[LONDON] Mit 13 Medaillen hat Österreichs Team bei den Paralympics 2012 in London die Erwartungen weit übertroffen. Vor den XVI. Paralympischen Spielen hatte man das Erreichen der Peking-Marke von sechs Medaillen anvisiert gehabt, in London feierte man am Schlusstag vier Gold-, drei Silber- und sechs Bronzemedaillen, davon zwei durch Weltrekord-Leichtathlet Günther Matzinger. Der 25-jährige Salzburger wurde daher auch wenig überraschend als Fahnenträger für die abendliche Schlussfeier ausgewählt, deren musikalischer Höhepunkt am Sonntagabend der Auftritt der Band „Coldplay“ war.
„Schönste, was mir passiert ist“
„Wahnsinn, wie die Spiele für mich gelaufen sind. Jetzt auch noch die Fahne zu tragen, ist das Schönste, was mir in meinem Leben passiert ist“, freute sich Matzinger über die hohe Ehre. „Ich werde Gänsehaut haben, wenn ich ins Stadion gehe“, erklärte der in München arbeitende Bankangestellte aus Salzburg, der über 400 und 800 Meter Gold geholt hatte.
Auch Teammanager Walter Pfaller war mit dem Abschneiden der Mannschaft hoch zufrieden. „Die aussichtsreichen Athleten und Athletinnen haben alle ihre Leistungen abgerufen. Es gab praktisch keine Ausfälle und wenn jemand Pech hatte wie Andreas Vevera (Anmerkung: Tischtennis-Titelverteidiger), ist eine wie Doris Mader eingesprungen“, sagte Pfaller.
Die Silbermedaillengewinnerin war auch für Pfaller eine der positiven Überraschungen der London-Spiele. Wie Mader trat auch Matzinger in London zum zweiten Mal bei Paralympics an. „Ich kenne Günther sehr gut, daher habe ich es ihm auch zugetraut. Er war in Peking Fünfter und Siebenter und hat danach noch härter trainiert“, erklärte Pfaller.
Besonderen Respekt ringe ihm auch die Leistungen von Handbiker Walter Ablinger ab. Der Paralympics-Debütant aus Oberösterreich hatte im Zeitfahren eine höchst gefährliche Situation zu überstehen, als ihn ein Begleitfahrzeug abgedrängt und so um mögliches Gold gebracht hatte. Ablinger holte dennoch Silber und später doch noch „sein“ Gold im Straßenrennen.
„Weil er nicht mit dem Missgeschick gehadert hat. Wie überhaupt alle in der Mannschaft sehr stark im Kopf waren und keine Schwächen gezeigt haben“, freute sich Pfaller. Neben Günther Matzinger und Ablinger holten auch Handbiker Wolfgang Schattauer (zweimal Bronze) und Dressurreiter Pepo Puch (Gold und Bronze) gleich zwei Medaillen für Österreich.
Die Bilanz überraschte auch insofern, als wegen der durchgehenden Zusammenlegung von Klassen auch ein Rückfall des ÖPC-Teams in der Medaillenbilanz nicht ausgeschlossen gewesen war. Laut Pfaller habe man aber nicht durch ein „Auffüllen“ mit leichter behinderten Athleten darauf reagiert.
„Im Gegenteil. Wir waren in London sicher eines der Teams, das mehr schwerer Behinderte hatte als andere Nationen“, sagte Pfaller. „Und Matzinger war ja auch schon in Peking dabei. Er läuft auch bei den Nichtbehinderten auf hohem Niveau und hat sich einfach in den vier Jahren enorm weiterentwickelt.“
Dem erfolgreichen ÖPC-Team wird heute in der Heimat ein großer Empfang bereitet. Empfangen wird die Mannschaft kurz nach Mittag am Flughafen Schwechat, ORF Sport + ändert das Programm, überträgt ab 13.45 Uhr live.
Gold und Rekord für Pistorius
Auch Oscar Pistorius hat am finalen Wochenende noch für einen Weltrekord gesorgt. Der Südafrikaner entschied die 400-Meter-Distanz der Klasse T44 in 46,28 Sekunden für sich. Der 25-Jährige holte damit im letzten Anlauf seinen ersten Einzeltitel in London und seine sechste Paralympics-Goldmedaille.
Paralympics: 13 Medaillen und viel Gänsehaut
09.09.2012 | 16:53 | (Die Presse)
Österreichs Mannschaft hat die Ausbeute von Peking 2008 mehr als verdoppelt. Günther Matzinger eroberte zweimal Gold und stellte Weltrekord auf.
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4 Kommentare
Danke ORF ...
... für die Zusammenfassung!Hab mir das Live wo anders angesehen!
Aber das ist euch sicher egal!
Hauptsache die Zwangsbeglückung funkitoniert.
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