auf Provisionen setzen. Kleines Grundgehalt, große Leistungsprämie.

Rapidler freut euch! der Darabos kommt!

Hallo, I bins euer neuer Präsident: Darabos!

http://www.format.at/articles/1316/930/356875/sk-rapid-norbert-darabos-edlinger-praesident

3 0

Re: Rapidler freut euch! der Darabos kommt!

Haha jaaaa der hat sich sicher durch die Erfolge der Olympiade 2012 qualifiziert...

Die Frage ist:

Wie wird die Mannschaft unter dem neuen Trainer spielen?
Git es dann den bestbekannten "Trainereffekt?"
Dann hat den Schoitl die Mannschaft gemobt.
Oder sind die wirklich solche Pfeifen, dann wird der Neue auch nichts ausrichten, in den nächsten Spielen.

Re: Die Frage ist:

Das sind Pfeifen, Sie haben echt!

Die....

Mannschaft wurde einfach seit ein paar Jahren viel zu stark verjüngt und von der Transferpolitik braucht man gar nicht erst anfangen.

Grün-weiß - wohin?

Der Niedergang Rapids hat angefangen mit seltsamen Sprüche wie"Rapid ist eine Religion"
und den Ultras bei den Anhängren, sodass sich keine Familie mit Kindern mehr nach "St. Hanappi" (auch eine unmögliche Bezeichnung) traut.
Und derjenige, der einmal gesagt hat, dass er lieber einen Dackel auf`s Budget aufpassen lässt, als den Finanzminister der VP zu überlassen, ist NOCH immer Präsident; einer, der unersetzbare Spieler verkauft hat.
Aber den Trainer feuert man...

Re: Grün-weiß - wohin?

RICHTIG!!!!!!
Kann ich nur unterschreiben!!!!!

Herzliche Gratulation ....

an Herrn Edlinger, der den Vertrag des Herrn Schöttel vorzeitig verlängert hat.

super jetzt spielen wir jedes spiel mit 2 6ern und

7 defensiven.
was wurde früher getan bei solchen leistungen?
die spieler wurden auf die transferliste gesetzt und der präsident kam in die kabine um es den herrschaften persönlich zu geigen, solche typen wie schimpel, boyd und gerson hätten sich einen neuen verein suchen dürfen.
aber jetzt ist ja alles besser

Re: super jetzt spielen wir jedes spiel mit 2 6ern und

das führt mich wieder zur transferpolitik. halbwegs gut aber nach deutschland. die schachen sitzen und warten weil sie wissen dass die plätze der besseren so oder so frei werden. was soll der trainer machen wenn er nicht durch konkurrenzdruck motivieren kann. natürlich wären beide seiten gefragt.

1 1

gute Arbeit bei Vienna

wr Neustadt kann ich nicht beurteilen aber wie kommt der Redakteur darauf dass schöttel bei der Vienna gute Arbeit verrichtet hat????
es war ein einziges Desaster!!!!
schade dass er nicht länger bei Rapid ist, die hätten ihn sich weiterhin verdient

22 0

Konsequenzen für die Spieler ?

Eine Arbeitsverweigerung des Arbeitnehmers liegt dann vor, wenn der Arbeitnehmer seine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag nicht erfüllen will und seine Arbeit nicht aufnimmt oder nicht zu Ende bringt.

Dieser "Tatbestand" ist spätestestens seit gestern gegeben.

Ich würde als Klubchef ein Exempel statuieren und einige Flaschen fristlos kündigen. Sollen diese Gaukler vor das Arbeitsgericht ziehen und dort den Gegenbeweis antreten. Die TV-Aufzeichnung der gestrigen Partie reich als Beweis mehr als aus.

PS:
Weiß jemand, was diese Pfeifen verdienen ? Bitte um zweckdienliche Hinweise!

Re: Konsequenzen für die Spieler ?

wenn die spieler befristet angestellt snd was ich vermute ist das arbeitsrecht leider nicht ergiebig. der dienstnehmer schuldet an sich keinen erfolg er muß nur tätig werden. arbeitsverweigerung wäre nicht zum training zu gehen. das gleiche gilt natürlich für schöttel der kassiert jetzt bis zum letzten tag seines vertrages wenn er will. der versuch pacult die fristlose zu geben ist bekanntlich kläglich gescheitert. und damit sind wir wieder beim vorstand.

26 3

das passiert,

wenn Rote wirtschaften...

Re: das passiert,

Das ist wohl der Kommentar eines blauen posting- trolls, der mit der grün-weissen Gemeinschaft nichts gemein hat und hier nur billige Propaganda loswerden will. Jedem echten Fußballfan kommt da das Kotzen!

wir wollen

Krankl!
Krankl, Krankl, Krankl, Krankl, Krankl, Krankl, Krankl,
da HansiBurli täte Rapid zu einem 2. Barcelona machen! ein Wel( Meidlinger L)T-Kicker ist auch ein WelltTrainer!!!!

Re: wir wollen

der Hansi-Burli (der Sohn vom Straßenbahner, laut E.F.Senior)ist der größte Trottel, dem man bei Rapid ein Bühne bereitet!l

Re: Re: wir wollen

Da passt er ja perfekt zu den meisten Spieler, die momentan im Kader stehen. ;)

Re: wir wollen

... das ist ein Witz, oder?

Und wann geht der Edlinger endlich ??


Re: Und wann geht der Edlinger endlich ??

Wenn hättens den gern als neuen Rapid-Präsidenten? Würde nämlich nicht leicht einen Nachfolger zu finden, der den unbezahlten Job übernimmt. Der Rapid -Präsident erhält nämlich kein Gehalt, sondern macht das unentgeltlich. Blaue Ex-Politiker fallen da schon mal weg, weil die übernehmen keinen Job, bei dem sie nicht ordentlich abzocken können!

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Re: Und wann geht der Edlinger endlich ??

Leider erst im Herbst!

 
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