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Radsport: „Weltverband ist korrupt“

27.08.2012 | 17:47 |   (Die Presse)

Der deutsche Anti-Doping-Experte Werner Franke greift den Internationalen Radsportverband (UCI) an. Dieser werde von „zwielichtigen Figuren geleitet“ und sei ein „total korrupter Haufen“.

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Berlin/ag. Der deutsche Anti-Doping-Experte Werner Franke sieht in den aktuellen Vorgängen um Lance Armstrong keinen Epochenwechsel im Radsport. Im Deutschlandradio Kultur sagte der Heidelberger Molekular-Biologe am Montag, es sei der Verdienst einzelner Personen, dass Armstrong voraussichtlich seine Tour-de-France-Titel verlieren werde. „Das sind Leute, die einfach nicht aufgeben, auch wenn um sie herum alles korrupt ist“, betonte Franke.

Besonders positiv hob der 72-Jährige die Rolle des Juristen Richard Young von der US-Anti-Doping-Agentur (Usada) hervor. Armstrong sei von seinen Anwälten beraten worden und habe angesichts der vielen Zeugenaussagen gegen ihn aufgegeben. „Es wäre peinlich geworden vor Gericht“, meinte Franke.

Scharf griff Franke den Internationalen Radsportverband (UCI) an. Dieser werde von „zwielichtigen Figuren geleitet“ und sei ein „total korrupter Haufen“, der sich in der Vergangenheit sogar von Armstrong habe bezahlen lassen. „Geld nehmen, schlimmer geht's ja gar nicht“, sagte der Anti-Doping-Experte. Was die UCI jetzt in Sachen Armstrong unternehme, könne man einfach vergessen. „Die UCI ist völlig bedeutungslos, was Ehrlichkeit angeht.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

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3 Kommentare
Gast: Hans-Xaver Gernefroh! Aber wie? Womit?
28.08.2012 09:31
1 0

Der siebenfache Toursieger Lance Armstrong – die arme Sau – muss wegen Dopings alle seine Titel abgeben. Fragt sich bloß: An wen? Und: Warum? Denn Hochleistungssport ist nämlich weder gesund noch natürlich, sondern die Dressur des menschlichen Körpers zu Leistungen, zu denen er sonst nicht imstande wäre.

Dafür braucht es Maßnahmen und Medikamente, von denen einer willkürlichen
(und wechselnden)
Definition zufolge manche erlaubt sind und andere nicht.

Martin Krauß meinte einmal,
„die Vorstellung, der menschliche Körper sei von Natur aus
schön, kräftig u leistungsstark,
dürfe nicht durch üble gesellschaftliche Einflüsse beeinflusst, verändert werden“.

Dabei gehört es zum Wesen unserer bürgerlichen Gesellschaft,
Menschen zu unnatürlichen Dingen zu trimmen.
Nirgends wird das offensichtlich wie im Leistungssport!!!

Und gerade deshalb soll der Sport als unverfälscht erscheinen,
wo der der Alltag alles andere als drogenfrei ist:
- Betablocker und Prozac,
mit denen man sich fit für den Beruf macht,

- Bier, Viagra und Kokain,
die das Vergnügen vergnüglicher machen,

- Nikotin, Vitamin und Aspirin
für Zwischendurch.

Das ist nicht immer schlimm.
Es gehört zu den Vorzügen unserer Gesellschaft,
die Zwänge der ersten Natur eingeschränkt zu haben.

ABER
WELCHE STTIMULANZIEN
ALS ZULÄSSIG GELTEN
und welche nicht,
WIRD VOM ZUFALL
( oder von Lobbyisten/Meinungsmachern)
BESTIMMT.

DIES aber ZUZUGEBEN IST SAKROSANKT!
quelle:
http://taz.de/Kolumne-Besser/!100495/


Gast: Jonas Arturas
28.08.2012 01:22
1 0

Kritik von Werner Franke

Werner Franke Worte sind bedeutungslos. Er kann selber mit aller Doping der Welt Tour de France gewinnen, keine würde ihm Titel aberkennen.
Eigentlich UCI hat viel größeren und ruhigeren Einblick, und vor allem steigt nicht ein in Zerfetzung von Sportlern.

Alle dopen!

Im Spitzenradsport dopn alle! Der eine bleibt unentdecket, der andere fliegt auf! Traurig aber war.