Am Samstag kommt es zum Wiedersehen der beiden Skandalboxer David Haye und Dereck Chisora in London. Mit insgesamt fünf Millionen Euro sollen sich die beiden für den Kampf entlohnen lassen, das verbale Geplänkel im Vorfeld dürfte es allerdings gratis geben.
Wie die Sportbild berichtet, zweifelt Haye an der geistigen Zurechnungsfähigkeit seines Kontrahenten. "Chisora sollte sich behandeln lassen und sich eine Einschätzung seines Geisteszustandes holen, um sicherzustellen, dass er keine Gefahr für sich und andere darstellt. Ich glaube wirklich, dass er Hilfe vom Psychiater benötigt."
Chisora ließ sich nicht lange um den Konter bitten: "Ich werde ihn zu Boden schmettern." Die beiden Schwergewichtsboxer waren im Februar dieses Jahres nach der Niederlage Chisoras gegen Witali Klitschko in der Pressekonferenz aneinander geraten und hatten sich eine wilde Schlägerei geliefert.
Gemeinsam gegen die Klitschkos
Nur in Bezug auf Wladimir und Witali Klitschko sind sich Chisora und Haye einig. "Sie sind nicht die größten Kämpfer. Sie killen den Boxsport. Sie sind nicht auf einem Niveau mit den Legenden. Das stinkt", sagte Chisora. „Die Klitschkos wollen unseren Kampf nicht, weil er die ganze Aufmerksamkeit von ihren Kämpfen wegzieht", vermutete Haye. Weltmeister Wladimir Klitschko hatte den Kampf im Vorfeld eine „Freakshow" genannt.
Das Duell spaltet nicht nur die Boxwelt, sondern auch die Verbände. Das World Boxing Council (WBC) und der britische Verband sperrte Chisora nach dem Vorfall für alle Kämpfe, an denen der Verband beteiligt ist, „weil Chisora kein Zeichen von Reue oder Schuldbekenntnis gezeigt hat". Er habe „die Glaubwürdigkeit des Boxens beschmutzt". Deshalb mussten er und Haye sich Kampflizenzen vom luxemburgischen Verband besorgen.
Die World Boxing Association (WBA) und World Boxing Organization (WBO) stehen hingegen auf der Seite der Engländer. Die beiden Verbände lassen Haye und Chisora sogar um ihre vakanten internationalen Titel antreten. Der Sieger würde dann in den Ranglisten der Verbände auftauchen und zu einem möglichen Herausforderer von Wladimir Klitschko werden.
(red)

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