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Paralympics: Österreich hofft auf sechs Medaillen

28.08.2012 | 14:37 |   (DiePresse.com)

Tischtennisspieler Stanislaw Fraczyk wird bei der Eröffnung am Mittwoch die Fahne tragen. Sprinter Florian Mayer winkt ein Duell mit Superstar Pistorius.

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Trotz der Zusammenlegung vieler Klassen und einer Straffung des Programmes hofft Österreicher bei den 14. Paralympics in London auf vier bis sechs Medaillen. Vier Goldene wie zuletzt in Peking hält Teammanager Walter Pfaller hingegen nur für sehr schwer möglich. Bundespräsident Heinz Fischer wird der Eröffnung am Mittwochabend im ausverkauften Londoner Olympiastadion bewohnen, Österreichs Fahnenträger ist Tischtennis-Veteran Stanislaw Fraczyk.

Österreich schickt bei den Paralympics 2012 in London ein 32-köpfiges Team in neun Sportarten am Start, darunter sieben Neulinge und mit den beiden querschnittgelähmten Sportlern Andreas Vevera (Tischtennis) und Wolfgang Schattauer (Radfahren) auch zwei Titelverteidiger von Peking. Andrea Scherney (Weitsprung) hat ihre Karriere beendet, der ebenfalls querschnittgelähmte Marathon-Sieger von Peking, Thomas Geierspichler, muss nach der Streichung der Lang- und Mitteldistanzen in seiner Klasse diesmal über Strecken von 100 bis 800 m antreten.

Diese Folge der Zusammenlegung von Klassen macht die Paralympics zwar übersichtlicher, stößt vor allem den schwerer behinderten Sportlern stark auf, weil es sie gegen die weniger Behinderten fast chancenlos macht. "Irgendwann amputiert sich einer eine Zehe und kann dann bei den Paralympics starten", gab sich nicht nur der Salzburger Vorzeigeathlet Geierspichler kritisch.

Die Stars: Pistorius, Wyludda und Zanardi

In der Tat sind es die eher "leichter" behinderten Sportler, die den Spielen in London den Stempel aufdrücken werden. Prothesen-Läufer Pistorius etwa, der kürzlich schon an den Sommerspielen der Nichtbehinderten teilnahm und über 400 Meter bis ins Halbfinale lief. Aber auch die frühere deutsche Diskus-Olympiasiegerin Ilke Wyludda oder der italienische Autorennfahrer Alessandro Zanardi, der 2001 bei einem ChampCar-Unfall beide Beine verlor sind weitere Teilnehmer, auf die die Scheinwerfer schon vor den Spielen gerichtet waren.

Zanardi steht aber auch für ungebrochenen Lebensmut und Humor, auch der eigenen Situation gegenüber. Dass der Italiener ausgerechnet auf der Automobil-Rennstrecke in Brands Hatch, wo die Straßenbewerbe der Radfahrer abgewickelt werden, um eine Medaille kämpft, hat seinen speziellen Reiz. Einen direkten Klassen-Vergleich eines Österreichers gegen einen der Paralympics-Stars wird es aber nur für den Osttiroler Robert Mayer über 100 und 200 Meter mit Pistorius geben.

Auch Präsident Fischer vor Ort

Österreichs Team ist seit Sonntag vor Ort, wurde am Montag von der Bürgermeisterin des Olympischen Dorfes, Eva Loeffler, willkommen geheißen und absolvierte am Dienstag noch einen Empfang beim österreichischen Botschafter Emil Brix. Bundespräsident Fischer wird auch bei der Eröffnung des Österreich-Hauses, das sich wieder im altehrwürdigen Trinity House befindet, am Donnerstag (10.30 Uhr) anwesend sein.

Sportlich geht es ebenfalls am Donnerstag los. Zehn österreichische Teilnehmer sind am ersten Tag im Einsatz, Medaillenentscheidungen gibt es bei Anita Ruetz (Bahnradfahren), dem Sportschützen Hubert Aufschnaiter sowie Schwimmer Andreas Onea (100 m Delfin). Weiters im Einsatz sind die beiden Reiter Bepo Puch und Thomas Haller sowie in der Tischtennis-Vorrunde Vevera, Doris Mader, Hans Ruep, Manfred Dollmann und Egon Kramminger.

(APA)

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