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US Open: Bitteres Erstrunden-Aus für Paszek

29.08.2012 | 07:33 |   (DiePresse.com)

Erstmals war Tamira Paszek bei einem Grand-Slam-Tennisturnier gesetzt. Nachdem sie acht Games in Folge verlor, kam eine Aufholjagd aber zu spät.

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Sie ist mit großen Ambitionen nach New York gekommen und wollte nach dem zweiten Wimbledon-Viertelfinale en suite auch bei den US Open wieder zuschlagen. Doch für Tamira Paszek ist es am Dienstag in der ersten Runde ganz anders gekommen: Die erstmals in ihrer Karriere bei einem Major gesetzte Vorarlbergerin musste sich überraschend der Weltranglisten-67. Olga Goworzowa (BLR) nach 1:36 Stunden mit 3:6,4:6 geschlagen geben.

Für die 21-Jährige ein gehöriger Dämpfer und eine Fortsetzung einer Berg- und Talfahrt in diesem Jahr. Nach völlig verpatzten ersten fünf Monaten schaffte Paszek mit dem Sensations-Titel in Eastbourne und dem Viertelfinale in Wimbledon die Trendumkehr. Trotz der Olympia-Enttäuschung (Aus in Runde eins) kämpfte sie sich bis auf Platz 31 in der WTA-Rangliste und steht damit so gut wie nie zuvor da.

Nun ruhen alle Hoffnungen auf Melzer

Daher auch die Setzung in Flushing Meadows als Nummer 29, der sie am Dienstag als einzige ÖTV-Dame im Einzel allerdings nicht gerecht werden konnte. Wie im Vorjahr scheiterte Paszek gleich zum Auftakt. Womit nun alle Hoffnungen der Österreicher im Single auf Jürgen Melzer ruhen. Der 31-jährige Niederösterreicher trifft im 4. Match nach 17 Uhr MESZ auf den US-Qualifikanten Bradley Klahn.

"Ich habe eigentlich gut begonnen und 3:1 geführt und dann einen kompletten Durchhänger gehabt. Dann habe ich mich wieder zurückgekämpft, Chancen gehabt und die nicht genützt", meinte eine schwer enttäuschte Paszek. Ob es ihr körperlich nicht möglich war, oder es eher ein mentales Problem war, beantwortete die Dornbirnerin klar: "Das ist definitiv mental zu erklären, so ein Durchhänger darf einfach nicht passieren. Innerlich bin ich ein bisschen unruhig momentan. Ich will oft zu sehr zu viel zu schnell."

Zweite Chance im Doppel

Für Paszek gehen die US Open im Doppel an der Seite der Deutschen Angelique Kerber noch weiter. Im Einzel tritt sie danach die Reise nach Asien an und spielt in Seoul, Tokio und Peking. Danach kündigte sie an, beim Heimturnier in Linz sowie in Luxemburg zu spielen.

Djokovic hat es eilig

Es war ein Spaziergang bei windigen Bedingungen für Titelverteidiger Novak Djokovic und die dreifache Siegerin, Serena Williams. Der als Nummer zwei gesetzte Serbe und die als Nummer 4 gereihte US-Amerikanerin hatten am Dienstag in der ersten Runde der US Open leichtes Spiel. Bei den Herren schafften auch die Nummern fünf und sechs, Jo-Wilfried Tsonga (FRA) und Tomas Berdych (CZE), sicher die ersten Hürden, während sich der als Nummer 10 gesetzte Argentinier Juan Monaco von Guillermo Garcia Lopez aus Spanien eine 2:0-Satzführung noch entreißen ließ.

Es war übrigens eine von insgesamt sieben Fünf-Satz-Partien am zweiten Tag des mit 25,526 Millionen Dollar dotierten letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres. Auch die Nummern 14 und 15, Alexander Dolgopolow und Milos Raonic aus der Ukraine bzw. Kanada, setzten sich gegen Jesse Levine (USA) bzw. Santigao Giraldo (COL) erst im Entscheidungssatz durch. Ebenso der Doppelpartner von Jürgen Melzer, Philipp Petzschner, nach 0:2-Satzrückstand gegen "Marathon"-Spezialist Nicolas Mahut aus Frankreich.

Von einem Marathon war bei den Topstars keine Rede. Djokovic zeigte bei seinem ersten Auftritt, dass er heuer wieder einiges vorhat in Flushing Meadows. In nur 73 Minuten überrollte der 25-jährige Serbe den Italiener Paolo Lorenzi mit 6:1,6:0,6:1 in der Abendsession im Arthur-Ashe-Stadion. "Mein Spiel war vom Start bis zum Ende großartig", freute sich Djokovic, der im Vorjahr drei von vier Majors gewonnen hat und heuer Australian-Open-Sieger ist.

Auch Williams und Radwanska souverän

Auch der zweite Teil der Abendsession verlief mehr als einseitig: Serena Williams gönnte weder US-Landsfrau Coco Vandeweghe noch den fast 24.000 Zuschauern im größten Tennis-Stadion der Welt im Anschluss viel Zeit auf dem Platz.

Neben Williams entledigte sich auch die Weltranglisten-Zweite Agnieszka Radwanska schnell ihrer ersten Aufgabe. Von einer Schulterverletzung in der Vorwoche war bei der Polin beim 6:1,6:1 über Nina Bratschikowa nichts mehr zu bemerken. Auch Serena Schwester Venus zeigte, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehört. Beim 6:3,6:1 über Landsfrau Bethanie Mattek-Sands servierte sie einmal 199 km/h schnell, das bisher schnellste Damen-Service der diesjährigen US-Open-Auflage.

Die Weltranglisten-46., die nun auf die Nummer 6, Angelique Kerber aus Deutschland trifft, hofft, dass sie es noch einmal zurück in die Top Ten schafft. "Ich fühle, dass ich es noch in mir habe." Vielleicht noch in sich hat es auch Caroline Wozniacki - doch nicht bei den US Open. Die Nummer 8 des Turniers musste sich gleich zum Auftakt gegen die Rumänin Irina-Camelia Begu glatt mit 2:6,2:6 verabschieden.

Mittlerweile hat übrigens David Nalbandian das argentinische Duell mit Juan Martin del Potro wegen einer Verletzung platzen lassen. Er wird von einem Lucky Loser ersetzt. Bereits zum zweiten Mal läuft am Mittwoch Olympiasieger Andy Murray auf den Platz.

Eine Sensation gab es auch im Doppelbewerb zu vermelden. Mit einem Sieger der US-Youngsters Jack Sock/Steve Johnson über die topgesetzten Max Mirnyi/Daniel Nestor (BLR/CAN) hätte keiner gerechnet, die Lokalmatadore gewannen 1:6,7:6(4),6:2.

(APA)

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4 Kommentare

Melzer/Paszek

Paszek ist zu wenig konstant, lasch, lauffaul. Ständig wird von höheren Zielen gesprochen, arrogant find ich das.
Dass unsere Hoffnungen auf Melzer ruhen, beruhigt wenig. Gewinnt er gegen Klahn, was garnicht der Fall sein muss, kommt eben in Runde 2 das Aus. Ich habe meinen Melzer-Optimismus zu lange strapaziert. Jetzt ist er nicht mehr angebracht...

Antworten Gast: Gast: Leser
29.08.2012 11:53
0 0

Re: Melzer/Paszek

Gerade wollte ich etwas ganz Ähnliches posten. Die österreichischen Tennisspieler leiden an chronischer Selbstüberschätzung: Paszek hat sich ja bei den Olympischen Spielen sogar Gold zugetraut - nur weil sie (offenbar eher zufällig) zwei Turniere in Folge gut gespielt hat; und auch für die US Open hat sie sich viel zugetraut, die Niederlage gegen Gowortsowa ist nur logisch. Da Gleiche mit Melzer, der ja ebenfalls seit Monaten überall in der ersten Runde hinausfliegt: gerade hat er mehr als mühsam einen 300...-Platzierten besiegt, jetzt macht er aus dem nächsten 400...-Platzierten eine große Affäre; sollte mich nicht wundern, wenn er verliert. Und wenn nicht: gegen Gasquet wird er wohl nur sehr kurz auf dem Platz verweilen.

Re: Re: Melzer/Paszek

Paszek spielt auf Rasen meistens gut, dann aber nicht mehr. Die paar guten Turniere im Jahr halten sie in den Top 50. Melzers Zeit ist leider vorbei. An seiner Stelle würde ich in Wien ein Abschiedsspiel geben. Würde ihm einige Peinlichkeiten ersparen...

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast: Leser
29.08.2012 13:54
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Re: Re: Re: Melzer/Paszek

Das Olympiaturnier fand ja auch auf Rasen statt - sogar auf demselben, wo sie kurz zuvor Erfolg hatte. Daher kann man eigentlich auch nicht sagen, dass sie grundsätzlich auf Rasen gut spielt. Sie hat sicher ein ganz gutes Potenzial, dass sie - wahrscheinlich aus psychischen Gründen - nur ganz selten auch auf den Tennisplatz bringt.