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Englisch bleibt Amtssprache bei der Tour de France

29.06.2012 | 18:44 |   (Die Presse)

Der australische Vorjahressieger Cadel Evans und der Brite Bradley Wiggins gelten als die Top-Favoriten auf den Gewinn der 99. Tour de France.

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Lüttich/Red. Englisch dürfte auch 2012 die Amtssprache der Tour de France 2012 bleiben. Denn anglophone Fahrer geben bei der 99. Auflage der „Großen Schleife“ das Tempo vor. Vorjahressieger Cadel Evans aus Australien und der Brite Bradley Wiggins starten am Samstag in Lüttich als große Favoriten in das bedeutendste Rad-Etappenrennen der Welt. Evans hat im Vorjahr als erster Profi aus „Down Under“ auf den Champs Elysees in Paris triumphiert, der in Gent geborene Wiggins möchte in seinem Geburtsland Belgien die ersten Pedaltritte zum Premierensieg eines Briten tun.

Die zwei Stars kommen aus unterschiedlichen Metiers. Evans, 35, ist ehemaliger Mountainbike-Weltcupsieger, er wird auf den knapp 3500 Kilometern durch Belgien, Frankreich und die Schweiz vom dreifachen Bahn-Olympiasieger Wiggins, 32, verfolgt. Für den 1,90 Meter großen Briten, den Gesamtvierten von 2009, spricht als besseren Zeitfahrer die auf mehr als 100 Kilometer verlängerte Distanz der drei Prüfungen gegen die Uhr. In den Bergen haben beide eine ähnliche Fahrweise: Angreifen sah man sie bisher praktisch nie, doch sie lassen sich auch nur sehr schwer distanzieren.

Evans weiß als kompletter Fahrer das gesamte BMC-Team hinter sich und er ist vom Kopf her sehr stark. „Ich weiß jetzt, dass ich gewinnen kann“, erklärte der Australier angesichts seines Erfolges von 2011. Heuer entschied er das Criterium International für sich und gewann eine Dauphine-Etappe.

 

Eisel als einziger Österreicher

Die Sky-Equipe von Wiggins, in der Bernhard Eisel als einziger österreichischer Tour-Teilnehmer eine tragende Rolle spielen soll, verfolgt zwei Ziele. Der Londoner, der heuer bereits Paris–Nizza, die Tour de Romandie und die Dauphine-Rundfahrt gewonnen hat, will den Gesamtsieg. Sprintstar Mark Cavendish soll seine Zahl von bisher 20 Etappensiegen vergrößern, bevor beide in London nach Olympiagold im Einzelzeitfahren bzw. im Straßenrennen greifen.

Alle Rivalen, die nach 21 Renntagen am 22. Juli in Paris ebenfalls auf dem Siegespodest stehen wollen, müssen dieses Duo in den Bergen attackieren. In Abwesenheit des verletzten Luxemburgers Andy Schleck, der 2011 Zweiter war und nachträglich zum Sieger von 2010 erklärt worden ist, sowie des wegen eines Dopingvergehens bis August gesperrten Spaniers Alberto Contador kommen dafür vor allem zwei Fahrer infrage. Der Italiener Vinzenco Nibali und sein Landsmann Ivan Basso.

Die ersten sechs Etappen nach dem Prolog (6,4 km) gehörten früher traditionell den Sprintern. Mittlerweile sind aber auch hier einige „Steigungen“ zu finden. Am 7. Juli steht die erste, kleine Bergankunft in den Vogesen auf dem Programm.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2012)

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