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Paralympics: Normales und Außerordentliches

02.09.2012 | 18:22 |  von Johann Skocek (Die Presse)

Das Großereignis hat die Einstellung der Bevölkerung zu Behinderten geändert. Österreichs Team hat in London mit dem Einsammeln von Medaillen begonnen.

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London. Wer durch die Excel genannte Wettkampfstätte der Paralympics in London wandert, kann sich freilich eines leichten Ziehens in der Bauchgegend nicht erwehren. Dort werden Tischtennis, Judo und noch ein paar andere Sportarten abgehandelt, und vor jeder Vormittags- und Abendsitzung strömen Massen durch die riesige Anlage, darunter viele Familien mit Kindern ab zwei Jahren. Sportschauen ist in England eine Angelegenheit für alle.

Auch Doris Mader wird am Montag im Tischtennisfinale Unterstützung genießen. Gegen die Schwedin Anna-Carin Ahlquist gilt sie als Favoritin. Sollte Mader verlieren, erhält sie die Silbermedaille, was auch kein Malheur ist.

Am vergangenen Wochenende begannen die Medaillen sich langsam, aber sicher in Richtung Österreich in Bewegung zu setzen. Über einem Weichselstrudel genoss Doris Mader am Donnerstag im Österreich-Haus das Glück ihres ersten Sieges. „Und morgen das nächste 3:0!“, rief ihr ein Kollege zu. „Ein 3:2 ist auch schön“, konterte sie. Genau das wurde es auch.

So kämpfte sich Mader ins Finale durch, sicherte Österreich eine weitere Medaille. Bereits am Samstag gewann Dressurreiter Pepo Puch Bronze, am Sonntag legten Tischtennisspieler Stanislaw Fraczyk mit Silber und Speerwerferin Natalija Eder mit Bronze nach. Eine Zwischenbilanz, mit der Österreichs Abordnung zufrieden ist.

 

Viele Fragezeichen

Wie schon bei den Sommerspielen schwirren auch unter den Paralympikern Unglauben und zum Teil Fassungslosigkeit über manche Vertreter durch die abendlichen Plaudereien. Vor vier Jahren in Peking galt beispielsweise der Wiener Speerwerfer Bil Marinkovic als unüberwindlicher Kandidat für die Goldene. Dann trat ein Chinese, von dem vorher kein Mensch etwas gehört hatte, auf den Tartan, warf den Speer aus dem Stand auf eine Weite, die kein Mensch für möglich gehalten hätte. Marinkovic erholte sich nicht mehr von dem Schock. In Athen 2004 hatte er den Bewerb gewonnen, in Peking wurde er Vierter. Diesmal schleudert er übrigens den Diskus, da der Speerwurf in seiner Klasse „aus sportpolitischen Gründen“ aus dem Programm genommen wurde.

Oder die Schwimmer. Eine endlose Abordnung von Chinesen bewegt sich in fast allen Behindertenklassen durchs Wasser, als hätten sie einen Hilfsmotor eingebaut. Beim Training wirke das manchmal schon sehr brutal, sagt die österreichische Schwimmerin Sabine Weber-Treiber. Die Trainer werfen die Athleten ins Wasser wie Glücksmünzen. „Bei vielen kann ich mir von der Muskulatur und dem Körperbau her nicht erklären, wie sie das machen.“ Weber-Treiber wundert sich, wie Schwerstbehinderte im olympischen Dorf gefüttert werden und danach Sport treiben. Die Paralympics werden die Einstellung der Menschen Behinderten gegenüber ändern, sagt sie. Was sie unausgesprochen lässt: Irgendwo gibt es eine Grenze zwischen den Paralympikern und Behinderten, für die Wettkampfsport vielleicht nicht die ideale Beschäftigung darstellt.

 

Wenn sich die Wolke verzieht

Derzeit schwebt der Behindertensport auf der Londoner Wolke, jeder Tag bringt neue, unglaubliche bis absurde Geschichten. Da wäre Jody Cundy, der beim Ein-Kilometer-Zeitfahren mit dem Hinterrad ausrutschte und laut schimpfend die Radhalle verließ. Tags drauf gewann er Bronze in der Vier-Kilometer-Verfolgung.

Oder die zwergenhafte Ellie Simmonds, in England ein Superstar, die mit einem Weltrekord über 400m Kraul die Schwimmhalle zum Überschwappen brachte. „Ich habe alles gegeben“, sagte sie, „für mich und meine Familie.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2012)

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3 Kommentare
Gast: meiisdersiass
03.09.2012 08:34
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zu wenig medienaufmerksamkeit

wo bleiben beispielsweise die fernsehübertragungen?
die olympiade: jeden tag volles programm..und die paraolympics? kaum ein beitrag obwohl die wettkämpfe genauso interessant sind und wir dort medaillen gewinnen....da haben die medien noch nachholbedarf .

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Re: zu wenig medienaufmerksamkeit

ich gebe dir da völlig recht! ich finde nur sehr schade, dass der orf die paralympics zuerst aufgebauscht hat (in ein paar tagen nach olympia, das große event etc. etc.) und jetzt sieht man gerade mal ein paar minuten in sport am sonntag. echt schade!

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paralympics

finde bis jetzt alle paralympic teilnehmer wirklich toll!!!!komisch nur,daß keiner hier ein kommentar schreibt!??!!im gegensatz zur olympiade...........