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Jungwirth: „Jetzt muss ich dafür büßen“

31.07.2012 | 17:28 |   (Die Presse)

Der ehemalige ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth wurde am Dienstag im Wiener Straflandesgericht im Sinne der Anklage schuldig erkannt und zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

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Wien/APA. Mit einem Paukenschlag ist der Untreue-Prozess gegen den ehemaligen ÖOC-Generalsekretär, Heinz Jungwirth, zu Ende gegangen. Der einst wohl mächtigste Sportfunktionär des Landes wurde am Dienstag im Wiener Straflandesgericht im Sinne der Anklage schuldig erkannt und zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Die mitangeklagte Manuela K., eine ehemalige Mitarbeiterin Jungwirths, wurde freigesprochen.

Der Schöffensenat ging bei Jungwirth von einem angerichteten Schaden von 3,3 Mio. Euro aus. Dieses Geld fehle dem ÖOC, „und wenn man sich den Lebenswandel von Doktor Jungwirth ansieht, kann man sich vorstellen, wo die Beträge gelandet sind“, so Richter Georg Olschak unter Verweis auf den noblen Fuhrpark des Ex-ÖOC-„Generals“, zehn Pferde, eine Reithalle im Ausmaß von 70 mal 20 Meter und einen sündteuren Reitlehrer, den Jungwirth seinem Sohn finanzierte.

„Normalerweise sollte man sagen, mich bringen keine zehn Pferde in die Kriminalität. Bei Ihnen war es gerade umgekehrt“, stellte Olschak fest. Der Richter geißelte in seiner Urteilsbegründung „die widerwärtige, altösterreichische Funktionärsmentalität“. Jungwirth habe nach der Devise „Das ÖOC bin ich, mit dem Geld mach ich, was ich will“ gehandelt. Dies gehöre „mit aller gebotenen Härte unterbunden“. Bei einem Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren erschien dem Senat das verhängte Strafausmaß notwendig, „um Ihnen die Gelegenheit zu geben, ein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln“, wie Olschak formulierte.

Das ÖOC, das sich als Privatbeteiligte dem Verfahren mit 1,5 Mio. Euro angeschlossen hatte, bekam diese Summe in voller Höhe zugesprochen. Sämtliche Entscheidungen des Schöffensenats sind nicht rechtskräftig. Jungwirth, der zu diesem Zeitpunkt einen konsternierten, geknickten Eindruck hinterließ, erbat Bedenkzeit, ehe er mit seinem Verteidiger Herbert Eichenseder überstürzt das Weite suchte.

Leo Wallner und die Sonnenseite

Dass das Verfahren für ihn keinen guten Ausgang nehmen würde, dürfte der langjährige ÖOC-General, der sich zu sämtlichen Vorwürfen „nicht schuldig“ bekannt hatte, geahnt haben, nachdem der Wirtschaftsprüfer Helmut Lercher ein für ihn vernichtendes Gutachten präsentiert hatte. In seinem Schlusswort hatte Jungwirth Endzeitstimmung verbreitet: „Leo Wallner war für die Sonnenseiten des Lebens zuständig, ich für den Regen und Mist. Jetzt muss ich dafür büßen.“ Es sei „eine fatale Geschichte, wenn Beteiligte und Vorgesetzte die Erinnerung verlässt.“

Der Buchsachverständige Lercher hatte am letzten Verhandlungstag erklärt, insgesamt 3,6 Mio. Euro hätten Verrechnungskonten und ein Sparbuch des ÖOC „verlassen“ und wären teilweise unmittelbar „in die Privatsphäre Jungwirths geflossen“. Allein vom Sparbuch habe Jungwirth 2,23 Mio. Euro bar behoben, wobei ein beachtlicher Teil davon – nämlich 874.000 Euro – praktisch zeitgleich auf Konten Jungwirths landete.

578.000 Euro wurden von einem Verrechnungskonto abgezweigt, wobei laut Lercher „unklar ist, für welche Dinge die verwendet worden sind“. Rund 515.000 Euro wurden dem Gutachten zufolge von ÖOC-Konten auf vier Privatkonten Jungwirths transferiert, weitere 250.000 Euro landeten direkt bei Lieferanten bzw. Gläubigern Jungwirths, was der Richter „besonders frech“ bzw. „infam“ nannte.

Der Ex-Generalsekretär hatte stets behauptet, die angeklagten Vorgänge wären mit der ÖOC-Führung abgestimmt gewesen und die abgeflossenen Gelder ihm infolge vereinbarter Bonifikationen zugestanden. Differenzbeträge habe er ausgeglichen. Der Buchsachverständige habe eine „akribische“ und „hervorragende“ Expertise abgeliefert, weshalb unter Berücksichtigung des Sonderhonorars am Ende ein offener Schaden von 3,3 Mio. Euro verblieb.

Reaktion aus London
Karl Stoss, Nachfolger von Leo Wallner als ÖOC-Präsident, derzeit bei den Sommerspielen in London, gab eine schriftliche Erklärung ab: „Das Urteil ist einstweilen noch nicht rechtskräftig, zeigt freilich deutlich eine Richtung. Für einen endgültigen Kommentar ist es noch zu früh. Wir danken all jenen, die zur Aufklärung beigetragen haben und werden umgehend die vom Gericht bestätigte Rückzahlungsforderung in der Höhe von 1,5 Millionen Euro einfordern und alles daran setzen, dass das Geld in voller Höhe zurück in den heimischen Sport fließt.“

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69 Kommentare
 
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Gast: A.B.C.
01.08.2012 11:50
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Vorher schauten alle weg..........

Selbst, wenn man davon ausgeht, dass dieser Herr erstklassig verdient hat, müsste sich, bei dem Lebensstil, den diese Person gepflegt hat, doch irgendwer gefragt haben, woher das Geld kommt, das er nie und nimmer verdienen konnte ?

Also stellt sich für mich doch die Frage, warum hat man da absichtlich weggeschaut oder wer hat da wann und wie profitiert.

Der Mann scheut irgendwie haftuntauglich aus gesundheitlichen Gründen aus.

Ich würde relativ hohe Summen darauf setzen, dass er seine Strafe nie wirklich absitzt, dafür aber auch nicht weiter auspackt.

Antworten Gast: A.B.C.
01.08.2012 11:51
1 0

Re: Der Mann scheut irgendwie haftuntauglich aus gesundheitlichen Gründen aus.

Ich wundere mich, dass er überhaupt den Prozess überstanden hat, so krank wie der ist.

2 0

Das Schmalz

das Jungwirth ausfaßte mag in Ordnung sein. Nicht in Ordnung finde ich, dass der jahrzehntelange Chef WALLNER, der sich mit Vorliebe in jeder Seitenblickegesellschaft herumtrieb, gänzlich ausgeblendet wird. Einer der soviel zu "verantworten" hatte - wo ist er geblieben?

0 0

das ist die einzige sprache

und jetzt nicht lang warten!

einsperren.....

dann singen wieder ein paar wie der in kärnten......

und hoffen nicht eigesperrt zu werden....


Gast: Hermann vom Gipfel
31.07.2012 21:11
3 0

Für 3.3 Mio Euro müssen 100 Arbeitssklaven

zwei Jahre lang schuften. Sowas gönnen sich die österreichischen Funktionäre und finden nichts dabei.
Die Sportfunktionäre sind pauschal verdächtig. Hier muss nachgeforscht werden. Und Kritik am System wie von Jukitsch oder Rogan ist sehr ernst zu nehmen. Eigentlich müssen die alle zurücktreten, aber wer kann das schon, wenn Millionen daran hängen?

Re: Für 3.3 Mio Euro müssen 100 Arbeitssklaven

Jukitsch bekam allein im letzten Jahr 25.000 Euro vom österreichischen Schwimmverband und klagt wegen zu wenig Unterstützung? Nur nebenbei: Bei der letzten Olympiade saß er mit dem kroatischen Teamleibchen auf der Tribüne - war ein riesen Eklat!

Antworten Antworten Gast: Affffe
01.08.2012 14:38
1 0

Re: Re: Für 3.3 Mio Euro müssen 100 Arbeitssklaven

Er fühlt sich halt als Kroate.

Österreich fördert ja kräftig die Herkunftszugehörigkeiten.

Eigentlich wieso spricht der Deutsch. Eigentlich müsste er ja kroatisch sprechen und einen Kurs für Integration besuchen, wenn es nach unseren Politikern geht.

Jungwirth: "Jetzt muss ich dafür büßen" - Och, haben wir den von Adipositas gezeichneten Schwabbel...

... nicht genug auf die Schulter geklopft und seinen Kopf gestreichelt? Och, nun ist Schweinchen Dick beleidigt!

Gast: b754
31.07.2012 19:41
5 1

der schaut schon krank aus der wird sicher bald haftunfähig sein


5 jahre?

hab ich das richtig gelesen, der Hr. kriegt 5Jahre unbedingt und geht heim?? dachte immer da muss man gleich dort bleiben so wie ein normaler Dieb oder Räuber!

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Re: 5 jahre?

Der gelernte Österreicher weiß, dass bis zum Haftantritt viel passieren kann. Ganz gefährlich sind plötzliche Erkrankungen wie Bournaut, Depression, Angstzustände etc. Da wird man vom Verurteilten bzw. von seinen ärztlichen Gutachtern einiges aufgetischt bekommen. So schauts aus!

Antworten Gast: 6753
31.07.2012 18:57
0 0

Re: 5 jahre?

Nicht rechtskräftig nach Hause gehen.

Rechtskräftig dort bleiben.

Verstanden obergscheid ?

Antworten Antworten Gast: hörauf
31.07.2012 19:52
0 0

Re: Re: 5 jahre?

Wie jetzt? Sie meinen wenn ein Normalsterblicher in einem Strafprozess eine Haftstrafe von 5 Jahren ausfasst und noch im Gerichtssaal dagegen beruft, so könne auch er heimgehen - weil das Urteil noch nicht rechtskräftig wäre? Das ist doch Verarschung, oder?

Antworten Antworten Antworten Gast: 6753
31.07.2012 20:10
0 0

Re: Re: Re: 5 jahre?

Wenn Sie nicht aus der U-Haft kommen,keine Gründe für diese vorliegen und Ihnen der weitere Instanzenzug und Rechtsmittelweg noch offen steht,was spricht Ihrer Meinung nach dagegen ?

Gast: Baur4
31.07.2012 16:35
5 0

Was ist das für ein Verein???

Da verschwinden über 3 Mio und niemand merkt etwas????

Wird ja ohnehin wiederum nur der kleine Steuerzahler dafür zahlen.

4 0

Re: Was ist das für ein Verein???

Was glauben sie was bei "Vereinen" wie der UEFA, Fifa, Formel1 odgl.
verschoben werden?

0 0

Re: Re: Was ist das für ein Verein???

Formel 1 ist kein (!) Verein!

Gast: timeo
31.07.2012 16:07
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Dr. Schüssel

Seien wir froh, dass es Dr. Schüssel gab. Er hat durch seine mutigen, aber unpopulären Reformen (Wirtschaft, Pension, ...) den Grundstein dafür gelegt, dass Österreich zur Zeit ein gutes Wirtschaftswachstum hat, dass in Österreich die Arbeitslosigkeit die niedrigste in der EU ist, (nur die, die nicht arbeiten wollen, sind heute noch arbeitslos und müssen -dank SPÖ- durchgefüttert werden). Kurz gesagt, die SPÖ erntet heute, was Dr. Schüssel hat. Dr. Schüssel ist zu 'vergolden'. Er war nach Raab der beste Bundeskanzler nach dem 2. Weltkrieg, Schuldenkanzler Kreisky steht w e i t hinter ihm, alle anderen SPÖ-Kanzler sind nichteinmal erwähnenswert.

Re: Dr. Schüssel

hört sich nach Khol an ...

Der ist ja auch bei so gut wie jeder Einschätzung falsch gelegen.

Re: Dr. Schüssel

ich würde die Tabletten einige zeit nicht mehr nehmen und aufpassen beim Autofahren !

Antworten Gast: frodrano
31.07.2012 18:58
3 1

Re: Dr. Schüssel

Wuifal, don't drink and write :-)

Antworten Gast: VOCE
31.07.2012 18:02
10 0

Re: Dr. Schüssel

Gratulation!

Sie haben - mit großem Abstand - den Hauptpreis für das dümmlichste Posting des Monats gewonnen!

Was bitte schön hat der Erfinder der Unschuldsvermutung unter ehemaligen Regierungskollegen denn mit der ÖOC Causa zu tun?

Unfassbar, dieser Schwachsinn!

Antworten Gast: Ncht ganz dicht
31.07.2012 16:55
2 5

Re: Dr. Schüssel

Ich vermute, dass sich der Schüssel dieses Posting selbst geschrieben hat !!

Re: Re: Dr. Schüssel


Nein, dumm ist Schüssel nicht!

Dem Bruch zwischen Ainetter und Dichand

ging voraus, dass in Heute über Faymanns gefälschte Facebook-Freunde berichtet wurde…

 
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