Rapids heißes Saisonfinale

Offensivstärke laut Djuricin wieder da, Sportchef Bickel beklagt vor dem Spiel gegen Sturm Graz "ähnliche Spielertypen". Rapid muss gewinnen, um nicht weiter im Strudel des Abstiegskampfes zu stecken.

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Rapid Wien setzt vor dem Bundesliga-Duell mit Sturm Graz am Sonntag (16.30 Uhr) auf die Renaissance der eigenen Offensivstärke. "Ich denke, wenn wir vorne genug Tore schießen, werden wir die Schwächen in der Defensive sicher kompensieren können", meinte Trainer Goran Djuricin. Die auf Tabellenplatz drei rangierenden Steirer wollen die Europacup-Teilnahme möglichst bald unter Dach und Fach bringen.

Die Marschroute ist klar: Nur noch einen Sieg braucht es, und Rapid hätte in der Endphase einer der schlechtesten Saisonen der Vereinsgeschichte immerhin nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Bei einer Niederlage der SV Ried am Samstag gegen St. Pölten wäre der Klassenerhalt bereits am späten Samstagnachmittag fix. Djuricin interessieren die Spiele der anderen Teams in der unteren Tabellenhälfte bedingt, gab er zu Protokoll. "Natürlich schiele ich mit einem Auge hin, das ist klar. Aber es ist so, dass wir uns wirklich auf uns konzentrieren."

Vor dem Cupfinale am 1. Juni gegen Red Bull Salzburg warten dann noch zwei weitere Meisterschaftspartien auf Rapid, Mattersburg (a) und St. Pölten (h) sind die Gegner. Das Restprogramm als Testlauf für den Cup-Showdown zu absolvieren, um mögliche taktische Varianten zu testen, kommt für Djuricin nicht infrage. "Salzburg ist noch weit im Hinterkopf", sagte der 42-Jährige, der in den nächsten zwei Wochen erfahren wird, ob er in der kommenden Saison permanent als Cheftrainer werkeln darf.

Offensiv habe er die Mannschaft wieder in die Spur gebracht, gab Djuricin durchaus selbstbewusst schon ein Bewerbungsschreiben in eigener Sache ab. "Wir sind kreativer, wir sind torgefährlicher und schießen mehr Tore, was das Wichtigste ist im Fußball", meinte der Wiener. Andererseits habe man im Defensivverhalten Probleme gehabt, was man vor allem im Derby gegen die Austria gesehen habe. "Das habe ich in der ersten Woche nicht trainiert, weil ich gedacht habe, es gibt wichtigere Sachen. Das haben wir jetzt auch besser im Griff."

Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel zeigte sich von der Mannschaft perspektivisch überzeugt. "Ich denke, dass diese Mannschaft ein großes Potenzial hat. Ich denke auch, mit der gleichen Mannschaft, denn sie sich wird nicht viel verändern, werden wir auch eine ganz andere Saison spielen", erläuterte der Schweizer. Ein Problem hat der seit Freitag 52-Jährige allerdings darin erkannt, dass in nahezu allen Mannschaftsteilen viele ähnliche Spielertypen um die Plätze streiten.

"Man hätte vielleicht das eine oder andere etwas anders zusammenstellen können", sagte Bickel. "Es ist so, dass wir ähnliche Mittelfeldspieler haben, aber auch ähnliche Spieler im Sturm haben. Das hat nichts mit der Qualität zu tun, sondern mit der Ausrichtung des jeweiligen Stürmers. Wir haben keinen, der die Schnelligkeit so mitbringt."

Für Franco Foda ist der Kader der Grün-Weißen qualitativ sehr gut bestückt, daher geht der Sturm-Graz-Trainer auch davon aus, "dass Rapid Wien mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird". Der Deutsche erwartet ein sehr intensives Match in Wien, bei dem die Zweikämpfe eine entscheidende Rolle spielen werden. "Wir müssen in den letzten drei Spielen noch einmal alles raushauen, um unter die Top drei zu kommen und wir wissen, dass noch nichts entschieden ist", sagte Foda, der Daniel Spendlhofer und Deni Alar am Donnerstag erstmals wieder im Mannschaftstraining begrüßte.

Trainiert wurde vor allem das Offensivverhalten, da sich am vergangenen Sonntag beim Auswärts-2:1 gegen Altach zu viele "unnötige Ballverluste" im Spiel nach vorne einschlichen. "Der Auswärtssieg in Altach war eine gewisse Befreiung", betonte Foda. "Jetzt freuen wir uns aber auf das Spiel gegen Rapid, das ist immer ein besonderes Spiel. Viele Fans werden uns nach Wien begleiten."

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