Deadline für Armstrong

Geständnis hin, TV-beichte her: Nur volle Kooperation hebt seine Sperre auf

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Armstrong – (c) AP (Steve Ruark)

Los Angeles. Die US-Antidopingagentur setzte Lance Armstrong nun eine Deadline. Will er seine lebenslange Sperre tatsächlich verkürzen, muss er den Ermittlern volle Kooperation zusichern und alle Hintermänner aufdecken. Bis 6. Februar habe der 41-Jährige Zeit, um die Zusammenarbeit mit der Usada zu besiegeln. Lasse er diese Frist verstreichen, sei der Zug endgültig abgefahren, sagt Chefermittler Travis Tygart in einem Interview mit dem US-Sender CBS.

Armstrong sei dies per Brief mitgeteilt worden, sagt Tygart, der den Texaner in diesem Schriftstück auch bezichtigte, sogar in seiner medial gehypten Beichte nicht immer die Wahrheit gesagt zu haben. Armstrong hatte behauptet, nach seinem Comeback 2009 und 2010 nicht gedopt zu haben. Die Chance, dass die Blutwerte des Texaners nicht auf Doping basierten, bezifferte Tygart mit „eins zu einer Million“.

Unglaubwürdig ist für Tygart auch Armstrongs Aussage, dass er Teamkollegen nicht zu Doping gedrängt habe. „Er war der Boss. Es ist klar, dass er der Anführer einer Verschwörung war, die Millionen von Fans und Konkurrenten mit zig Millionen Dollar von Steuerzahlern betrogen hat.“ Für Tygart sei klar, dass Armstrong „auf einer ganz neuen Ebene“ von Dopingsündern agierte.

Armstrong erteilte Tygart aber am Samstag eine glatte Absage. Er werde nicht mit der Usada, sondern mit Verantwortlichen des Radsport-Weltverbandes oder der Welt-Anti-Doping-Agentur kooperieren. Die Usada und Tygart hätten „nicht die Autorität, die Doping-Ermittlungen voranzutreiben“, sagt Anwalt Tim Herman.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2013)

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