ÖFB-Team: Vorspielen für den neuen Teamchef

Am Freitag beginnt gegen Serbien die Abschiedstournee von Marcel Koller. Sein Nachfolger hat bis zur Nations League im Herbst 2018 einige Baustellen im Kader zu bearbeiten.

Die WM-Chance ist bereits dahin, für die Teamspieler und Marcel Koller geht es um einen würdigen Abschluss.
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Die WM-Chance ist bereits dahin, für die Teamspieler und Marcel Koller geht es um einen würdigen Abschluss.
Die WM-Chance ist bereits dahin, für die Teamspieler und Marcel Koller geht es um einen würdigen Abschluss. – (c) APA/HERBERT NEUBAUER

Wien. Noch einmal schart Marcel Koller diese Woche das Nationalteam um sich, der Lehrgang mit den abschließenden WM-Qualifikationsspielen gegen Serbien (Freitag, 20.45 Uhr, live ORF eins) und in Moldau am kommenden Montag dürfte seine Abschiedsvorstellung als Teamchef werden. David Alaba, Martin Hinteregger (beide Sprunggelenksprobleme), Marcel Sabitzer (Zahn-OP) und Martin Harnik (Fersensporn) sagten verletzt ab, stattdessen reisten Valentino Lazaro, Florian Klein, Philipp Schobesberger (erste Einberufung seit Juni 2015) sowie Debütant Christoph Knasmüllner an.

Offiziell läuft der Vertrag des Schweizers bis Jahresende, er selbst soll den Novembertermin inklusive Testspiel gegen Uruguay (14. November, sofern die Südamerikaner nicht ins Play-off müssen) auf der Agenda haben, eine Trennung nach den beiden Qualifikationspartien ist jedoch die wahrscheinlichere Variante. Dies wird wie die Nachfolgerfrage in der nächsten ÖFB-Präsidiumssitzung am Samstag besprochen. Die nächsten Pflichtspiele stehen erst im Rahmen der Nations League im Herbst 2018 auf dem Programm, derzeit rangiert Österreich für die Auslosung im Jänner in der zweiten Division. Der neue Teamchef hat also ausreichend Zeit, sich intensiv mit den Baustellen im ÖFB-Kader auseinanderzusetzen:


Tor: Robert Almer, Kollers langjährige Nummer eins, wird erst im Frühjahr wieder fit. Ersatzmann Heinz Lindner ist nach Jahren auf der Frankfurt-Bank bei den Grasshoppers Zürich gesetzt, jedoch nicht der erhoffte Rückhalt. Derzeit drängt sich kein Kandidat auf, schon gar nicht Daniel Bachmann, der zwar sicher kein Grund für die verpasste WM-Qualifikation ist, aber angesichts seiner stockenden Karriere (letztes Erwachsenenpflichtspiel im Jänner 2016 in der dritten englischen Liga) auch keine Berechtigung im Team hat.


Verteidigung: Aleksandar Dragović ist mit 26 im besten Fußballeralter, stagniert jedoch seit der EM 2016 und wird der zugedachten Rolle als Abwehrchef nicht gerecht. Der Wechsel von Leverkusen zu Leicester (ein Einsatz im Ligacup) hat am Reservistendasein nichts geändert. Martin Hinteregger ist aktuell der stabilste Innenverteidiger und sollte daher auch dort spielen. Kevin Danso, 18, heuer noch ohne Einsatz für Augsburg, und Maximilian Wöber, 19, Startelfdebüt und erstes Tor für Ajax am Wochenende, gehört die Zukunft. Gemeinsam mit Watford-Routinier Sebastian Prödl ist das Abwehrzentrum nominell gut besetzt.

Die Entscheidung zur Linksverteidiger-Frage (Alaba?) wird die spannendste des neuen Teamchefs. Rechts duellieren sich Kasan-Legionär Moritz Bauer und Stefan Lainer (Salzburg) momentan ohne Konkurrenz. Lazaro sollte wie bei Hertha in einer offensiveren Rolle zum Einsatz kommen.


Mittelfeld: In der Zentrale hängt viel von der künftigen Positionierung Alabas ab. Ein fitter Zlatko Junuzović ist für das ÖFB-Spiel Gold wert, Julian Baumgartlinger (Leverkusen) und Florian Grillitsch (Hoffenheim) brauchen dringend mehr Spielpraxis. Debütant Hannes Wolf, 18, könnte bei entsprechender Entwicklung langfristig eine Option werden.

Marko Arnautović ist links gesetzt, vielleicht findet rechts Sabitzer unter neuer Führung im Team zur Leipzig-Form. Als Alternativen warten Schobesberger, Louis Schaub oder Florian Kainz.


Sturm: Die Suche nach einem Torjäger wird eine Herausforderung. Marc Janko ist 34 und bei Sparta Prag auf dem Abstellgleis. Ob Harnik (Hannover) und Guido Burgstaller (Schalke) ihre Kaltschnäuzigkeit aus dem Klub irgendwann auch im ÖFB-Trikot unter Beweis stellen werden, ist fraglich. Michael Gregoritsch muss endlich die Vorschusslorbeeren bestätigen, bei Augsburg spielt der 23-Jährige jedoch im Mittelfeld oder als hängende Spitze.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2017)

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