Eishockey: Österreich löst das Sotschi-Ticket

Das A-Team unterlag Deutschland zwar mit 2:3 nach Verlängerung, schaffte aber den benötigten Punkt, um sich nach zwölf Jahren wieder für Winterspiele zu qualifizieren.

Freude bei Österreichs Spielern
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Freude bei Österreichs Spielern
Freude bei Österreichs Spielern – GEPA pictures/ Thomas Bachun

Bietigheim/Wien. „Drei, zwei, eins – Olympia!“ Nur wenige österreichische Eishockey-Fans hatten den Weg nach Bietigheim gefunden, doch sie sollten im entscheidenden Spiel der Olympia-Qualifikation für die Spiele 2014 in Sotschi nicht enttäuscht werden. Denn das A-Team schaffte mit dem 2:2 nach regulärer Spielzeit gegen Erzrivalen Deutschland den benötigten Punkt und sicherte sich als Turniersieger das Olympia-Ticket.

Damit spielt Österreich 2014 erstmals seit Salt Lake City 2002 wieder unter den fünf Ringen. Deutschland durfte sich nach der Verlängerung nur noch über einen bedeutungslosen 3:2-Sieg freuen.

Dumme Fouls, clevere Taktik

Die Konstellation in Bietigheim erinnerte an jene vor vier Jahren. Damals gab es in Hannover auch das Duell gegen Deutschland um einen Platz in Vancouver 2010. Deutschland gewann mit 2:1. Auch hatte Österreich die jüngsten drei Duelle verloren, das letzte WM-Spiel 2009 allerdings mit 1:0 gewonnen. 2013 aber kam alles ganz anders . . .

Bereits nach wenigen Spielminuten war klar: Zimperlich würde das Finale nicht vonstatten gehen. Vor allem Unterluggauer, 36, der mit seinem 228. Länderspiel mit Rekordhalter Martin Ullrich gleichzog, wurde laut, damit die Formation vor Keeper Bernhard Starkbaum aufrecht blieb. Im ersten Drittel aber wurde Österreichs größtes Manko offenkundig. Tricks, die bei Siegen gegen Italien (3:2) oder das Eishockey-Entwicklungsland Niederlande (6:1) funktionierten, klappten gegen stärkere Spieler nicht mehr. Und plumpe Fouls brachten das Team ins Hintertreffen. Kaum hatte Lukas wegen Haltens für zwei Minuten auf der Strafbank Platz genommen, führte Deutschland mit 1:0.

Auf dem Eisrink kam es zu einem Wiedersehen alter Bekannter. Ob Lakos (Hannover, Köln), Trattnig (Kassel) oder Unterluggauer (Schwenningen, DEG) – sie spielten einst in der deutschen Eishockeyliga. DEB-Trainer Pat Cortina, der in der Saison 2007/2008 als Innsbruck-Coach fungierte, verlangte von den Seinen ein „cleveres Spiel“. Durch die 1:2-Pleite gegen Italien musste ein Sieg her – und zwar nach 60 Minuten.

Die Deutschen spielten auch geradliniger, besser, beantworteten Checks mit Kontern. Doch Starkbaum verhinderte gegen Barta (25.) und Wolf (29.) die Vorentscheidung. Im Gegenzug platzte Lakos der Kragen. Sein Schlagschuss (32.) zum 1:1 gab Hoffnung.
Im Schlussdrittel wurde Österreich von seinen Schwächen eingeholt. Koch wanderte auf die Strafbank, Wolf (47.) traf zum 2:1. Die Deutschen starteten neue Angriffe, liefen aber in einen Konter, den Peintner (53.) nach genialer Vorlage durch Trattnig zum 2:2-Ausgleich abschloss. Den Deutschen lief nun die Zeit davon – und nichts klappte mehr. Das Team von Manny Viveiros kehrt damit nach zwölf Jahren Absenz zu Olympia zurück – und Deutschland verlor erstmals eine Qualifikation.

Deutschland – Österreich 3:2 n.V. (1:0, 0:1, 1:1). Österreichs Tore: Lakos (32.), Peintner (53.).

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