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Armstrong wird zur Kassa gebeten

23.10.2012 | 17:19 |   (Die Presse)

Lance Armstrong drohen mit dem Verlust seiner Titelsammlung nun Rückzahlungen in Millionenhöhe. Armstrongs Einnahmequellen werden indes immer weniger. Viele Sponsoren wenden sich von ihm ab.

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New York/Wien/Red. Seine sieben Tour-de-France-Titel sind Vergangenheit. In der Gegenwart gibt es keinen Radhelden Lance Armstrong. Das hat mittlerweile auch der Hauptdarsteller erkannt. Seinen Twitter-Auftritt hat Armstrong aktualisiert. „Erziehe meine fünf Kinder. Kämpfe gegen Krebs. Schwimme, bike, laufe und golfe, wann immer ich kann“, konnten seine 3,38 Millionen Followers gestern lesen. Montagabend bezeichnete er sich selbst noch als „siebenmaligen Tour-de-France-Gewinner“.

Mit dem Verlust seiner Titelsammlung droht der 41-Jährige auch viel Geld zu verlieren. Die US-Versicherungsfirma SCA Promotions hat dem US-Amerikaner während dessen Karriere nach eigenen Angaben rund zwölf Millionen Dollar ausgezahlt, und erwägt nun rechtliche Schritte gegen den früheren Radprofi. „Herr Armstrong ist nicht länger offizieller Gewinner irgendeines Tour-de-France-Rennens und als Ergebnis ist es unangemessen und unzulässig von ihm, jegliche Bonuszahlungen von SCA zu behalten“, teilte SCA-Anwalt Jeffrey Dorough mit.

Welchen Anteil der Prämiengesamtzahlungen SCA zurückverlangen will, blieb zunächst unklar. Das Unternehmen aus Dallas hat Armstrong nach einem gerichtlichen Vergleich 2006 allein 7,5 Millionen Dollar für den Gewinn seines sechsten Erfolgs bei der Frankreich-Rundfahrt 2004 überweisen müssen. An Tour-de-France-Preisgeld dürfte Armstrong knapp drei Millionen Euro schuldig sein.

Armstrongs Einnahmequellen werden indes immer weniger. Nach Nike und anderen Sponsoren hat nach 25-jähriger Kooperation mit Brillenhersteller Oakley ein weiterer Geldgeber die Zusammenarbeit beendet. Sein Anwalt Tim Herman betonte allerdings, dass Sponsoren bisher keine Rückzahlungen forderten. „Ich habe nichts gehört und erwarte es auch nicht“, sagte Herman.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2012)

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9 Kommentare
Gast: beobachter52
23.10.2012 19:42
0 1

Durchdacht!

Dass sich jetzt alle Hyänen am Leichnam von Armstrong beteiligen wollen, war ja zu erwarten. Dabei ist das KOnzept seiner (ehemaligen) Sponsoren gut durchdacht:
1.) Sie sponsern, weil sie damit Werbung machen (und auch Steuer sparen).
2.) Wenn sie nun die Sponsorgelder zurück haben wollen, müssen sie logischerweise auch den gesamten Gewinn, den sie durch die Werbung mehr erzielt haben, zurück zahlen.
3.) Wer berechnet, wie viel das ist (sicherlich mehr als sie Armstrong gezahlt haben, sonst hätten sie ja die Werbeverträge kündigen müssen = wirtschaftliche Sorgfaltspflicht)
4.) Wer bekommt dann dieses Geld? Natürlich die Kunden, oder? Ich freue mich jedenfalls darauf, meine Versicherungsgebühren zurück zu bekommen!

Gast: Gast yxyx
23.10.2012 19:24
1 0

Armstrong

Doping ist keine Lösung, das ist klar.
Aber wenn ich mir auf der anderen Seite anschaue, dass zehntausende "Fans" einen "Star" wie SIDO (S uper I ntelligentes D rogen O pfer) bejubeln, fragt man sich schon, wie die Relationen aussehen.

Gast: Pharisäer
23.10.2012 19:13
2 0

Und die UCI?

Wer sprengt die UCI in die Luft? Es kann nicht sein, dass sie von all dem nichts wussten. Vermute, sie haben von der Armstrong-Hype kräftig mitprofitiert. Heuchler! Wie oft ist Armstrong in seiner Karriere kontrolliert worden - sicher hunderte Male. Hat man nichts finden wollen? Schneiden die Kontrollore mit an den Früchten der Hype?
Und wie geht es weiter? Das war erst die Spitze des Eisbergs!

Gast: pop7
23.10.2012 18:43
0 0

und nun

beim fußball aufräumen

Gast: total crash
23.10.2012 18:30
0 1

Bin überzeugt,dass so ziemlich alle die an den Touren teilnahmen

auch nicht so "sauber" waren und einer Aberkennung aller Titel nichts im Wege stehen sollte/kann;o(

Gast: beobachter52
23.10.2012 15:33
5 0

Scheinheilig!

Scheinheilig!
Alle, die sich jetzt über Armstrong und co. aufregen, müssten mit dem "großen Scheinheiligenschein" ausgezeichnet werden. 3 Wochen täglich an die 200 km und mehr auf dem Rad, dabei oft 3000 bis 5000 Höhenmeter (und im Pulk fährt das Rad auch nicht von alleine) - und jedes Jahr werden die Etappen noch schwieriger gemacht! Warum braucht ein Marathonläufer mehrere Monate Pause bis zum nächsten, warum ein Langläufer einige Wochen nach einem 50 km Rennen, warum ist für Fußballer der Spielerhythmus Samstag - Mittwoch - Samstag auf Dauer nicht zumutbar. Dabei bin ich mir gar nicht sicher, dass nicht auch in diesen Sportarten gedopt wird (im Gegenteil)!
Wobei man lange darüber diskutieren könnte, was Doping eigentlich ist: vom Nahrungsergänzungsmittel über Hustensäfte bis zu wirklich lebensgefährlichen Mitteln.
Was machen wir - Zuseher, Funktionäre, Journalisten: Die Bewerbe immer schwieriger (und attraktiver?) - aktuelles Beispiel Kitz-Triathlon 2013! Hochgelobt werden nur die Sieger, alle anderen werden sofort als Versager verurteilt (österr. Olympiateam 2012)! Und wehe, es besteht gegen eine(n) Dopingverdacht: Er (Sie) wird sofort als größter Betrüger an den Pranger gestellt! Ohne Chance auf irgendwelche Rehabilitierung!

Antworten Gast: Halbwissen
23.10.2012 22:09
0 0

Re: Scheinheilig!

Also der Unterschied zu den von Ihnen angeführten Sportarten ist das beim Radfahren die Sehnen fast nicht beansprucht werden.
Und diese brauchen so extrem lange zur Regeneration

Und für gute Fahrer rollt es sich im Peloton an manchen Tagen recht gemütlich. Indurain hat die Tour 96 verloren weil die erste Woche Gegenwind war ( ist im Peloton am lockersten ) er aber voll essen mußte ( man weiss ja nie was passiert / Windkante ) und mit 2 Kilo Übergewicht in die Berge kam.

Gast: nanotesla
23.10.2012 15:06
2 1

verlogen

sollten auch die sponsoren, die millionen durch armstrong verdient haben, ihr geld zurückwollen, dann wäre dies nicht nur unfair, sondern würde ganz klar zeigen, dass hier mit allen mitteln eine existenz zerstört wird. wenn ich so eine hexenjagd sehe, und all die anderen saubermänner ungeschoren davonkommen, dann hat das nicht im geringsten mit gerechtigkeit zu tun, sondern zeigt die heuchelei und verlogenheit dieser menschen. im sport wird sich diesbezüglich schon gar nichts ändern. die sponsoren verdienen ja an der übermenschlichkeit der sportler. ansonsten wären die nicht im geringsten interessiert.

Gast: nanuuu
23.10.2012 14:48
3 1

grotesk

das ganze ist heuchlerisch und erbärmlich. der von vielen gehasste armstrong wird jetzt der sündenbock eines ganzen sportes. wenn er alle siegesprämien zurückzahlen muß, dann sollte das auch für den 2,3 ... plazierten gelten. auch für etappen, bergwertung, mannschaftswertung.... gleiches recht für alle die in den vorderen reihen mit dabei waren. das ganze ist sowas von grotesk. ein einzelner mensch war jetzt derjenige der alle in der hand hatte. als ob die anderen beteiligten von ärzten, funktionären, fahrern etc. alle unmündige kleinkinder wären. jeder sollte dann aus dieser zeit zur rechenschaft gezogen werden, der da dabei war. armstrong jetzt hinzustellen als ob er nur das alles beherrschende monster war ist einfach jämmerlich. aber es entspricht natürlich genau der moral unserer zeit. ein haufen von egomanen und verrätern.