Wien. Der österreichische Sport befindet sich im Umbruch, das geplante Bundessportförderungsgesetz 2013 stößt im Detail jedoch noch nicht auf allgemeine Zustimmung. Zuletzt wurde im Zuge der außerordentlichen Sportversammlung ein Paket mit 16 Punkten einstimmig beschlossen. Das spiegelt auch die Geschlossenheit der rot-weiß-roten Sportverbände wider.
„Mit diesem Forderungspaket wurde wirklich ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt. Es zeigt, dass der Sport geschlossen und mit einer Stimme seine Anliegen vertritt“, sagt Peter Wittmann, der Präsident der Bundessportorganisation BSO. „Die Bundessportorganisation bekennt sich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Jedoch finden sich die Grundprinzipien der Autonomie des Sports, nämlich Selbstorganisation und Selbstbestimmung, in diesem Entwurf nicht wieder. Hier müssen wir in Verhandlungen treten.“
Frage des Selbstbewusstseins
Peter Wittmann geht es als BSO-Präsident in erster Linie darum, „dass der Sport nicht zu einem Bittsteller verkommt“, wie er im Gespräch mit der „Presse“ betont. „Als Bittsteller beim Staatssport, als Bittsteller beim Minister – das geht nicht.“ Wittmann wünscht sich, dass auch die Verbände in die Entscheidungsfindung mehr eingebunden werden. Er sagt: „Es geht hierbei auch um das Selbstbewusstsein.“ Im Forderungskatalog bildet die Autonomie des Sports auch den ersten Punkt. „Die Autonomie – sie umfasst unter anderem die Mitgestaltung der inhaltlichen Förderprogramme, Entscheidungen eines fachlichen Kriteriensystems oder die Beteiligung in der inhaltlichen Überprüfung der Zielerreichung – des Sports soll
im Bundessportförderungsgesetz 2013 verankert werden.“
Auch der zweite Punkt ist für die Bundessportorganisation essenziell. „Die Struktur des im Entwurf des BSFG 2013 vorgesehenen Fonds entspricht nicht der Autonomie des Sports, insbesondere nicht hinsichtlich der Besetzung der Gremien und der Geschäftsführung und ist daher mit dem Sport abzustimmen.“
Auf Arbeitsgruppenebene sollen nun Streitpunkte ausgeräumt werden. Die Präambel hat die Sportversammlung folgendermaßen formuliert: „Der organisierte Sport ist eine der stärksten Säulen der österreichischen Gesellschaft. Struktur und Rückgrat des Sports werden von tausenden Freiwilligen gebildet. Der Beitrag des Sports zum sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand unseres Landes ist unschätzbar. Diese Tatsachen müssen bei der Regelung der Rahmenbedingungen für den Sport maßgebliche Leitlinien sein. Diese Leistungen gilt es im neuen Förderungsgesetz anzuerkennen.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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