Eishockey: Österreich löst das Sotschi-Ticket

10.02.2013 | 17:39 |  von Markku Datler (Die Presse)

Das A-Team unterlag Deutschland zwar mit 2:3 nach Verlängerung, schaffte aber den benötigten Punkt, um sich nach zwölf Jahren wieder für Winterspiele zu qualifizieren.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Bietigheim/Wien. „Drei, zwei, eins – Olympia!“ Nur wenige österreichische Eishockey-Fans hatten den Weg nach Bietigheim gefunden, doch sie sollten im entscheidenden Spiel der Olympia-Qualifikation für die Spiele 2014 in Sotschi nicht enttäuscht werden. Denn das A-Team schaffte mit dem 2:2 nach regulärer Spielzeit gegen Erzrivalen Deutschland den benötigten Punkt und sicherte sich als Turniersieger das Olympia-Ticket.

Damit spielt Österreich 2014 erstmals seit Salt Lake City 2002 wieder unter den fünf Ringen. Deutschland durfte sich nach der Verlängerung nur noch über einen bedeutungslosen 3:2-Sieg freuen.

Dumme Fouls, clevere Taktik

Die Konstellation in Bietigheim erinnerte an jene vor vier Jahren. Damals gab es in Hannover auch das Duell gegen Deutschland um einen Platz in Vancouver 2010. Deutschland gewann mit 2:1. Auch hatte Österreich die jüngsten drei Duelle verloren, das letzte WM-Spiel 2009 allerdings mit 1:0 gewonnen. 2013 aber kam alles ganz anders . . .

Bereits nach wenigen Spielminuten war klar: Zimperlich würde das Finale nicht vonstatten gehen. Vor allem Unterluggauer, 36, der mit seinem 228. Länderspiel mit Rekordhalter Martin Ullrich gleichzog, wurde laut, damit die Formation vor Keeper Bernhard Starkbaum aufrecht blieb. Im ersten Drittel aber wurde Österreichs größtes Manko offenkundig. Tricks, die bei Siegen gegen Italien (3:2) oder das Eishockey-Entwicklungsland Niederlande (6:1) funktionierten, klappten gegen stärkere Spieler nicht mehr. Und plumpe Fouls brachten das Team ins Hintertreffen. Kaum hatte Lukas wegen Haltens für zwei Minuten auf der Strafbank Platz genommen, führte Deutschland mit 1:0.

Auf dem Eisrink kam es zu einem Wiedersehen alter Bekannter. Ob Lakos (Hannover, Köln), Trattnig (Kassel) oder Unterluggauer (Schwenningen, DEG) – sie spielten einst in der deutschen Eishockeyliga. DEB-Trainer Pat Cortina, der in der Saison 2007/2008 als Innsbruck-Coach fungierte, verlangte von den Seinen ein „cleveres Spiel“. Durch die 1:2-Pleite gegen Italien musste ein Sieg her – und zwar nach 60 Minuten.

Die Deutschen spielten auch geradliniger, besser, beantworteten Checks mit Kontern. Doch Starkbaum verhinderte gegen Barta (25.) und Wolf (29.) die Vorentscheidung. Im Gegenzug platzte Lakos der Kragen. Sein Schlagschuss (32.) zum 1:1 gab Hoffnung.
Im Schlussdrittel wurde Österreich von seinen Schwächen eingeholt. Koch wanderte auf die Strafbank, Wolf (47.) traf zum 2:1. Die Deutschen starteten neue Angriffe, liefen aber in einen Konter, den Peintner (53.) nach genialer Vorlage durch Trattnig zum 2:2-Ausgleich abschloss. Den Deutschen lief nun die Zeit davon – und nichts klappte mehr. Das Team von Manny Viveiros kehrt damit nach zwölf Jahren Absenz zu Olympia zurück – und Deutschland verlor erstmals eine Qualifikation.

Deutschland – Österreich 3:2 n.V. (1:0, 0:1, 1:1). Österreichs Tore: Lakos (32.), Peintner (53.).

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

11 Kommentare

Aus Pressburg

Ich gratuliere !
Ich habe die Qualifikation mit dem grossen Interesse geschaut, weil wir den Gegner in unsere Gruppe erwartet haben. Die deutsche Mannschaft ist ziemlich stark, darum ist ihr Erfolg ganz überraschend für mich.
Aber ganz verstehe ich nicht dem, warum ist über diese Qualifikation und diesen Erfolg im Internet nur sehr niedriges Interesse.
Kaum habe ich hier den Artikel darüber gefunden, auch die Diskussion hier ist nicht so umfassend. Die slowakische Webseite informieren wesentich mehr.

Ich entschuldige mich für die Grammatik

Roman.

0 0

Re: Aus Pressburg

Kurze Antwort: Dieser Sport ust bei uns LEIDER nach wie vor nur eine Randaportart - so ehrlich muss man sein. Traurig, wie ich finde!

0 2

Zwar haben wir ...

... wieder einmal nicht gewonnen, aber unser Ziel erreicht. Ganz nach dem Muster Faymann bei den Budgetverhandlungen der EU.

Heimat bist du großer Sohne/Töchter!

Re: Zwar haben wir ...

Genauer lesen - das Spiel in Overtime (was schon wurscht war) verloren. Das TURNIER GEWONNEN - und daher bei Olympia dabei.

Nervenkitzel pur

das letzte Drittel war Nervenkitzel pur. aber echt toll zu sehen, wie auch Österreicher kämpfen können, um im Sport erfolgreich zu sein!
kopieren durch andere Sportler erlaubt!!

Zensur?

Warum auch immer mein Kommentar von eben nicht aufscheint, egal. Einen mMn treffenderen Bericht zum Spiel findet man z.B. hier:

http://www.hockeyfans.at/c/6/hockeyfansat/n/45549/die-helden-von-bietigheim-l%C3%B6sen-ticket-nach-sochi.html

Verzeihung..

..aber das stimmt so einfach nicht. Das deutsche Team war körperlich stärker, die Fouls (Halten) sicher nicht alle unter der Kategorie unnötig zu verbuchen.

Was aber definitiv nicht der Fall war - hier aber in meinen Augen so dargestellt wird - ist dass Deutschland besser gewesen wäre. Das PP das zum 1:0 für die Germanen führte war a) fast vorbei und b) das PK unseres Teams bis dahin absolut vorbildlich und sehr aggressiv. Das Tor selbst ein Blueliner 2x abgefälscht. Unhaltbar, aber allzu oft gelingt so einer auch den Deutschen nicht. Da war schon auch Glück mit im Spiel. Ähnliches galt sicher auch für den Ausgleich durch Lakos im Mitteldrittel - glücklich aber nicht unverdient.

Im Schlussdrittel das 2:1 für Team D, wieder im PP, schön gemacht - aber mMn kein Vergleich zum darauffolgen Ausgleich durch Peintner nach guter Vorarbeit von Oberkofler und Trattnig.

In Punkto Spielweise: Die Checks von Trattnig und Iberer im zweiten Drittel haben Sie wohl leider übersehen nehme ich an? Dass das deutsche Team drücken musste (Sieg nach 60 Minuten war Pflicht!) ist Ihnen bewusst? Dass die Deutschen heute für ihre Verhältnisse gut gespielt haben auch? Wie erklären Sie sich dass die österreichische Defensive hielt? Pures Glück? Wenn ja sollten Sie sich Eishockey dringend erklären lassen.

Ich finde es ja einerseits positiv dass sich die Presse dazu durchringt über Eishockey zu berichten. Vielleicht nehmen Sie sich aber das nächste Mal mehr Zeit für einen überlegteren Artikel.

Cordoba on Ice ...

... das Ergebnis wieder 3 : 2.
Diesmal kommen wir sogar mit einer Niederlage weiter.
Das ist typisch Österreich.
Tschüsschen Piefgonen.

echt super


Gratulation!!

In Sochi freut man sich. Es kommen ein paar Deutsche weniger.

Gratulation !!

Es gibt auch gute Nachrichten vom österr. Wintersport.

AnmeldenAnmelden