Lance Armstrong tritt bei Oprah Winfrey auf

Am 17. Jänner wird sich der ehemalige US-Radstar erstmals nach seiner lebenslangen Sperre wegen Dopings öffentlich zu dem Thema äußern.

Lance Armstrong tritt Oprah
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Lance Armstrong tritt Oprah
(c) Reuters (Lucas Jackson)

Lance Armstrong wird sich am 17. Jänner bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner lebenslangen Sperre wegen Dopings in der Talkshow der Starmoderatorin Oprah Winfrey zu dem Thema äußern. Im vorigen Jahr war Armstrong Doping nachgewiesen worden, das er unter anderem bei seinen Tour-de-France-Siegen zwischen 1999 und 2005 betrieben hatte. Die Erfolge wurden ihm deswegen aberkannt.

In der Ankündigung von Winfrey's Kabelkanal OWN hieß es am Dienstag, Armstrong werde sich zu den jahrelangen Anschuldigungen des betrügerischen Verhaltens und den Vorwürfen des Lügens über den Gebrauch leistungssteigernder Mittel während seiner Radrennfahrerkarriere äußern. Die 90-minütige Talkshow werde am 17. Jänner ab 21 Uhr Ortszeit (3 Uhr 18. Jänner MEZ) ausgestrahlt und sei auch über Livestream unter Oprah.com zu sehen. Armstrong hatte stets alle Dopingvorwürfe bestritten und seine Kritiker zum Teil scharf angegriffen. Kürzlich berichtete die "New York Times", der gesperrte Sportler denke über ein Geständnis nach. Offiziell bestätigt wurde dies bisher nicht.

"Das System ist das Problem"

"Wenn er 100 Prozent gesteht, droht dem Radsport ein Sabbatjahr. Eine umfassende Beichte hätte weitreichende Folgen für den Weltverband UCI und die Tour-de-France-Organisation ASO. Armstrong hatte Einfluss in die höchsten politischen Kreise", sagte dazu der deutsche Ex-Radprofi und Doping Kronzeuge Jörg Jaksche am Sonntag. Der ehemalige Telekom-Fahrer gehört zu jenen 26 Zeugen, die Armstrong mit ihren Aussagen vor der US-Anti-Doping-Agentur USADA zu Fall gebracht haben. Ihre Bekenntnisse unter Eid ebneten den Weg zu Armstrongs Sperre auf Lebenszeit und zur Aberkennung seiner sieben Tour-Siege.

Jaksche würde ein Geständnis des 41-jährigen Texaners befürworten. "Seine Situation und seine Rolle würde dadurch objektiver betrachtet werden", meinte der in Innsbruck studierende Ex-Profi, der bereits nach der Verurteilung Armstrongs bemerkte: "Lance ist nicht das Problem. Das Problem ist das System. Jeder hat doch das gleiche gemacht."

Vorwürfe enden nicht

Indes enden die Vorwürfe gegen Lance Armstrong nicht. Er soll der US-Anti-Doping-Agentur (USADA) vor über sieben Jahren ein unmoralisches Angebot gemacht haben. Wie USADA-Chef Travis Tygart in einem Interview mit der TV-Sendung "60 Minutes Sport" verriet, wollte der ehemalige Radsport-Star der USADA eine "Spende" von rund 250.000 Dollar (192.800 Euro) zukommen lassen. "Das war ein klarer Interessenskonflikt. Wir haben nicht gezögert, dieses Geld abzulehnen", sagte Tygart und bezeichnete Armstrong und dessen Ärzte, Trainer und Teamkollegen als "Mafia".

(APA/dpa)

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