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Ende der „Hexenjagd“ Aufgabe statt Aussage

24.08.2012 | 18:31 |  von MARKKU DATLER (Die Presse)

Lance Armstrong lehnt einen Prozess ab und nimmt dafür eine lebenslange Sperre und den Verlust aller Siege in Kauf. Für seine Gegner gleicht das einem „Geständnis“.

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Austin/Wien. Lance Armstrong hat sich entschieden: Der 40-jährige Texaner, der mit sieben Siegen bei der Tour de France Sportgeschichte geschrieben hat, will sich nicht länger mit Dopingjägern, Anschuldigungen oder einem Gerichtsverfahren auseinandersetzen. Er erteilte der „Hexenjagd“, wie er die Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Behörde bezeichnet hat, ein Ende anstatt am Ende als verurteilter Dopingsünder dazustehen. Er verzichte auf das Gerichtsverfahren, damit sei der Spuk vorbei. Es gibt keinen Schauprozess mit unangenehmen Fragen und entlarvenden Zeugenaussagen. „Es kommt ein Punkt im Leben jedes Menschen, an dem er sagen muss ,genug ist genug‘. Für mich ist dieser Punkt gekommen.“

Der Texaner blieb bei seiner Verteidigungsstrategie. Er leugnete alle Vorwürfe, bestritt vehement, jemals mit Doping in Berührung gekommen zu sein, und verließ die Sportbühne, ohne jemals eine positive A- oder B-Probe abgeliefert zu haben. Somit habe auch niemand das Recht, ihn offiziell als „Doper“ bloßzustellen. Dafür ist er auch willens, einen hohen Preis zu bezahlen. Die lebenslange Sperre tangiert ihn nicht, nur der drohende Verlust aller Erfolge seit dem 1. August 1998, vor allem das Auslöschen seiner sieben Tour-Siege, ist für den eitlen Sportler – mehr oder minder – schmerzhaft.

Doch in diesem Punkt ist das letzte Wort noch nicht gesprochen – die Praxis bei Dopingsündern sieht eine Löschung aller Erfolge im Zeitrahmen von acht Jahren vor. Gemäß dieser „Zeitrechnung“ wäre nur sein letzter Tour-Sieg, der von 2005, in Gefahr.

 

Sackgasse mit drei Optionen

Am Montag, als ein Gericht in Armstrongs Heimatstadt Austin eine Klage gegen die Ermittlungen der US-Anti-Doping-Agentur abgewiesen hatte, war der ehemalige Radstar in einer Sackgasse gefangen. Die Aussagen ehemaliger Teamkollegen waren erdrückend, die Indizienkette zu stichhaltig.

Somit blieben Armstrong nur noch drei Optionen: Er hätte vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ziehen können, nur das wäre mit hohen Kosten und weiteren Jahren voller Anfeindungen und Rechtfertigungen verbunden gewesen. Er hätte vor Gericht kämpfen können – ohne tatsächliche Garantie auf eine Siegchance. Aber auch die dritte Option, mit seinen Erzfeinden den in den USA nicht unüblichen „Deal“ anzustreben, war ihm zutiefst zuwider.

Also zog er die Reißleine, was für ihn keineswegs einem Schuldeingeständnis gleichkommt. Es mag naiv anmuten, doch Armstrong, der 1999 nach überstandener Krebsoperation mit seinem ersten Sieg die Radsportwelt als schillerndes, bewundernswertes und makellos erscheinendes Aushängeschild erobert hatte, ist davon felsenfest überzeugt. Er sagt: „Ich weiß, wer sieben Mal die Tour gewonnen hat und auch meine Teamkollegen und alle, gegen die ich gefahren bin, wissen, wer die Tour sieben Mal gewonnen hat. Es gab keine Abkürzungen, keine speziellen Behandlungen.“

 

Gewinnen, um jeden Preis

Seine Reaktion führte aufseiten der Dopingjäger zu nahezu hämischen Aussagen. Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur, nannte es einen „bedauerlichen Schritt. Vor Gericht hätte Armstrong doch der ganzen Welt die Wahrheit sagen können... Das ist ein trauriger Tag für alle, die den Sport und heldenhafte Athleten lieben. Es ist ein herzzerreißendes Beispiel dafür, wie die Kultur des Gewinnens um jeden Preis den fairen, ehrlichen Wettbewerb untergräbt. Es ist aber auch eine Erinnerung, dass für künftige Generationen weiterhin die Hoffnung besteht, ohne leistungsfördernde Mittel anzutreten.“

John Fahey, Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, maß Armstrongs Abgang weitaus weniger Emotionen bei. Für ihn sei es zweifellos ein Schuldeingeständnis. „Er hatte das Recht, die Vorwürfe zu entkräften. Daher ist es unter diesen Umständen die einzige Deutung, dass die Vorwürfe Substanz hatten“, wird Fahey von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. „Damit sind auch all seine Tour-Siege nichts mehr wert.“

Die Dopingjäger hatten Armstrong jahrelang vorgeworfen, mithilfe von Steroiden und Blutdopingmitteln von 1999 bis 2005 gewonnen zu haben. Auch soll er mit illegalen Substanzen gehandelt haben. Die US-Staatsanwaltschaft hatte diesbezügliche Ermittlungen eingestellt, doch ihre Sportkollegen ließen nicht locker, bis der ehemalige Spitzenreiter des Pelotons nun den Schlussstrich zog.

Armstrong wolle sich nun verstärkt seiner „Livestrong“-Stiftung zum Kampf gegen Krebs widmen. In diesem Rennen muss er keinerlei Gegenwind mehr fürchten.

„Ich weigere mich, in einem einseitigen, unfairen Prozess mitzumachen. Meine Position: Der Unsinn ist jetzt vorbei.“

Lance Armstrong

„Der Gedanke, dass Athleten ohne positive A- & B-Probe verurteilt werden können, pervertiert dieses System.“

Derselbe

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2012)

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158 Kommentare
 
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Gast: Halbwissen
24.08.2012 09:09
0 0

Armstrong hat sicher nicht ohne Grund sein Hauptquatier in Girona aufgeschlagen !

Armstrong, der zweitbeste Kunde von Dr. Fuentes nach dem FC Barcelona !

Gast: D.M.
24.08.2012 09:07
2 0

Zuerst Fakten checken...

...dann drauflosschreiben, könnte man sowohl der Presse-Redaktion als auch den Forums-Schreibern empfehlen.

L.A. hat sich nur nicht auf das Verfahren vor der USADA eingelassen, da er ihrer ZUständigkeit bestreitet. Daraufhin hat diese ihr Urteil, welches nicht auf Basis eines Prozesses, sondern aufgrund der fehlenden Streiteinlassungergangen ist, gesprochen.

Nun ist es aber so, dass die nationalen Doping Agenturen "im Namen der Verbände" Recht sprechen. Genau dies wird aber vom Spartenverband UCI abgestritten. Die USADA hat auch keine Möglichkeiten, das Urteil gegen UCI und ASO (Veranstalter der Tour) durchzusetzen.

Das bedeutet wahrscheinlich, dass auch, wenn L.A. sich aus dem Verfahren zurückgezogen hat, dieses noch nicht beendet ist. Meiner Meinung nach ist die UCI verpflichtet, dieses Urteil anzufechten, da sie sich diese rechtswidrige Beschränkung ihrer Verbandsautonomie durch USADA nicht bieten lassen kann. Auch unter rechtsstaatlichen Prinzipien ist diese Vorgehensweise sehr bedenklich, und hätte nach österreichischem Recht so nicht stattfindne können.

Daher wird auf absehbare Zeit weder ein Titel aberkannt werden, noch wird Jan Ullrich zum 4-maligen Toursieger erklärt. Ebensowenig wie Klöden oder Basso.

Also, einfach mal tief durchatmen, und dem Verfahren seinen Lauf lassen.

Antworten Gast: Halbwissen
24.08.2012 09:44
0 0

Re: Zuerst Fakten checken...

Drauf los quasseln ist aber viel amüsanter !

Es bringt viel eher die Gefühle ans Tageslicht als Fakten, Fakten, Fakten.

Natürlich nur so lange man niemanden schadet !

Gast: geest
24.08.2012 09:04
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Geschichte

Ich bin damit aufgewachsen, die Tour de France und seine Siege zu sehen.

Für mich ist und bleibt er ein Held und der beste Radsportler aller Zeiten.

Ich bedanke mich für die ganzen spannenden Duelle, vor allem mit/gegen Jan Ulrich im Einzelzeitfahren, und verurteile die stark einseitigen Prozesse.

Als er aufhörte in der Tour de France zu fahren, endete eine Epoche im Radsport, Hut ab.

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Re: Geschichte

sowohl ullrich als auch armstrong haben betrogen,vor allem jene die nicht gedopt haben.
ein held u. sieger wäre er ,wenn er auspacken würde.

Re: Re: Geschichte

Naja, da wirst du zur damaligen Zeit im Peloton nicht wirklich viele finden, die betrogen hätten werden können.
Tipp: das Buch von David Millar.

Antworten Gast: Gast 123
24.08.2012 09:19
1 0

Re: Geschichte

so ist es!! Und ich hoffe er hat die mentale Stärke und Kraft diesen Sesselpupsern die Stirn zu bieten und durch zu halten!!!
Seine Leistung kann Ihm keiner nehmen und wenn die Anderen so gut sind, bitte mitfahren und beweisen.

Gast: Gast 123
24.08.2012 09:00
2 1

der Star

es ist eine Schande, dass ein Mensch der so viel geleistet hat so vernichtet wird. Was bringt das jemandem? Glauben diese Idioten die anderen haben nichts genommen?? Und gedopt oder nicht, das wird keiner so schnell schaffen, er ist und bleibt einzigartig und der Beste!!!!!

Gast: Gerne nur Gast
24.08.2012 08:57
2 0

Das ist ungerecht,


lächerlich und anmaßend.

So kann man mit einem derartig überragenden Sportler nicht umgehen.

Gast: Mr. Richweak
24.08.2012 08:56
0 0

Bücher

Seine Bücher werden sicher wieder weg gehen wie warme Semmel.
http://goo.gl/XcP31" target="_blank">http://goo.gl/XcP31

Gast: limex67
24.08.2012 08:43
5 0

USADA aberkennt ASO Titel?

Wie kann die USADA Titel (7 * Gewinner der Tour de France) aberkennen, welche durch die ASO (Veranstalter der Tour de France) vergeben werden?
Kann mir das jemand erklären?
Bitte möglichst fundierte Antworten und kein Bashing. Danke.

Antworten Gast: toro
24.08.2012 10:17
0 0

Re: USADA aberkennt ASO Titel?

ASO veranstaltet, aber verleiht nicht den Titel.

Er bleibt

Er bleibt DER Radstar auf ewig!!!

Gast: tuffmickey
24.08.2012 08:23
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Das Urteil ist eine Schande für unsere Gesellschaft!

wie kann man jemanden verurteilen wenn keine einzige positive kontrolle vorliegt? gerechtigkeit ist was anderes würde ich sagen!!!!!!!!!!!

Re: Das Urteil ist eine Schande für unsere Gesellschaft!

Die Verweigerung eines Dopingtests ist mit einem positiven Testergebnis gleichzusetzen!
Das weiß er und alle anderen Spitzensportler auch. Also wo ist das Problem?
Entweder hat er eine saubere Weste, dann gibt es keinen Grund den Test zu verweigern, oder ...

"Saubere Sportler"

"Saubere Sportler" - gibt es das denn? Im Leistungssport. Allein schon nur das chinesische Sportwunder gibt starke Zweifel auf. Und neueste Techniken der Leistungssteigerung - Gendoping - lassen sich ja nicht einmal nachweisen, heißt es. Lediglich wenn der Sportler plötzlich verreckt, kann man Rückschlüsse ziehen, aber keinen Beweis führen.

Gähhhhhhn

Aber geh des hät i ma ned doacht!

Antworten Gast: hdfgjdfg
24.08.2012 07:47
9 0

Re: Gähhhhhhn

Sie gähnen recht viel. Das ist ein Zeichen von Sauerstoffmangel im Hirn. Wirklich.

Gast: sdgfsdfsdf
24.08.2012 07:45
4 3

Armstrong

Für mich bleibt er einer der größten aller Zeiten.

Doping

Ob physisch gedopt oder nicht, psychisch war er es mit Sicherheit nicht! Diese mentale Stärke ist einfach einzigartig...

Re: Doping

Dein mentales Vakuum ist auch einzigartig.

Doping

Gähhhhhn. Aber es gibt immer noch Milliarden Deppen die zuschauen, mitfiebern und ihr wenig ausgeprägtes Ego mit Siegen von Dopingkaisern stärken und somit maßgeblich dazu beitragen.

Re: Doping

Ich finde das Dopen auch fatal, aber erkläre mir bitte einmal, wie man sich beim Zuschauen das Ego stärken kann?
Genauso gut könnte man sich vor Neid zerfressen, weil man selbst jeden Hügel bleiern hinauf hechelt.

Gast: b745
24.08.2012 07:13
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das heißt defakto gibt es gar keine tour sieger

weil sie alle gedopt sind
aber lance hat die aberkennung rdlich vedient ein derartiger betrüger gehört bloßgerstellt
so wie unsere skihelden auch

Re: das heißt defakto gibt es gar keine tour sieger

warum gehört lance und unseren skihelden alles aberkannt, wenn (laut ihrem fachwisse !) "eh alle gedopt sind"?

Die Tour sei "der härteste Bewerb der Welt, den nur der stärkste Mann gewinnt. Niemand kann das jemals ändern.

der stärkste mann? nein, der am besten und geschicktesten gedopte mann!

get lost! und werd nicht auch noch zum lügenbaron, du bemitleidenswertes pharmaversuchskaninchen auf 2 füßen.

Re: Die Tour sei "der härteste Bewerb der Welt, den nur der stärkste Mann gewinnt. Niemand kann das jemals ändern.

egal was sie schreiben sie bekommen immer die rote Karte von mir...

Re: Re: Die Tour sei "der härteste Bewerb der Welt, den nur der stärkste Mann gewinnt. Niemand kann das jemals ändern.

kein problem.
1. ich messe diesem kindergartenspielzeug eh nur den ihm gebührenden rang zu.
2. wenn DU mir soviel aufmerksamkeit gewährst, dass du IMMER rot verteilst, dann fühle ich mich eigentlich beschämt, weil du eine ähnliche aufmerksamkeit von mir nicht erwarten darfst.
3. rot in der minderheitenzeitung diePresse (eigentlich: im restpostenforum mit höchstens 500 postern (= nicht mini, sondern mikro, das kleinste forum österreichs!) ist in der regel grün im realen leben!

Antworten Gast: dfgdfgdfg
24.08.2012 07:46
4 2

Re: Die Tour sei "der härteste Bewerb der Welt, den nur der stärkste Mann gewinnt. Niemand kann das jemals ändern.

Manchmal sollte man den Mund halten wenn nur Blödsinn herauskommt.

2 3

wiedo werden hier seine 'grössten erfolge' aufgelistet, wenn dies offensichtlich keine waren, sondern nur durch betrug zustandegekommen sind ?

?

Gast: Gasti
24.08.2012 07:01
9 2

Schlimmer als Hexenprozesse

Verurteilt ohne einen einzigen positiven Dopingtest oder sonstiger Beweise.

Einzig die Verleumdungen neidischer Ex-Kollegen fuehren zur Hinrichtung.

Unser Rechtssystem ist am Ende! Das dunkle Mittelalter kommt zurueck.

und wann

kommt Michael Phelps?

Gast: Halbwissen
24.08.2012 06:36
2 0

Die gelben Trikots liegen in einem Karton in der Garage !

Who cares !

Die Geschichte kann nicht rückgängig gemacht werden.

Ist jetzt Ullrich der Sieger ?
Bekommt er das Preis und Sponsorgeld ?

 
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