Hartberg/Apa/Sb. An Beachvolleyball-Höhepunkten herrscht in Österreich seit Jahren kein Mangel mehr. Nach dem CEV-Satellite-Turnier im Mai in Baden und dem Grand Slam im Juli in Klagenfurt findet von Donnerstag bis Sonntag mit den U20-Europameisterschaften in Hartberg das heuer dritte große Beachvolleyball-Event auf österreichischem Boden statt.
Nach den sportlichen rot-weiß-roten Erfolgsgeschichten muss man schon genauer suchen, aber es gibt sie noch. Wie die der beiden Steirerinnen Katharina Schützenhöfer und Lena Plesiutschnig. Das Duo geht als Titelverteidiger in den „Heimbewerb“, ist zudem U19-Vizeweltmeister.
Flutlicht auf dem Hauptplatz
Die beiden erst 18-Jährigen streben mit dem Selbstvertrauen des Titelträgers vor heimischer Kulisse das Double an. „Aber die Konkurrenz ist sehr stark“, räumte die gebürtige Hartbergerin Schützenhöfer ein. Plesiutschnig zeigte sich vom Ambiente auf dem Hauptplatz, aus dem mit 400 Tonnen Sand ein Beachvolleyball-Platz mit Platz für 1100 Zuschauer wurde, begeistert: „Der Centre-Court ist wunderschön. Wir sind topmotiviert und freuen uns sehr auf diese EM.“ Gespielt wird auch bei Flutlicht. Wo sonst die Stadtpfarrkirche den Platz beherrscht, sollen ab heute vor dem spätgotischen Bauwerk die beim Beachvolleyball obligatorischen Publikumsspiele und Tänzerinnen für Stimmung sorgen.
Plesiutschnig hat aber immer noch öfters Probleme mit dem Sprunggelenk, nachdem sie im Februar einen Bänderriss erlitten hatte. Daher haben die beiden zuletzt die U20-Staatsmeisterschaften ausgelassen und die Trainingsintensität reduziert. Beim CEV-Satellite-Turnier in Vaduz probten die beiden noch einmal den Ernstfall, unterlagen aber im Österreicher-Duell Babara Hansel und Magadalena Jirak 0:2.
Schlimmer ist die Situation bei den Burschen. Christoph Dressler fällt mit einem Muskelfaserriss im Hüftbeugemuskel aus, daher spielt nun der 18-jährige Tobias Winter mit dem 19-jährigen Lorenz Petutschnig. „Wir sind mit dieser Entwicklung alles andere als glücklich, schließlich ist damit beinahe die gesamte Vorbereitung zerstört“, meinte dazu ÖVV-Teamtrainer Stefan Hömberg. „Dennoch sind wir weiterhin zuversichtlich.“ Die weiteren österreichischen Teilnehmer sind die 18-jährigen Anton Menner und Martin Ermacora sowie die erst 16-jährigen Zwillinge Nadine und Teresa Strauß.
Bei Burschen und Mädchen sind je 24 Teams in Vierergruppen dabei. Die ersten beiden Teams jeder Gruppe sowie die vier besten Dritten steigen ins Achtelfinale auf, in dem im Double-Elimination-System (Ausscheiden erst nach der zweiten Niederlage) bis zu den Semifinal-Matches gespielt wird.
Zeitplan, U20-Beachvolleyball-EM (jeweils ab 9Uhr): Donnerstag und Freitag: Gruppenspiele Freitag, Samstag: Double-Elimination der Top 16 Sonntag: Semifinal-Spiele, Spiele um Bronze (13 und 14 Uhr), Finali (15 und 16 Uhr). Am Sonntag (ab 8.50 Uhr) werden alle Matches live auf ORF Sport + übertragen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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