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Golf: Wiesberger feiert ersten European-Tour-Sieg

29.04.2012 | 12:17 |   (Die Presse)

Bernd Wiesberger gewann im südkoreanischen Incheon als dritter Österreicher ein Turnier der European Tour. Vor ihm schafften das nur Markus Brier und Martin Wiegele.

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[Incheon/AG./RED.] 367.500 Euro machen den größten Siegerscheck aus, den je ein Österreicher im Golfsport gewonnen hat. Seit Sonntag sind sie in Händen des Burgenländers Bernd Wiesberger. Er setzte sich in Südkorea beim zur European Tour zählenden und mit 2,205 Millionen Euro dotierten Ballantine's Open Incheon mit fünf Schlägen Vorsprung durch. Der 26-Jährige ist der dritte österreichische Golfprofi, der auf der Herrentour einen Turniersieg feierte. Vor ihm waren 2006 in Oberwaltersdorf und 2007 in Shanghai Markus Brier sowie 2010 im französischen Lumbres Martin Wiegele erfolgreich.

„Die Runden meines Lebens“

Wiesberger kam auf dem Par-72-Kurs nach einer soliden Par-Runde exzellent ins Spiel, übernahm auf der zweiten Runde dank hervorragender Leistung beim Putten und einem Score von 65 die Führung und verteidigte diese mit einer 65er- und einer 68er-Runde zum Abschluss. Der Schützling von Österreichs Trainerlegende Claude Grenier blieb auf den letzten 59 Löchern ohne Schlagverlust und verwies mit gesamt 270 Schlägen als jüngster Sieger der Ballantine's Open den Briten Richie Ramsay (275) sowie den Franzosen Victor Dubuisson und den Australier Marcus Fraser (je 277) auf die weiteren Plätze.

„Die Runden am Freitag, Samstag und Sonntag waren ein Wahnsinn, die drei besten meines Lebens“, schwärmte Wiesberger, der sich mit dem Premierensieg in seinem 71. European-Tour-Event in der Weltrangliste von Position 170 auf ungefähr 95 verbessern wird. „Das Erreichen der Top 100 war mein Saisonziel. Jetzt will ich mich in der Rangliste noch weiter verbessern. Der Pfeil zeigt nach oben.“ Auf der Schlussrunde setzte es sich Wiesberger zum primären Ziel, kein Bogey zu spielen.  „Und ich wollte möglichst viele Grüns treffen und Putts lochen.“  Der Burgenländer zeigte praktisch keine Anzeichen von Nervosität. Auch einen kniffligen Moment am zwölften Loch überstand er schadlos. „Danach habe ich versucht, die letzten Löcher einfach nur noch zu genießen.“
Die Konkurrenz gratulierte Wiesberger nach dessen Sternstunde artig. Der zweitplatzierte Ramsay nahm die Niederlage gelassen zur Kenntnis. „Bernd hat fantastisch gespielt. Wenn du schon geschlagen wirst, dann sollte es jemand sein wie er, denn er ist ein netter Kerl.“ Der Brite prophezeit dem Sportler des GC Fontana eine große Zukunft.

Ebenso der Australier Fraser: „Einen Typen mit seiner Größe, der so weit schlägt und so unglaublich puttet, sieht man nicht so oft. Auf dem Platz ist er ein absoluter Gentleman. Es hat riesigen Spaß gemacht, da draußen zu sein und ihn zu beobachten.“ Fraser war sich schon vor dem Schlusstag sicher, dass Wiesberger seine fünf Schläge Vorsprung ins Clubhaus bringen würde. Er hätte sogar sein Haus darauf gewettet.
Den Respekt der Konkurrenz hat sich Wiesberger damit spätestens jetzt erspielt. Seine bislang besten Ergebnisse auf der Tour waren zwei zweite Plätze 2011. Mit dem Sieg in Südkorea hat er bereits die Tourkarte bis Ende 2014 gelöst.

Initialzündung für Österreich

Mit seiner Erfolgsgeschichte hofft Wiesberger, Schwung in die österreichische Golfszene zu bringen. „Dieser Sieg soll ein gewisser Jumpstart für die jungen Talente in Österreich sein. Im Verband wollen wir Jugendliche weiter dazu motivieren, Golf zu spielen.“ Wiesberger will seinen Beitrag dazu leisten, den Sport in Österreich noch populärer zu machen. Schließlich sollen die Herren Brier, Wiegele und nun Wiesberger in Zukunft nicht die einzigen österreichischen Sieger auf der European Tour bleiben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.04.2012)

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1 Kommentare
Gast: Kurt Klem
29.04.2012 21:03
4 0

Wiesberger

es freut mich, dass bernd,den ich von kind auf kenne, von seinen kollegen so ge- und eingeschätzt und damit mein bild von ihm bestätigt wird. ich hab mich schon über seine siege als schüler und jugendlicher gefreut und bin sicher, dass das noch nicht das ende der fahnenstange war.
vergleichsweise unwichtig zwar, aber bernd ist "sportler von Reiters GC Bad Tatzmannsdorf"