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Wimbledon: Schwesterlich geteilt

05.07.2009 | 18:22 |   (Die Presse)

Serena Williams hat Venus im Einzelfinale geschlagen. Zusammen haben sie danach im Doppel triumphiert.

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LONDON. So ist es im Familienleben eben. Diesmal war Serena an der Reihe. Im vierten Finalspiel der Williams-Schwestern auf dem „heiligen Rasen“ von Wimbledon löste die 27-Jährige ihre 29-jährige Schwester Venus als Wimbledon-Siegerin ab und mochte sich dennoch im ersten Augenblick gar nicht freuen. „Es ist wirklich nicht einfach. Sie ist meine Schwester und eigentlich will ich sie siegen sehen“, meinte Serena und hielt wenig später doch stolz zum dritten Mal nach 2002 und 2003 die Venus-Rosewater-Trophäe in die Kameras.

Die Prozedur nach dem 7:6 (7:4), 6:2 hatte etwas Wohlbekanntes, denn die Worte der Siegerin klangen vor einem Jahr nicht anders. Nur damals war die zwei Jahre ältere Venus die Glückliche mit der Siegerschale.

 

Spaß, kein Kalter Krieg

Auch in diesem Jahr war die fünfmalige Siegerin Venus Williams die Favoritin, die den Titel-Hattrick vor Augen hatte. Und auch heuer machten vor dem ersten Service wieder Gerüchte die Runde, es sei sowieso alles abgesprochen im Hause von Tennis-Vater Richard Williams, der vor dem Finale wie immer abgereist war. „Es ist wie Kalter Krieg – ohne Russen“, titelte der „Sunday Telegraph“.

Davon wollte die Tennis-Familie freilich nichts wissen, im Gegenteil. 2009 stand in Wimbledon vorwiegend der Spaß im Vordergrund. Es wurde herzhaft gelacht, auch dann, als die Siegerin Rede und Antwort stand nach ihrem elften Grand-Slam-Triumph. Das war nicht anders zu erwarten, nachdem sie sich wieder in ihr weißes T-Shirt gezwängt hatte, mit der Aufschrift auf der Brust: „Schaut Ihr auf meine Titel?“

 

Ein sehr enges T-Shirt

Natürlich hätte sie ein anderes Shirt gehabt, wenn es mit dem dritten Wimbledon-Sieg nicht geklappt hätte, meinte sie grinsend. Ihr Sponsor hätte vorgesorgt. Und zur Not hätte sie von ihrem Preisgeld in Höhe von 993.000 Euro auch schnell noch eines kaufen können. Aber so konnte sie auf die Frage, warum sie das T-Shirt trage und was die Aufschrift bedeute, noch ein klitzekleines Bonmot loswerden: „Ich wollte sehen, ob ihr auf meine Titel schaut oder auf die Trinkflasche...“

Locker philosophierte sie auch über die Nummer eins im Damentennis, Dinara Safina. Die Diskussion darüber, dass sie ohne Grand- Slam-Titel an der Spitze der Weltrangliste steht, hatte die Russin selbst befördert, als sie nach dem Sieg gegen die Berlinerin Sabine Lisicki im Halbfinale gegen Venus Williams nur ein Spiel gewann. „Die Nummer eins zu werden motiviert mich nicht besonders“, sagt Serena Williams. „Ich habe lieber drei Titel hier, als dass ich die Nummer eins der Welt bin und keinen Wimbledon-Sieg habe.“

 

Seid umschlungen Millionen

Als sie die Fassung wiedergefunden hatte und den Schock der mit 269.000 Euro „versüßten“ Niederlage verdaut hatte, machte Venus Williams nicht einmal den Versuch, eine Ausrede zu finden. „Nein, mein Knie macht mir keine Beschwerden“, meinte sie und lobte die kleine Schwester. „Sie hat hervorragend gespielt – vor allem im Tiebreak.“ Im Duett mit Serena hielt der schwarze Tag auch für sie noch einen Lichtblick parat. Im Doppel siegten die Schwestern wie im Vorjahr mit 7:6, 6:4 gegen Samantha Stosur/Rene Stubbs aus Australien und feierten den mit zusammen 269.000 Euro honorierten vierten Doppeltitel bei den All England Championships.

AUF EINEN BLICK

Wimbledon-Sieger 2009:
Damen, Einzel: Serena Williams Doppel: Serena/Venus Williams Herren, Einzel: Roger Federer (SUI) – Andy Roddick (USA).
Doppel: Daniel Nestor/Nenad Zimonjic (CAN/SRB).
Mixed-Doppel: Paes/Black (IND/ZIM) – Knowles/Groenefeld (BAH/GER).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2009)

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