„Let's go, Buffalo“: Vanek-Feuerwerk gegen Philadelphia

21.01.2013 | 17:01 |  Von Christoph Gastinger (Die Presse)

Sabres-Star Thomas Vanek prägte den Saisonstart mit zwei Toren und drei Assists. Fans und Kollegen lagen dem Stürmer nach dessen magischer Vorstellung zu Füßen. Trainer Lindy Ruff war voll des Lobes.

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Buffalo/Wien. Stunden bevor der erste Puck auf die Eisfläche des First Niagara Centers fiel, hatte sich die gesamte Mannschaft der Buffalo Sabres in ihrer Heimstätte eingefunden. „Welcome back“ prangte in großen Lettern über dem Eingangsbereich zu den Zuschauerrängen. Spieler und Fans hatten die National Hockey League während des viermonatigen Lockouts gleichermaßen vermisst.

Jene Anhänger, die außergewöhnlich früh zur Spielstätte gepilgert waren, sollten eine Überraschung erleben. Thomas Vanek und seine Kollegen schüttelten im Vorfeld des Saisonauftaktes gegen die Philadelphia Flyers geduldig Hände, schrieben Autogramme und posierten für Schnappschüsse. Es war der perfekte Beginn eines perfekten Sonntags.

„The boys are back“

101 Tage hatte man in Buffalo auf dieses Spiel gewartet, und endlich konnten die Liebhaber der Hartgummischeibe ihre verstaubten Sabres-Dressen aus dem Kleiderkasten holen und zur Tat schreiten. „Let's go, Buffalo“, hallte es durch die mit 19.070 Zuschauern ausverkaufte Arena. Die Stimmen waren lange genug geschont worden. „The boys are back“, brüllte der Hallensprecher, der seine eigenen vier Wände wieder gegen sein bevorzugtes „Wohnzimmer“ eintauschen durfte.

Die Massen auf den Tribünen waren längst in Stimmung, als nach elf Minuten und sieben Sekunden das Geräusch der fast vergessenen Torsirene ertönte. Steve Ott hatte Buffalo soeben in Führung geschossen. Dass Thomas Vanek dabei seinen Schläger im Spiel hatte, blieb da noch eine Randnotiz. Nach einem Flyers-Doppelschlag im Mitteldrittel war es für Vanek an der Zeit, dieses Spiel zu „seinem“ Spiel zu machen.

Mit einer Körpertäuschung gegen Goalie Brysgalow leitete er das 2:2 ein, bereitete die beiden nächsten Treffer vor und traf selbst nochmals zum finalen 5:2. Fünf Scorerpunkte in einem Spiel, das war selbst dem hochdekorierten Grazer noch nie zuvor gelungen. „Es gibt nicht viele dieser Tage“, staunte Vanek, der sich einen Tag nach seinem 29. Geburtstag mit etwas Verspätung selbst das schönste Geschenk machte.

Fans und Kollegen lagen dem Stürmer nach dessen magischer Vorstellung zu Füßen. „Er hat so viele spezielle Talente. Und er hat sie alle eingesetzt“, meinte Verteidiger Tyler Myers. In einer Angriffslinie mit Center Cody Hodgson und Kapitän Jason Pominville wirbelte Vanek die gegnerische Defensive über die gesamte Spieldauer wild durcheinander. Trainer Lindy Ruff war voll des Lobes für sein Trio: „Van (Vanek) war sagenhaft, Hodgson war fantastisch und Pommer (Pominville) irgendwo zwischen diesen beiden. Diese Linie ist unsere Toplinie, sie bringt uns auf das nächste Level.“

Vanek mied das Rampenlicht, er blieb auch nach seiner Sternstunde bescheiden. „Es ist viel Glück dabei, wenn du so viele Punkte machst. Ich freue mich, genieße den Sieg und mache weiter.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2013)

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