Leichtathletik-EM: Schnelle Schrott läuft um Finaleinzug

30.06.2012 | 08:44 |   (DiePresse.com)

Die Hürdensprinterin zieht mit 12,98 Sekunden in die Vorschlussrunde ein. Diskuswerfer Gerhard Mayer schafft als Zwölfter das Finale.

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Österreichs Leichtathletik hat am Freitag bei den Europameisterschaften in Helsinki zwei ihrer besten Karten ausgespielt und sich erste Erfolge bei diesen Kontinentaltitelkämpfen gutschreiben lassen. Beate Schrott schaffte im Vorlauf über 100 m Hürden in 12,98 Sekunden eine Saisonbestleistung und stieg mit der viertschnellsten Zeit ins Halbfinale am Samstag auf (18.35 Uhr). Diskuswerfer Gerhard Mayer gelang als Zwölftem der Qualifikation mit 62,35 Metern eine Punktlandung, er vertritt Rot-Weiß-Rot ebenfalls Samstag im Endkampf (18.10).

Schrott ist in ihrer Karriere erst einmal schneller gelaufen, beim österreichischen Rekord von 12,95 am 30. Juli 2011 in Freiburg (Schweiz) hatte sie allerdings eine gerade noch erlaubte Windunterstützung von 2,0 m/s. In Helsinki war es hingegen der minimale Gegenwind von 0,1 m/s. "Deshalb ist dies hier der beste Lauf meiner Karriere gewesen. Auch weil ich das Gefühl hatte, erstmals den Start nicht verschlafen zu haben. Es war eine positive Überraschung, dass ich ganz vorne war", erzählte die 24-jährige Athletin von Trainer Philipp Unfried, die bei der EM vor zwei Jahren in Barcelona noch wegen Fehlstarts disqualifiziert worden war.

Schrott: "Perfektes Rennen"

"Es war ein perfektes Rennen. Vom Gefühl her war es jedenfalls ganz gut, wie es ausgesehen hat, weiß ich natürlich nicht", meinte Schrott. Für die Optik gab es aber nur Bestnoten: viertschnellste Reaktionszeit, jede Hürde sauber genommen, runder Gesamteindruck und Laufsieg. "Ich war sehr nervös, muss ich sagen, habe vor dem Start aber noch einen Motivationsschub bekommen. Mein Name ist bei der Präsentation nicht erwähnt worden. Doch ich bin erwähnenswert, denn ich bin schon unter 13 Sekunden gewesen."

Im Halbfinale wird Schrott die entsprechende Anerkennung nun mit Sicherheit bekommen, waren in der ersten Runde doch nur drei Läuferinnen schneller als sie. "Meine Form stimmt. Die Karten werden nun aber wieder neu gemischt", weiß die Studentin, die bis zu ihrem nächsten Antreten fleißig in die Bücher schauen wird. Denn Montag wartet eine Jahresabschlussprüfung über den Bereich "Innere Medizin." Ausgeschieden als 22. in 13,39 Sekunden ist Victoria Schreibeis ("Ich bin in den Lauf nicht richtig reingekommen"), Schnellste war die Türkin Nevin Yanit in 12,78.

Mayer nach kurzer Nacht im Finale

"Ich bin sehr zufrieden, bis auf die Uhrzeit war alles super. Der Ring war trocken, es war sonnig und super zu werfen. Ich sollte noch etwas lockerer rangehen, dann fliegt der Diskus geschmeidiger und runder, aber das ist in der Qualifikation nicht so leicht", erzählte Mayer, der nahe an seine Saisonbestleistung von 63,33 herangekommen war. Das gelang nicht vielen, was die Leistung des Franzensdorfers unterstrich. Die übrigen Würfe gingen auf 60,32 und 60,20, womit der Schützling von Gregor Högler auch wieder Konstanz zeigte.

Mayer hatte eine kurze Nacht hinter sich, Schlaf fand er nur von 18.00 bis 20.00 und 22.00 bis 24.00 Uhr. Danach war er munter und stand um vier Uhr und damit fünf Stunden vor dem um neun Uhr beginnenden Wettkampf auf. "Deshalb würde ich jetzt auch am liebsten schlafen gehen, aber ich sehe mir die andere Gruppe von der Tribüne aus an", meinte der 32-Jährige nach der sechstbesten Leistung des ersten Teilnehmerfeldes. Die anderen Athleten hatten ihre Startzeit später am Vormittag, ein kleiner Vorteil, zum Glück aber kein entscheidender.

In der zweiten Gruppe warfen nur sechs Athleten weiter als Mayer, darunter der Qualifikationsbeste Mario Pestano (Spanien) mit 66,27, womit der Aufstieg des ÖLV-Sportlers in die Top-12 als Zwölfter besiegelt war. "Gregor hat gesagt, wenn ich in meiner Gruppe Sechster werde, bin ich weiter", berichtete Mayer. Der Trainer sollte recht behalten.

(APA)

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