Eishockey: VSV gewinnt Derby-Krimi gegen KAC

27.10.2012 | 00:25 |   (DiePresse.com)

Die Villacher drehten im emotionsgeladenen Duell gegen die Klagenfurter im letzten Drittel ein 2:4 noch in einen 5:4-Sieg. Die NHL-Stars dürfen sich indes auf einen längeren Verbleib in Österreich einstellen.

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Der Villacher SV hat am Nationalfeiertag mit Ach und Krach die Tabellenführung in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) verteidigt. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Krimi im Kärntner Derby gegen den KAC drehten die Hausherren ein 2:4 im Schlussdrittel noch zum 5:4. Die Vienna Capitals verpassten dadurch trotz eines 3:1 über Znojmo den Sprung an die Tabellenspitze und liegen weiter punktegleich mit dem VSV auf Rang zwei.

Die 4.500 Zuschauer in der ausverkauften Villacher Stadthalle bekamen ein Kärntner Derby ganz nach dem Geschmack der Hausherren geboten. Nach einem ausgeglichenen ersten Drittel nach Treffern durch Ryan (10.) bzw. Lammers (13.), gingen die Gäste im zweiten nach einer ungenützten Drangperiode des VSV durch Koch (31.) und Pirmann (35.) mit 3:1 in Front. Der unermüdlich arbeitende NHL-Legionär Michael Grabner ermöglichte mit seiner Vorarbeit den zweiten Ryan-Treffer (37.) zum 2:3.

Als Koch nach nur 51 Sekunden im Schlussabschnitt auf 4:2 für den KAC stellte, schien alles für den Rekordmeister gelaufen. Doch eine Serie von Undiszipliniertheiten führte zu fünf Strafen innert drei Minuten und einen Doppelschlag in 5:3- bzw. 5:4-Überzahl innerhalb von 34 Sekunden durch Cole und Grabner (beide 48.). Altmann markierte ebenfalls in Überzahl in der 51. Minute den letztlich etwas glücklichen Sieg der Villacher, die erstmals seit 20 Monaten ein Derby vor eigenem Publikum gewonnen haben.

Wien findet zu Heimstärke zurück

In Wien stand zunächst Philippe Lakos im Mittelpunkt, der vor dem Spiel für sein 500. Spiel in der obersten österreichischen Klasse geehrt wurde. Auf dem Eis dominierten aber vorerst die Gäste aus Znojmo, ein Stangenschuss von Fraser für die Caps, machte den torlosen ersten Drittelstand aber zu einem gerechten. Nach der ersten Pause verlief das Spiel bis zum ersten Torjubel durch Fortier (27.) sehr ausgeglichen.

Die Wiener stellten durch Schiechl (34.) auf 2:0 und gingen mit dieser verdienten Führung ins dritte Drittel. Bickell verkürzte in der 46. Minute mit einem "Bauerntrick" auf 1:2 und in dieser Phase war Znojmo dem Ausgleich eine Zeit lang nahe. 13 Sekunden vor dem Ende traf aber Soares ins leere Tor und stellte den Sieg der Hausherren sicher.

Linz siegt wieder nicht gegen Zagreb

Meister Black Wings Linz verlor auch das zweite Saisonduell mit Medveszak Zagreb. Im Vergleich von zwei Teams mit zuletzt je vier Siegen bezogen die Linzer gegen die Kroaten eine 1:5-Schlappe. Das Team von Coach Rob Daum vergab nach dem raschen Rückstand viele Möglichkeiten und musste in der 31. Minute innerhalb von 46 Sekunden die Gegentreffer zum 1:3 und 1:4 hinnehmen - das war die Vorentscheidung.

Auch die hochkarätige Verstärkung hat für die Salzburger Bullen zumindest am Freitag noch nicht den gewünschten Effekt gebracht. Die Partie in Dornbirn ging nach Penaltyschießen mit 2:3 verloren. Salzburg bot mit Nationaltormann Bernd Brückler, Verteidiger Tobias Enström und Stürmer David Clarkson alle drei "Neuen" auf. Nach 1:0-Führung der Hausherren durch Kozek (6.) trug sich NHL-"Lockout-Spieler" Clarkson mit einem Powerplay-Tor auch erstmals in die Scorerliste ein (24.).

MacMillan sorgte für die erneute Führung der Vorarlberger (30./PP), den Salzburgern gelang durch Kristler abermals der Ausgleich (57.). In der Verlängerung verhinderte Brückler noch mit einer Glanzparade einen Treffer von Keith, im Penaltyschießen sorgte Keith mit seinem Tor für die Entscheidung.

99ers verlieren in Ungarn

Die Graz 99ers haben den Schwung vom 6:2-Erfolg über Dornbirn am vergangenen Sonntag nicht nach Ungarn mitgenommen. Für Thomas Vanek und sein Team setzte es am Freitagabend bei SAPA Fehervar eine 1:2-(0:0,0:1,1:0/0:1)-Niederlage nach Verlängerung. Den einzigen Treffer für die Steirer erzielte zum 1:1-Ausgleich Greg Day (54./PP), in der Verlängerung netzte Marton Vas zum Heimerfolg ein (65./PP).

NHL-Stars bleiben noch länger

Österreichs Eishockey-Fans dürfen sich freuen. Die mittlerweile elf Spieler, die nach dem NHL-"lockout" in der EBEL engagiert wurden, könnten noch länger in der Alpenrepublik bleiben. In der NHL wurden wegen des andauernden Arbeitskampfes alle Spiele bis 30. November abgesagt. Damit fallen nun schon 326 oder etwas mehr als ein Viertel aller Grunddurchgangs-Partien der Aussperrung der Profis zum Opfer. Die Liga bedauere den Schritt zutiefst, erklärte der stellvertretende NHL-Chef Bill Daly.

Auch der jüngste Aufruf von US-Präsident Barack Obama, den "lockout" zu beenden, brachte keine Fortschritte in dem Tarifstreit. Dabei geht es vor allem um die Verteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von 3,3 Milliarden Dollar. Durch die neuerliche Streichung von Spielen ist nun sogar der komplette Ausfall der Saison, die eigentlich am 11. Oktober beginnen sollte, einen weiteren Schritt näher gerückt.

Bereits die Spielzeit 2004/2005 war wegen eines Arbeitskampfes nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen schließlich abgesagt worden. Damals wie heute hatten zahlreiche NHL-Profis Engagements bei Klubs in Europa angenommen.

(APA)

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