Super Bowl: San Francisco ist Favorit

31.01.2013 | 10:27 |   (DiePresse.com)

Die 49ers könnten durch sechsten NFL-Titel mit Rekordmeister Pittsburgh gleichziehen, Baltimore will Ray Lewis zum Abschied den NFL-Ring schenken.

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New Orleans. Keines der beiden Teams hat je eine Super Bowl verloren, dazu werden sie von zwei Brüdern betreut. Das Duell um die NFL-Krone zwischen den San Francisco 49ers und den Baltimore Ravens am Sonntag (Nacht auf Montag, 0.30 Uhr MEZ/live Puls 4) in New Orleans verspricht ein historischer Showdown zu werden. Defensive dürfte Trumpf sein, San Francisco gilt bei den Buchmachern als leichter Favorit.

Im Vorjahr waren beide Teams noch im Halbfinale gescheitert. 2013 haben es Jim Harbaugh (San Francisco) und sein 15 Monate älterer Bruder John (Baltimore) geschafft: Erstmals in der Geschichte des US-Profisports stehen einander zwei Brüder als Hauptverantwortliche in einem großen Finale gegenüber. In der NFL sind die Harbaughs überhaupt das erste Geschwisterpaar auf Cheftrainerposten.

Doch auch abseits der viel zitierten "Harbaugh Bowl" hat Super Bowl XLVII einiges zu bieten. Die 49ers könnten mit ihrem sechsten Titel, dem ersten seit 1995, zu Rekordmeister Pittsburgh aufschließen. Die Ravens dagegen wollen ihre Legende Ray Lewis mit einem Super-Bowl-Ring in den Ruhestand schicken, seinem zweiten nach 2001, als er zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt worden war.

Lewis' Karriere schien nach einem Riss der Trizepssehne im Oktober bereits beendet. Nach einer Wunderheilung, bei der ihm der Gebrauch einer von der NFL verbotenen Substanz vorgeworfen wurde, lief der 39-jährige Linebacker in der K.o.-Phase noch einmal zur Höchstform auf. 44 Tackles - kein Spieler hat den Gegner im Play-off öfter zu Boden gebracht als der unumstrittene "Chef" der Ravens-Defense.

Quarterback Joe Flacco führte Baltimore mit überraschenden Auswärtssiegen bei den Denver Broncos und New England Patriots in ihre zweite Super Bowl. Dort will der 28-Jährige zeigen, dass er mehr ist als der "Average Joe", ein durchschnittlicher Spielmacher. "Ich mache mir keine Sorgen, wie mich die Leute wahrnehmen", versicherte Flacco. "Ich werde mein Spiel für sich selbst sprechen lassen."

Ihm gegenüber steht mit Colin Kaepernick ein unerfahrener, aber explosiver Quarterback. Der 25-Jährige ist erst seit einer im November erlittenen Gehirnerschütterung von Alex Smith Stammspieler. Reservist Kaepernick hat Coach Harbaugh dermaßen überzeugt, dass sich der frühere Nummer-eins-Pick Smith in der Saisonpause einen neuen Club suchen wird.

Kaepernick absolviert im 73.000 Zuschauer fassenden Superdome von New Orleans erst sein zehntes NFL-Spiel von Beginn an. "Ich werde nicht leicht nervös", versicherte der Shooting-Star. Neben seinem stark tätowierten Arm sind auch seine Beine eine gefährliche Waffe.

Im Aufeinandertreffen zweier der besten Verteidigungsreihen könnte ausgerechnet die Offense den Unterschied ausmachen. Mit den Runningbacks Frank Gore (San Francisco) und Ray Rice (Baltimore) verfügen beide Teams über ein starkes Laufspiel. "Was man begonnen hat, muss man auch zu Ende bringen", betonte Gore, mit 1,75 m und 98 kg ein echtes Kraftpaket.

Der noch einige Zentimeter kleinere Rice könnte von Lewis die Führungsrolle bei den Ravens übernehmen. In Anlehnung an den Disney-Klassiker "Der König der Löwen" nennen sie den 26-Jährigen im Team bereits "Simba". Der scheidende Veteran trägt den Beinamen des Löwenkönigs "Mufasa".

Es passt zur Show, die beim größten Einzelsportereignis der Welt geboten wird. New Orleans ist bereits zum zehnten Mal Gastgeber für das Spektakel. In der Pause hat Popstar Beyonce ihren großen Auftritt, die Nationalhymne singt ihre Kollegin Alicia Keys. Die Werbung bringt jährlich Rekorderlöse. 30 Sekunden im US-Fernsehen schlagen sich 2013 mit 3,8 Mio. Dollar (2,83 Mio. Euro) zu Buche.

(Schluss) haz/ef

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