New York(fin). Steht die Super Bowl, das Finale der NFL-Football-Meisterschaft, auf dem Programm, spielt ganz Amerika verrückt. Mit TV-Quoten schießen parallel auch Werbegelder und -Kosten in astronomische Sphären. Glendale, Arizona, darf sich bereits jetzt über Einnahmenrekorde freuen, wenn am 4. Februar der Ankick (0:18 Uhr, live ORF1) zum finalen Kräftemessen zwischen den New England Patriots und den NY Giants vorgenommen wird.
Während die Merchandising-Maschinerie (Tickets, TV-Shirts, etc.) bereits auf Hochtouren läuft, hoffen die Fans beider Teams auf den großen Wurf. New England landete mit dem 21:12 gegen San Diego den achtzehnten Sieg in Serie und hat nun die Chance, als zweites Team der NFL-Geschichte – nach den Miami Dolphins 1972 – eine komplette Saison ohne Niederlage (im Fachjargon: „perfect season“) zu absolvieren.
New York seit 2000 ohne Titel
In New York macht sich derweil neben Euphorie auch Nostalgie breit. Der „Big Apple“ läuft seit dem Jahr 2000 einem Titel in einer der vier Profiligen – MLB (Baseball), NBA (Basketball), NHL (Eishockey) und NFL (Football) – hinterher. Für einen sportlichen und finanziellen Schmelztiegel dieser Dimension eine nicht außer Acht zu lassende Tatsache – denn in New York stehen die Begriffe Business und Dollar im Vordergrund.
Egal ob Mets (Champion der Saison 1969, 86), Yankees (26 Titel, zuletzt 2000), Knicks (70, 73), Islanders (80, 81, 82, 83), Rangers (28, 33, 40, 94) oder Giants (91, 87) – New Yorks Einwohner sind verwöhnt, im Sport extrem fordernd. Das 23:20 nach Verlängerung gegen Green Bay stellte die Fans vorerst zufrieden, aber erst die Super Bowl würde Quarterback Eli Manning endgültig auf eine Stufe stellen mit New Yorker Legenden wie Lawrence Taylor oder Pat Ewing.
Manning, sein Bruder Payton spielt bei Indianapolis und Vater Archie sorgte bei New Orleans für Punkte, weiß um New Yorker Vorlieben Bescheid. „Wir machen es spannend. Wir gewinnen lieber auswärts, wir lieben die spektakulären Punkte, nicht die scheinbar einfachen.“ Er hat es am 4. Februar in der Hand, New Yorks Leiden zu beenden. Der letzte Vergleich endete mit einem Thriller: 35:38, für New England.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2008)

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