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Techno-Doping: Auch eine Frage der Schrittlänge

03.09.2012 | 17:30 |  Von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Der geschlagene 25-jährige Südafrikaner Oscar Pistorius beklagt bei den Paralympics in London ein unfaires Rennen über die 200 m und sprach von zu hohen Stelzen des brasilianischen Siegers Alan Oliveira.

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London/Wien. Wenn man so will, haben die Paralympischen Spiele ihren ersten großen Aufreger. Gesorgt dafür hat Oscar Pistorius, der als erster Sportler zuerst bei den Olympischen Spielen und nun auch bei den Paralympics in London im Einsatz ist. Es hätte also sein Jahr werden sollen, aber gleich die erste Chance auf Gold hat der 25-jährige Südafrikaner überraschend verpasst. Über die 200 m wurde der beidseitig unterschenkelamputierte Athlet auf der Zielgeraden noch vom Brasilianer Alan Oliveira (21,45 Sek.) überholt. Sein Kontrahent war zunächst abgeschlagen, auf den letzten 60 m aber war Pistorius dann chancenlos. Die Sensation war perfekt, schließlich büßte der Südafrikaner sieben Hundertstel ein.

Der „Blade Runner“ beklagte anschließend ein unfaires Rennen und sprach von zu hohen Stelzen des Siegers. Durch das neue Reglement sind sie allerdings erlaubt. „Wir sind kein faires Rennen gelaufen. Fakt ist: So schnell war Oliveira noch nie. Nicht einmal annähernd“, schimpfte Pistorius. „Wenn man sich Videos ansieht, dann sieht man, dass er kleiner war als ich. Und jetzt ist er größer. Ich laufe zehn Meter in der Sekunde. Ich kann nicht nachvollziehen, wie jemand acht Meter Rückstand auf der Zielgeraden noch aufholen kann. Das kann nicht richtig sein.“

Anderntags hat sich Oscar Pistorius, der im Semifinale Bestzeit und neuen Weltrekord (21,30) gelaufen ist, zwar für den Zeitpunkt seiner Kritik – nicht aber für den Inhalt entschuldigt. „Ich habe riesigen Respekt vor Oliveira. Aber niemand kann mit seiner Schrittlänge mithalten. Das ist lächerlich!“

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) betont, dass der Goldgewinner keine Regel gebrochen habe. Pistorius legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass man über die Länge der Prothesen diskutieren müsse. Auch andere Athleten stimmen dem Südafrikaner zu. „Es gibt Dinge, die fragwürdig sind – lange Unterschenkel, lange Federn.“

Pistorius, der sich ständig selbst gegen den Vorwurf des „Techno-Dopings“ wehren musste, startet in London noch über 100, 400 und 4 x 100 m (Staffel).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2012)

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8 Kommentare

Man kann zwar ohne Beine,...

...sollte aber nie ohne Hirn laufen!

6 3

jedenfalls ist dasdas Verhalten eines Cyborg,

und sowas sollte nicht in den olypischen Spielen auftreten.

Jedenfalls ist das Auftreten bei beiden Spielen unfair und unsportlich.

Entweder gesund und ein vergleich mit gesunden, oder versehrt und ein Vergleich mit Behinderten.

Aber ein bisschen behindert ist wie ein bisschen schwanger.

Re: jedenfalls ist dasdas Verhalten eines Cyborg,

Man müßte eben auch bei den technischen Hilfmitteln für die Versehrtensportler zu ähnllichen Standards gelangen wie etwa in der Formel 1 und im alpinen Schisport. Dann käme es wohl nicht zu solchen neidvollen Auseinandersetzungen wie zwischen den beiden Ausnahmeathleten Olivera und Pastorius. Denn diese hat das wirklich schöne und harmonische Gesamtbild dieser tollen Veranstaltung doch ziemlich gestört...

Gast: b745
03.09.2012 19:44
6 1

leider auch hier die selbe kranke entwicklung wie im spitzensport

statt sich zu freuen welche leirstungen sie bringen können verfallen sie dem leistungswahn des immer mehr und mehr

Gast: phj
03.09.2012 14:46
13 4

Paralympic im TV

ZDF:
Heute von 10 Uhr bis 16 Uhr
ORF:
Im eigenem Sportsender_ 0 Minuten
Auf ORF1 20 Minuten


Antworten Gast: speibender regenbogen
03.09.2012 16:40
7 13

Re: Paralympic im TV

ja und? interessiert doch eh keine sau! schon die normalen spiele waren beim seheranteil stark unterrepräsentiert, während der orf jeden schaß gezeigt hat!

die winterspiele sind hierzulande wesentlich beliebter, weil wir da auch jede menge an athleten haben, die medaillien holen. aber bei den sommerspielen? nix für ungut, aber das is nix für unser land.

Re: Re: Paralympic im TV

leider hat der ORF nicht jeden Schaß der Sommerspiele gezeigt. Ich hätte gerne ein paar Bewerbe gesehen, aber das geht nie über Österr. Sender.

Re: Re: Re: Paralympic im TV

Der ORF hatte auf gleich ZWEI Sendern die Olympischen Sommerspiele übertragen: ORFeins und ORF-Sport+! Um wirklich ALLE Bewerbe zu sehen, hätte man freilich die Übertragungen des zweiten Senders auf Video aufnehmen müssen!