Eishockey: Wien träumt von der Champions League

12.12.2012 | 18:09 |  MARKKU DATLER (Die Presse)

Die Capitals gegen Berlin. Das Viertelfinale in der European Trophy sorgt für Aufsehen. Für Klubchef Hans Schmid ist es ein Gewinn, er wittert eine Ligasensation.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wien. „Die European Trophy ist ein Gewinn. Jetzt kommt Berlin. Ein Topklub, eine Granate. Wir erwarten heute 6000 Zuschauer – die Rechnung geht auf!“ Aus dem Geschäftsmann und Eishockey-Liebhaber Hans Schmid sprudelt es. Die Teilnahme seiner Capitals am Europacup, vor allem aber die Austragung des Finalturniers übertrifft selbst Schmids Erwartungen. Der Ansturm auf das Viertelfinal-Duell gegen Deutschlands Rekordmeister Eisbären Berlin (20.30 Uhr, Servus TV) ist heute in Kagran gewiss. Parallel startet das zweite Finalturnier in Bratislava, in der Slowakei wird am Sonntag der neue European Champion gekürt.

Die European Trophy wurde 2005 von Didi Mateschitz als „Ersatz“ für eine fehlende Champions League aus der Taufe gehoben. Empfanden viele Vereine das „Salute“-Turnier anfangs nur als simple Saisonvorbereitung, genießt diese Serie mittlerweile mit 32 Teams aus sieben Nationen großes Ansehen. „Unsere Zuschauerzahlen stimmen, auch der Mannschaft gefällt es. Es ist ein anderer Bewerb, mit Topklubs – und deren Stars heben das Niveau. Davon profitiert jeder“, sagt Schmid.

Einen NHL-Star könnte man heute auch in Kagran auf dem Eis erleben. Berlin reist mit Philadelphia-Leihgabe Daniel Brière an. Sein Einsatz ist nach einer Rippenverletzung allerdings offen.

 

Zwei Fixplätze in neuer Eliteliga

Auch am Internationalen Verband IIHF und der russischen KHL-Liga ist diese Entwicklung nicht unbemerkt vorbeigegangen. Hinter der Bande laufen bereits Gespräche für die Renaissance einer Champions League. Sie soll dank eines russischen Großsponsors ab der Saison 2013/2014 den Spielbetrieb aufnehmen und – entgegen allen zuvor kläglich gescheiterten Versuchen – langfristig etabliert werden. Schmid kennt einige der „intensiv verhandelten Details“, die zwei Vereinen der Erste-Bank-Liga Fixplätze bescheren sollen. „Der Meister und der Sieger des Grunddurchgangs sind dabei“, verrät er. Für Österreich wäre die Champions League somit ein absoluter Gewinn: „Dann will nämlich jeder schon im Grunddurchgang Erster werden.“ Taktieren, schonen und planen wären Vergangenheit.

Viertelfinale, heute in Wien, 17 Uhr: Lulea (SWE) – Brynas (SWE). 20.30 Capitals – Berlin (ServusTV). In Bratislava, 17 Uhr: HV 71 (SWE) – Tappara (FIN); 20.30 Slovan – Färjestads (SWE).
Halbfinale am Samstag in Wien (17 Uhr).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.12.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

AnmeldenAnmelden