25.05.2013 20:56 Merkliste 0

Ex-Radprofi Hamilton: "Omerta existiert immer noch"

17.10.2012 | 12:26 |   (DiePresse.com)

Der frühere Teamkollege von Lance Armstrong hofft auf ein Bröckeln der Schweigemauer: "Das ewige Leugnen ist eine schwere Last."

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Lance Armstrongs früherer Teamgefährte Tyler Hamilton rechnet mit einem Doping-Bekenntnis des siebenfachen Tour-de-France-Siegers. "Ich wäre überrascht, wenn er nicht auf irgendeine Art eines Tages gestehen wird. Weiter zu leugnen, ist eine schwere, schwere Last", sagte der ehemalige Radprofi. "Wenn er die Wahrheit sagt, wird es Konsequenzen geben. Aber auf lange Sicht ist er besser dran. Die Menschen werden ihm vergeben."

Der inzwischen reuige Doping-Sünder Hamilton hatte seinen Landsmann mit Aussagen, die die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) veröffentlichte, schwer belastet. Bis 2001 fuhr der Amerikaner gemeinsam mit Armstrong im US-Postal-Team.

Hamilton forderte weitere Beteiligte zu Geständnissen auf und setzt auf ein Bröckeln der Schweigemauer. "Es ist Teil des Problems, dass die Omerta immer noch existiert", sagte der 41-Jährige, "das Leugnen macht mich krank - die Leute, die sagen, dass sie nichts gewusst hätten: Die Teammanager, Teamdirektoren, Helfer, Mechaniker und Fahrer, die heute immer noch im Wettkampf stehen."

Wegen nachgewiesenen Dopings war Hamilton die Goldmedaille im olympischen Zeitfahren von Athen 2004 aberkannt worden, unter Strafandrohung gab er im Zuge der Ermittlungen gegen Armstrong eigene Vergehen zu. "Ich bin dankbar, dass es passiert ist. Ich war ein gebrochener Mann", sagte Hamilton, "er (Armstrong) machte den Fehler zu dopen. Aber es ist nicht zu 100 Prozent sein Fehler. Es waren viele andere Personen involviert."

(ag)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com