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Kühbauer: Wiedersehen mit der Vergangenheit

Kuehbauer
Kuehbauer / Bild: (c) APA/ANDREAS PESSENLEHNER (ANDREAS PESSENLEHNER) 

Dietmar Kühbauer, 42, bestreitet sein erstes Spiel als Trainer des WAC ausgerechnet gegen seinen Exklub Admira. „Wir müssen punkten, ohne Wenn und Aber.“

 (Die Presse)

Wolfsberg/Wien. Für den WAC und Admira Wacker Mödling ist es in der Bundesliga bisher alles andere als wunschgemäß gelaufen. Sowohl das Schlusslicht als auch der Vorletzte werden deshalb von einem anderen Trainer als noch zu Saisonbeginn gecoacht. Während Admiras Oliver Lederer schon seit vier Partien hauptverantwortlich tätig ist, gibt Dietmar Kühbauer am Samstag (19 Uhr, live auf Sky) im direkten Nachzüglerduell der achten Runde in Wolfsberg sein Debüt auf der WAC-Trainerbank. Und das ausgerechnet gegen seinen Exklub, den er noch vor Beginn des Vorbereitungsstarts verlassen hatte.

„Ich habe eine gute Zeit gehabt bei der Admira, freue mich auf die Jungs, aber wir wollen sie schlagen“, sagte Kühbauer. Punkte haben die Kärntner auch dringend nötig, liegen sie doch nach zuletzt drei Niederlagen in Folge und sieben sieglosen Runden mit nur zwei Punkten – und damit zwei Zählern hinter der Admira – am Tabellenende. „Wir müssen punkten, ohne Wenn und Aber. Das ist unsere Aufgabe“, hoffte der Burgenländer auf einen erfolgreichen Trainereinstand. Dass es von seinen ehemaligen Schützlingen keine Geschenke geben wird, ist Kühbauer klar. „Es ist ein wichtiges Spiel für beide, auch für die Admira“, war sich der WAC-Coach bewusst.

 

Besondere Trainerbeziehung

Der 42-Jährige kündigte keine großartigen Veränderungen an und hatte die Aufstellung am Donnerstag schon ungefähr im Kopf, offen war allerdings vor allem noch das Spielsystem, ob 4-4-2 oder 4-2-3-1. „Da bin ich noch ein bisschen im Wiglwagl“, meinte Kühbauer. Sein Gegenüber hat Kühbauer viel zu verdanken. Erst durch dessen Abgang stieg Lederer zu Saisonbeginn zum Ko-Trainer der Kampfmannschaft auf und dadurch war er nach der Trennung von Toni Polster der erste Nachfolgekandidat, der auch das Rennen machte, aufgrund seiner fehlenden Lizenz aber nur befristet bis zur Winterpause in seinem Amt tätig bleiben kann. „Wir spielen gegen den WAC, nicht gegen den Didi. Der Trainer spielt nur eine Nebenrolle, wir haben ihn in unsere Überlegungen nicht einbezogen“, sagte Lederer.

Dass sich die Kärntner durch die Trainerrochade allerdings im Vergleich zur bisherigen Saison gestärkt präsentieren könnten, war dem Admira-Trainer völlig klar.

„Ich kenne den Didi, er wird rohes Fleisch an seine Spieler verteilt haben. Wir wissen, was auf uns zukommt, rechnen mit einem sehr, sehr aggressiven Gegner“, meinte Lederer. Die diese Saison nur gegen Rapid erfolgreichen Niederösterreicher nutzten die Länderspielpause, um sich nach der dritten Auswärtspleite, dem bitteren 1:4 in Ried, im Spiel mit dem Ball und gegen den Ball zu verbessern. „Ich bin überzeugt, dass es uns gelungen ist, einen Schritt nach vorn zu machen“, war Lederer optimistisch.

 

„Rote Laterne in Kärnten lassen“

Das soll sich auch im Punktekonto niederschlagen. „Wir wollen gewinnen, aber wenn die Leistung passt und wir nur einen Punkt holen, werde ich auf der Heimfahrt auch nicht gegen einen Baum fahren. Das Wichtigste ist, dass wir die rote Laterne in Kärnten lassen“, sagte der 35-Jährige, der mit Bernhard Schachner (nach Sperre) und Goalie Patrick Tischler (nach Verletzung) nun wieder zwei Alternativen mehr hat. Ein Torfestival ist in der Lavanttal-Arena jedenfalls nicht zu erwarten. Die beiden Teams haben nicht nur die wenigsten Punkte geholt, sondern auch am wenigsten oft (WAC 9/Admira 6) ins Tor getroffen. Zudem fielen in den vier Aufeinandertreffen in der vergangenen Saison insgesamt nur fünf Tore, keiner Mannschaft gelang es, in einem Spiel mehr als einmal zu treffen. Die Kärntner holten mit dem 1:0 am 9. März in der Südstadt den einzigen Sieg, die restlichen drei Duelle endeten remis.

Samstagabend wollen sich beide Teams von einer ganz anderen, offensiveren Seite präsentieren. Ein voller Erfolg würde sich nicht nur in der Tabelle auswirken, sondern vor allem auch mental so manche Blockade in den Köpfen der Spieler lösen.

Auf einen Blick

Drei Jahre war Dietmar Kühbauer Trainer der Admira, im Juni wurde der bis 2014 laufende Vertrag einvernehmlich vorzeitig aufgelöst.

Am 2. September wurde bekannt, dass Kühbauer beim WAC die Nachfolge von Slobodan Grubor antritt. Heute trifft Kühbauer mit dem WAC auf seinen Exklub.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2013)

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