München (red.). Die Blutdoping-Vorwürfe, die vom TV-Sender ARD gegen diverse Sportler erhoben wurden, hat Jörg Schönenborn, Chefredakteur des WDR, als „Panne“ bezeichnet. Aus seiner Sicht habe es sich „um eine laufende Recherche“ gehandelt, „die an die Öffentlichkeit geraten“ sei, sagte Schönenborn. Die Veröffentlichung sei der Redaktion „nicht bekannt“ gewesen.
Die ARD hatte unter Berufung auf die Doping-Redaktion des WDR gemeldet, 30 Spitzensportler hätten die Dienste einer Wiener Blutbank in Anspruch genommen. Zwei Tage später folgte die Entschuldigung für die Pauschalverdächtigungen. Nur vier Radprofis waren namentlich genannt worden, unter ihnen der Tiroler Georg Totschnig.
Eine Medien-Affäre
Der Deutsche Skiverband DSV bekräftigte dennoch die Absicht, die Verantwortlichen zu belangen. „Aus der angeblichen Doping-Affäre ist eine Medien-Affäre geworden. Wir haben uns deshalb vorbehalten, rechtliche Schritte einzuleiten gegenüber den verantwortlichen Redakteuren – wohlgemerkt nicht gegenüber der ARD“, so Stefan Schwarzbach, Pressesprecher des DSV.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2008)

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